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Antifaschistischer Protest: „Wo bleiben die Migranten?“

Am 7. März versammelten sich auf dem Stuttgarter Marienplatz laut Stuttgarter Zeitung rund 250 Teilnehmer einer „Abspaltung der Gruppe ‚Gemeinsam für Deutschland‘ … ein Sammelbecken für Rechte und Verschwörungstheoretiker aller Art.“

Korrespondenz

In der Vergangenheit „gingen sie problemlos mit organisierten Nazis auf die Straße“, heißt es in einem Aufruf des antifaschistischen Bündnisses „Stuttgart gegen rechts“ zu einer Gegenkundgebung und Demonstration gegen diesen Aufmarsch.

 

Gefolgt waren diesem Aufruf etwa 400 vorwiegend jugendliche Antifaschisten und Antifaschistinnen, die eine überwiegend faschistisch geprägte Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt verhindern wollten. Das wurde allerdings durch einen massiven Polizeieinsatz unterbunden, bei dem unter anderem sofort und ohne erkennbaren Grund Pfefferspray eingesetzt wurde und die Demonstranten nach kurzer Zeit zur angeblichen „Überprüfung jeder einzelnen Personalie“ eingekesselt wurden. Das dauerte dann bis 19 Uhr. Die „Verschwörungstheoretiker“ und Faschisten konnten dagegen unter Polizeischutz ihre Kundgebung und anschließende Demonstration durchführen.

 

Sichtlich erschüttert war eine junge Türkin und gläubige Muslima über den Polizeieinsatz, die zufällig am Rand die Auseinandersetzung zwischen Antifaschisten und Polizei mitbekommen hatte. Mit ihrer Frage: „Wo bleiben die Migranten? Wir sind doch besonders betroffen“, erkannte sie letztlich den Hauptmangel der antifaschistischen Kundgebung: Der Aufruf von „Stuttgart gegen rechts“ hatte sich fast ausschließlich an sein unmittelbares Umfeld gerichtet. Ein breites Aktionsbündnis und die nötige Aufklärung, zumindest im Stuttgarter Süden, waren dagegen nicht erkennbar.