Pressemitteilung
797. Montagsdemonstration verurteilt Nahostkrieg und solidarisiert sich mit Owen Franke
Einen topaktuellen Bogen spannten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gelsenkirchener Montagsdemonstration am gestrigen 9. März über die gesamte Kundgebung hin: Vom Nahostkrieg, der die komplette Region in Brand gesteckt hat, über die Solidarität mit dem US-Bürger Owen Franke, dem die Einbürgerung verweigert wird, bis hin zum an diesem Tag in Gelsenkirchen stattfindenden Frauenstreik reichte die Themenpalette.
Für AUF Gelsenkirchen sprach Dr. Willi Mast und verurteilte den ungerechten Krieg, der die Bevölkerung des Iran, wie auch der Nachbarstaaten und Israels betrifft. Die Auswirkungen sind bis nach Gelsenkirchen spürbar, wie später auch eine Kollegin von ver.di erzählte, die in einem Kindergarten arbeitet und regelmäßig mit traumatisierten Kindern aus Kriegsgebieten zu tun bekommt.
Für die MLPD sprach Lisa Gärtner und stellte heraus, dass dieser Krieg ein imperialistischer Krieg ist und es die Massen in den betroffenen Ländern selbst sind, die Solidarität verdienen! Weder das faschistische Mullah-Regime des Iran noch die faschistische Trump-Administration der USA oder der Faschist Benjamin Netanjahu aus Israel verdienen irgendeine Solidarität. Im Gegenteil: Es sind die Massen in diesen Ländern, die sich von diesen Kriegstreibern und Faschisten befreien müssen!
Später wurde Owen Franke nach vorne gebeten, der die Montagsdemonstration über seinen Fall informierte: Trotz erstklassiger Deutschkenntnisse und aller beigebrachten Anforderungen verweigert ihm die Einbürgerungsbehörde der Stadt Gelsenkirchen die Einbürgerung. Antikommunistische Begründung: Owen Franke hatte dem Online-Portal der MLPD, Rote Fahne News, ein Interview gegeben, in dem er sich gegen US-Präsident Donald Trump aussprach. Das wurde einhellig verurteilt. Da Owen Franke auch noch die Kosten seiner nicht stattgefundenen Einbürgerung aufgedrückt wurden, beschlossen die Montagsdemonstrantinnen und -Demonstranten, die Spendensammlung dieses Tages für ihn zu bestimmen. 199,10 Euro kamen zusammen, die schließlich unter allgemeinem Beifall von Owen Franke selbst auf 200 Euro aufgestockt wurden. Mit einem schönen „Fresskorb“ als Zeichen der Solidarität, den ihm die Gelsenkirchener Frauen vom Frauenverband Courage überreichten, ging er sichtlich bewegt zurück auf seinen Platz.
Zwischenzeitlich waren Aktivistinnen und Aktivisten des Frauenstreiks, der kurz zuvor vor dem Hauptbahnhof stattgefunden hatte, dazugestoßen, was die Kundgebung auf deutlich über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwachsen ließ. Sie berichteten über ihre Gründe für den Streik und erlebten das Band der Solidarität, das die Montagsdemonstration auszeichnet. Nach weiteren Beiträgen, unter anderem von einer Montagsdemonstrantin aus Bochum, die die hohen Öl- und Benzinpreise anprangerte, beendete Peter Reichmann die Kundgebung mit der auf Deutsch übersetzten Version von „Streets of Minneapolis“ von Bruce Springsteen.
Allen war zum Schluss klar, dass zumindest das Thema Nahostkrieg die Montagsdemonstration auch in Zukunft weiter beschäftigen wird.