Sohn seines Volkes
Die ICOR trauert um den großen Kämpfer, Führer und Freund im kurdischen Befreiungskampf Salih Müslim
Die Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR, Monika Gärtner-Engel, spricht im Namen der ICOR der Familie von Salih Müslim, Mitglied des Exekutivrats der PYD, seinen Genossinnen und Genossen und der gesamten kurdischen Bewegung ihr tiefes Mitgefühl aus.
Salih Müslim, geboren 1951 in Kobanê, Nordsyrien, verstarb am 11. März 2026 in Hewlêr (Erbil). Er litt schon seit langem an einem Nierenversagen.
Als Sohn seines Volkes widmete er seine ganze Kraft dem Kampf um Befreiung. 2003 gehörte er zu den Mitbegründern der Partiya Yekîtiya Demokrat (PYD), die sich zu einer führenden Kraft der kurdischen Bewegung in Syrien entwickelte. Mehrfach wurde er vom syrischen Assad-Regime verhaftet und saß monatelang im Gefängnis. 2010 wurde er zum Co-Vorsitzenden der PYD gewählt und arbeitete in dieser Funktion bis 2024.
Das Internationale Konsultativkomitee der ICOR kennt Salih Müslim seit langem als ernsthaften, umsichtigen und strategisch denkenden Führer. Er begleitete das ICOR-Projekt zum Aufbau eines Gesundheitszentrums in Kobanê in Rojava (2015), das bis heute als Geburtsklinik erfolgreich arbeitet. Er beriet die ICOR, führte Verhandlungen und war aktiv beteiligt an der Erweiterung des Solidaritätspakts 2016. Dieser erweiterte die praktische Solidarität um den politischen Kampf um die völkerrechtliche Anerkennung von Rojava und seiner Selbstverwaltungsorgane.
Er besuchte die Brigadisten der 2. Staffel auf der Baustelle. Seine Frau Ayse Effendi sagte dort: »Kobane wird für die Befreiung der Menschen eine Ka’ba sein (Pilgerstätte). Es gibt keinen Unterschied zwischen Fremden und Kobanern … Wir sind davon überzeugt, dass das Projekt zu Ende geführt wird!« (Besuch von Ayse Efendi am 2.8.2015) Das erfolgreiche Projekt in Kobanê wird heute auch zum Vorbild für den zweiten wichtigen Solidaritätspakt der ICOR, dem Bau einer Klinik in Gaza als Teil des Wiederaufbaus des
Al-Awda-Gesundheitszentrums.
Die ICOR wird das Gedenken an Salih Müslim ehren und ihre verlässliche Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf fortführen. Wir verabschieden uns von Salih Müslim mit den Worten des kurdischen Dichters Sherko Bekas:
Ein Kieselstein von Kurdistan
- seit wann? wie? weiß nicht! -
war in einer Ecke meiner Tasche gelandet,
und heute fand ich ihn zufällig.
Ich nahm ihn heraus, küsste ihn
und machte ihn zur Ka’ba all meiner Gedichte.
Monika Gärtner-Engel,
ICOR-Hauptkoordinatorin