Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Kämpferische Frauenbewegung belebt sich in Deutschland und weltweit

Millionen formieren sich weltweit gegen Faschismus und Krieg! In diese Entwicklung reiht sich auch der diesjährige Internationale Frauentag ein. Deutlich gewachsene große Demonstrationen wandten sich in zahlreichen Städten in Deutschland und weltweit gegen die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen und besonders gegen die imperialistischen Kriege, die auf dem Rücken der Völker und besonders der Frauen ausgetragen werden.

Von der MLPD-Abteilung Frauen
Kämpferische Frauenbewegung belebt sich in Deutschland und weltweit
Der 8. März in Amsterdam (Foto: Rode Morgen)

In Frankreich demonstrierten mehr als 200.000 für Frauenrechte

Allein in Paris waren 130.000 Frauen auf den Straßen, in Frankreich insgesamt laut CGT mehr als 200.000. In Paris liefen Gisèle Pelicot und ihre Tochter an der Spitze eines Demonstrationszugs gegen Gewalt an Frauen. Sowohl gegen sexualisierte Gewalt, als auch für die Verteidigung der Rechte der Frauen. Diese starke Mobilisierung erinnert daran, dass wir nicht zulassen werden, dass die Regierung und die Arbeitgeber die Rechte der Frauen begraben, wie sie es derzeit mit der europäischen Richtlinie zur Lohngleichheit tun, sagte die Gewerkschaftsführerin Sophie Binet. Die Demonstrationen waren auch gegen die faschistische Gefahr gerichtet: für „die Emanzipation der Frauen“ und „gegen die extreme Rechte, die Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie sät“ (Myriam Lebkiri, Vertreterin der CGT). 

 

Aus Amsterdam berichtet die ICOR-Organisation Rode Morgen aus den Niederlanden über eine lebendige Demo mit 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Der kämpferische Block des 8.-März-Komitee mit ICOR-Fahne und Losungen: "8. März Kampftag - 8. März Feiertag" und "Eine andere Zukunft, ein besseres Leben, weg mit Krieg, Frauen vorne!" Und viele Losungen wie "Imperialsten Hände weg von Iran, vom Mittlere Osten" und "Jin jiyan azadi, vrouw leven vrijheid" usw. Abgeschlossen wurde dieser schöne Internationale Frauentag mit einer Veranstaltung mit Reden, Musik, Filmen und einem internationalen Buffet.“ 

 

In Athen spielten am 8. März die Arbeiterinnen eine besondere Rolle, die gegen die Explosion in einer Keksfabrik protestierte und ebenso das furchtbare Eisenbahnunglück anprangerten. Ein Korrespondent berichtet: „Es war herzergreifend, was wir erlebt haben. Auf der Kundgebung tanzten palästinensische Frauen traditionelle Tänze gegen den immer noch stattfindenden Völkermord in Gaza durch das faschistische israelische Regime. Auf der Kundgebung sprachen viele Gewerkschaftsvertreterinnen und Arbeiterinitiativen und verurteilten die Auflösung der Arbeitsaufsichtsbehörde, das marode Gesundheitssystem, und die Schwierigkeiten bei Schwangerschaftsabbrüchen in 46 öffentlichen Krankenhäusern durch die Regierung.“ Auch gegen Frauenarmut und Aufrüstung gehen die Frauen weltweit auf die Straße.

In Deutschland richtig große Frauentagsdemos

Die Demonstrationen bestechen vor allem durch ihre jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, laut, kulturvoll, kämpferisch und mit dem Anspruch, gut organisiert zu sein. Sie bauen auch auf den großen Demos 2025 auf, wo vor allem gegen die AfD und die faschistische Gefahr viele junge Frauen auf die Straße gingen. Die Demonstrationen haben auch dazu beigetragen, stärker zusammenzurücken. Es gibt ein höheres Bewusstsein darüber, dass breite Bündnisse gegen Faschisten nötig sind. Dazu gehört auch, dass viele Männer dabei waren und heute völlig selbstverständliche Teilnehmer sind – was vor ein paar Jahren mancherorts umstritten war. In Berlin waren 50.000 bei mehreren Demos (die größte mit 30.000), München 10.000, Hamburg 15.000, Leipzig 10-500, Bremen 6.000, Köln 15.000, Kiel 2.000, Erfurt 2.000, Stuttgart 7.000, Frankfurt über 3.000, Nürnberg 4.000.

 

Die kämpferische Frauenbewegung richtet sich gegen die Regierung und ein Rollback gerade durch „Rechte Kräfte“, aber auch gegen Krieg, Kapitalismus und "das Patriarchat". Patriarchale Strukturen werden teils als Hauptverursacher der Kriege angesehen, für die Beendigung von beidem wiederum und eine Befreiung der Frauen muss der Kapitalismus als Ursache revolutionär überwunden werden. Das ist nicht Konsens, aber die Diskussion darum wird breiter. So war die Hauptlosung einer Demo mit 7-000 Menschen in Stuttgart: „Feministisch – solidarisch – kämpferisch: Gegen Patriarchat und Kapitalismus“. Über 10.000 demonstrierten in Köln unter dem Motto „Patriarchat entwaffen, feministischen Frieden weltweite schaffen“.

