Keine Gasförderung vor Borkum

Keine Gasförderung vor Borkum

Der Krieg, das Wattenmeer und die Heizungskeller

Die Kritik, auch von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, wird immer lauter, dass Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offen und unverblümt die Interessen der Gas produzierenden Industrie vertritt.

Von jz

Ihr Verständnis von Energiewende kennt nur eine Richtung: Weg von Solar und Wind - fossile Verbrennung massiv fördern! Kein Wunder. Vor ihrem Amtsantritt war Katherina Reiche von 2020 bis 2025 Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers Westenergie AG. Eine Tochterfirma des Energieriesen EON und einer der größten Gasnetzbetreiber Deutschlands. Eine geradezu vorbildliche Ministerin in ihrer Funktion als Dienstleisterin des Energiemonopols EON. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich deshalb für die Energiepolitik seiner Ministerin bei seinem jüngsten Besuch in den USA ein besonderes Lob des Klimaleugners und Kriegstreibers Donald Trump redlich und unterwürfigst verdient.

 

Die aktuell rasant steigenden Öl-, Gas- und Benzinpreise müssten Ministerin Reiche eigentlich gegenüber den Verbrauchern in eine gewisse Erklärungsnot bringen. Der Gaspreis hat sich an der Amsterdamer Börse seit dem Beginn des Krieges verdoppelt. Mit den neuen “Freiheiten“ von Hausbesitzern, als Folge des kürzlich geänderten Heizungsgesetzes eine vermeintlich günstigere Gasheizung einzubauen, läuft die Masse an Mietern in Zukunft Gefahr, mit extrem hohen Heizungsrechnungen konfrontiert zu werden. Doch azu dieser Abzocke kommt Reiche kein Wort der Kritik über die Lippen.

 

Völlig befangen in der Profitlogik von Energiemonopolen, immer rücksichtsloser neue Öl- und Gasfelder in Besitz zu nehmen, zu erschließen und dann die Brennstoffe möglichst teuer zu verkaufen, plant die Ministerin die Förderung von heimischem Gas auszuweiten: "Wir haben eigene Reserven in Deutschland", sagte sie der Funke Mediengruppe,"… gerade in so herausfordernden geopolitischen Zeiten. Das sollte, bei aller berechtigten Sorge um Meeresschutz, auch von deutscher Seite aus möglich sein".

 

Damit fordert Reiche unmissverständlich die Erschließung des Gasvorkommen vor der Insel Borkum in einer sensiblen Meereslandschaft und UNESCO Weltkulturerbe endlich freizugeben. Ihre flapsige Umschreibung des grausamen Krieges im Nahen Osten als „herausfordernde Geopolitik“ wirft ein Licht auf den Zusammenhang zwischen den Zielen dieses Krieges als eine militärische Auseinandersetzung um die größten Öl- und Gasreserven der Welt und dem, was in deutschen Heizungskellern in Zukunft vermehrt eingebaut werden soll.

 

Als geradezu mikroskopisch kleines umweltpolitisches Feigenblatt soll ab 2029 10 % der Gasversorgung aus Biomethan bestehen. Dabei ist Biomethan alles andere als grün, weil zu seiner Herstellung Biogas industriell aufgearbeitet werden muss und es wird mit Sicherheit alles andere als günstig sein. Und wie zum Hohn sollen die großen Mengen an Biomethan aus einen anderen Kriegsgebiet geliefert werden: Der Ukraine.

 

  • Keine Gasförderung am Wattenmeer vor der Insel Borkum!
  • Austausch von Heizungsanlagen und Ausbau kommunaler Kraftwerke für Nah- und Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energie zu Lasten von Monopole und Staat!