Mannheim
1800 Menschen am Internationalen Frauentag auf der Straße
In Mannheim fand am 8. März 2026 die bisher größte Demonstration zum Internationalen Frauentag statt. 1800 Menschen, sehr viele junge Leute, überwiegend junge Mädchen und Frauen, aber auch solidarische Männer, beteiligten sich an dem Zug, der nach einer kurzen Auftaktkundgebung am Gewerkschaftshaus durch den Ring zur Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz zog.
Insbesondere die kurdische Gemeinde, die zahlreich vertreten war und direkt hinter dem Lautsprecherwagen lief, verlieh der Demo einen kämpferischen Charakter. Mit Handtrommeln, prächtigen traditionellen Kleidern, mit Musik und lauten Parolen, teils in Kurdisch, teils in Deutsch, verbreiteten sie von Anfang an eine gute Stimmung.
Zum Abschluss wurde auch zusammen Govend getanzt. „Hoch die internationale Solidarität“ und „Jin, Jihan, Azadi“ waren die Rufparolen, die von vielen mitgerufen wurden. Nicht zu unterschätzen waren aber auch kleinbürgerlich-feministische, kleinbürgerlich-antikommunistische und kleinbürgerlich-anarchistische Tendenzen, so wenn der Mann an sich zum Hauptproblem erklärt wurde, Reden von Parteivertreterinnen und -vertretern durch das Org. Komitee des feministischen Bündnisses nicht erlaubt wurden oder wenn es z. B. auf dem ausgegebenen Parolenzettel hieß„Macker gibt’s in jeder Stadt – Bildet Banden, macht sie platt“ oder „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“.
Auch wenn sich darin zum Teil berechtigte Kritiken an Sexismus, Machotum, staatlicher Gewalt usw. widerspiegeln, so unterschätzen diese doch gewaltig die Frage der weltanschaulichen Auseinandersetzung und der Notwendigkeit einer Übergangsgesellschaft, des Sozialismus, zur klassenlosen Gesellschaft, dem Kommunismus, wo der Staat und die Religion absterben werden.
Hier besteht noch viel Klärungsbedarf. Insgesamt sieben Rednerinnen sprachen bei der Abschlusskundgebung. Sie repräsentierten u. a. Beratungsstellen, die kurdische Frauenbewegung, die kurdische Studierendenorganisation YXK und Yeni Kadin / ATIF.
Insbesondere die letzten drei betonten die Solidarität mit den Völkern Irans, Afghanistans, Kurdistans und dem palästinensischen Volk und nahmen den Kapitalismus als „patriarchalischen Kapitalismus“ ins Visier. Mitglieder der Gaza-AG Rhein-Neckar und Kinder der Kinderorganisation ROTFÜCHSE sammelten mit roten Rosen Spenden von insgesamt 52,67 Euro für die Al-Awda-Klinik. Die MLPD Rhein-Neckar, die Linkspartei, die Kommunistische Partei, ATIF, ISO und andere waren mit kleineren und größeren Delegationen auf der Demo vertreten, verteilten Flugblätter und verkauften Literatur.