Sachsen / Betriebsratswahlen

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Faschistische Mehrheitsübernahme ins Wasser gefallen

Die Betriebsratswahlen in der sächsischen Automobilindustrie sind weitgehend abgeschlossen.

Von Korrespondenz auzs Sachsen
Faschistische Mehrheitsübernahme ins Wasser gefallen
Warnstreik bei VW Zwickau (rf-foto)

Die Ergebnisse sind anders als man sich das bei der faschistischen AfD und ihren betrieblichen Ablegern wie Zentrum, Bündnis freier Betriebsräte (BfB) oder Interessengemeinschaft Beruf und Familie (IBF) erhofft hatte.

 

"Fast täglich waren diese Listen in den bürgerlichen Medien präsent. So ähnlich wie vor einigen Jahren bei Pegida, die durch eine ständige Medienpräsenz überhaupt erst breit bekannt gemacht wurde", berichtet Jörg Weidemann, Landesvorsitzender der MLPD. Der Krankenpfleger unterstützt in seiner Kleinarbeit die MLPD-Arbeit bei BMW Leipzig. "Mit ihren faschistischen Allmachtsfantasien träumten diese Arbeiterfeinde bereits davon, die Mehrheit in den Betriebsräten zu erobern. Das ist nach unserem bisherigen Überblick ins Wasser gefallen, allerdings muss man die faschistische Gefahr dringend weiter ernst nehmen."

 

Bei VW Zwickau kam das BfB gerade einmal auf 11,5% der Stimmen (deutlich unter den Wahlergebnissen der AfD) und muss sich mit vier von 35 Sitzen begnügen. Die IG Metall, die man vom Thron stoßen wollte, erreichte 29 Plätze. "Ein großer Erfolg", so eine IG-Metallerin aus Zwickau. In Zwickau fand vor zwei Wochen auch der Politische Aschermittwoch der MLPD statt. Ein Schwerpunkt in der gepfefferten Aschermittwochsrede war die Auseinandersetzung mit dem faschistischen Zentrum.

 

Bei BMW in Leipzig erhielt die IBF (mit dem Faschisten Frank Neufert an der Spitze) nur zwei von 35 Sitzen. "Bei Porsche in Leipzig flog das IBF offenbar komplett aus dem Betriebsrat", freut sich Jörg Weidemann.

 

Lediglich im Chemnitzer VW-Werk errangen die Faschisten vier von 17 Plätzen. "Das Werk ist ein reines Motorenwerk und hier konnte die Propaganda von AfD und Co zum Thema Verbrenner offenbar einige beeinflussen.

 

Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden, dass die Faschisten im Vergleich zu ihren Zielen schlecht abgeschnitten haben. Immer mehr Gewerkschafter haben sich klar gegen das faschistische Zentrum positioniert. Die Gewerkschaften konnten bei diesen Wahlen ihre Position insgesamt festigen, vor allem dort, wo man konsequent gegen die Faschisten auftrat. All das ist ein Erfolg, an dem auch die MLPD einen Anteil hat. Wir haben in den letzten Wochen einen Schwerpunkt darauf gelegt, an allen diesen Werken über die faschistischen U-Boot-Listen aufzuklären."