 

Der Kampf gegen Krieg und für Frieden spielte eine große Rolle, aber viele Redebeiträge unterschätzten doch noch die akute Weltkriegsgefahr. Daher stießen gerade Rebebeiträge, Gespräche, Flugblätter und Literatur der MLPD zu den Ursachen auf großes Interesse und zeigt Suche nach Orientierung. MLPD und REBELL wiesen in ihren Beiträgen auf die Weltkriegs- und akuter faschistischer Gefahr hin und zeichneten ein lebendiges Bild der Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft.

 

Viele Gewerkschaftsfrauen sind für ihre Anliegen dabei, unter anderem in Berlin und Köln riefen alle DGB-Gewerkschaften auf, was auch im Motto „Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ der DGB-Frauen und in Köln erstmals mit einem eigenen Block auf die Straße gebracht wurde. Forderungen wie „Hände weg vom 8-Stundentag" und für „Bessere Arbeitsbedingungen und Entlohnung in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Soziales!" waren dabei. Aus Berlin wird berichtet: „Auffällig war die Einheit gegen Faschismus und Krieg. Die Rede einer Schülerin gegen Wehrpflicht, eine Verdi-Vertrauensfrau verlas die Erklärung, dass Kolleginnen ablehnen, Medizin und Pflege für Kriegstüchtigkeit auszuüben.“ und Schilder wie "Als wir Frauen mehr Rechte forderten, meinten wir nicht die Nazis!"

In der Belebung der Frauenbewegung belebt sich auch der Kampf um die Denkweise

Vielerorts spielte die Solidarität mit den Menschen im Iran, Rojava/ Kurdistan und Palästina eine große Rolle, es gab z.B. in Köln Gaza-Soli-Blöcke in der Gesamtdemo. In München haben sich jedoch vor Monaten auch Kräfte des Frauenbündnisses abgespalten, die nicht für die Palästina-Solidarität einstehen und eine eigene Demo machten (3.000, bei der großen Demo waren 7.000). Hunderte Euro Spenden wurden für den Solidaritätspakt mit dem Al-Awda-Krankenhaus in Gaza gesammelt, aber auch für Frauenarbeit der MLPD. Die Rotfüchse in Köln schreiben uns: „Wir waren gut vorbereitet. Eine befreundete Couragefrau hatte unser Treffen besucht und uns den internationalen Frauentag vorgestellt. Sie erzählte, warum auch heute Frauen noch kämpfen - zusammen mit vielen Männern. Wir erfuhren, was es mit den Spezialfrauenstühlen für das Krankenhaus in Gaza auf sich hat. Auf der Demo heut waren wir viele und die jüngste Truppe." Besonders gut und wichtig war in Köln auch, dass die Mutter der in Syrien spurlos verschwundenen Journalistin Eva Maria Michelmann auf der Demo vor zehntausend Menschen sprach und ihr Beitrag mit einem riesigen Applaus bedacht wurde.

 

Das gleichberechtigte Auftreten und die Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe hat sich stark verbessert, muss aber immer noch an etlichen Orten durchgekämpft werden. Die Bewegung belebt sich, und mit ihr beleben sich die Auseinandersetzungen um den Weg und das Ziel im Kampf um die Befreiung der Frau. Aus Düsseldorf berichtet eine Korrespondentin: "Die Demonstration angemeldet hatte die Feministische Aktion Düsseldorf (FAD). Einige von ihnen versuchten einen geradezu peinlichen Alleinführungsanspruch durchzudrücken. Einzelne Vertreterinnen waren sich nicht einmal zu schade, die Polizei zum von der MLPD gestellten Lautsprecherwagen (vergebens) zu rufen und von der Bühne aus zu verkünden, dass dieser 'nicht zu Demo gehört'." Das zeigt den antikommunistischen Kern des kleinbürgerlichen Feminismus. Das gestaltete sich dann allerdings anders. Der Lautsprecherwagen reihte sich problemlos in die Demo ein und tat dort seine Dienste.

 

Neu ist in der aktuellen Form der „Frauenstreik 9. März“. Seit Jahren greift die internationale Frauenbewegung diese Form des Kampfes aus der Arbeiterbewegung auf. Streik bedeutet eine starke Waffe im Kampf. In Deutschland rufen das „Töchterkollektiv“ und „Enoughgenug“ unter anderem mit Gruppen von den Omas gegen Rechts, UN-Women, Fridays for future, örtlich auch Gruppen des Frauenverbands Courage, der jungen Frauen von ZORA und Ge-werkschafterinnen dazu auf – in 80 Städten in Deutschland. Das ist begrüßenswert und not-wendig, künftig, gemeinsam mit den Männern politische Streiks wie für den Frieden und ge-gen Kriege zu führen. Die Forderung nach einem allseitigen und vollständigen gesetzlichen Streikrecht, das gerade für Streiks gegen Krieg und Faschismus gebraucht wird, muss lauter werden.  Siehe auch „Wenn wir stillstehen, steht die Welt still“