Vernichtungsschlacht im Autobereich
„Workers first statt ’Europe first‘”
Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung von und für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken, „Vorwärtsgang“, erschienen.
Die internationale Vernichtungsschlacht im Autobereich wird immer heftiger. „Was tun?“ Fragte sich wohl auch Oliver Blume.
Im offenen Brief von Anfang Februar, zusammen mit Antonio Filosa (CEO Stellantis / Opel), behauptet er: „Unsere Unternehmen haben seit jeher Autos von Europäern für Europäer gebaut.“
Nanu? Wer scheffelt denn bis heute Milliarden mit Autoverkäufen in Asien, vor allem in China? VW hat zuletzt 2025 über die Hälfte der knapp 9 Millionen gebauten Autos in China verkauft.
Warum also die Beschwörung Europas? Blume wird nervös, weil heute chinesische Hersteller in den europäischen Markt drängen. Seine Lösung: „Das Geld der europäischen Steuerzahler soll gezielt eingesetzt werden, um die europäische Produktion zu fördern.“
Wer sind denn die ominösen „europäischen Steuerzahler“? Das sind vor allem wir Arbeiter, unsere Familien, unsere Freunde und Kollegen. Der Anteil der Kapital- und Gewerbesteuer am Gesamtsteueraufkommen betrug 2024 gerade 20 Prozent (davon die Gewerbesteuer 7,9 Prozent). Der Anteil der Lohn- und Mehrwertsteuer dagegen 58,2 Prozent. VW konnte durch Bilanzierungs- und Verrechnungstricks seine Steuern 2024 auch noch um 630 Millionen Euro senken.
Blume und Filosa hätten auch schreiben können: „Gebt uns gefälligst ein schönes Sümmchen aus den Staatshaushalten, damit wir unsere Profite aufbessern können.“
Die Merz / Klingbeil-Regierung und andere europäische Regierungen werden diese Forderung nicht ungehört lassen.
Tatsache ist, dass eine florierende Wirtschaft nicht bedeutet, dass es auch den Arbeitern gut geht. Sonst müsste China ein Vorbild an Arbeiterrechten und hohen Löhnen sein.
Tatsache ist auch, dass Subventionen an die Industrie teilweise sogar mit Arbeitsplatzvernichtung einhergehen. Die deutsche Stahlindustrie bekommt bis 2041 26 Milliarden Euro Subventionen – und TKSE will 11.000 Arbeitsplätze vernichten. Stellantis plant aktuell die Schließung von bis zu sieben Werken in Europa.
Tatsache ist: Blume und Filosa sprechen für „Europa gegen den Rest der Welt“. Damit sind sie schon ganz bei Trump mit seinem „America First“. Das führt zu Spaltung und letztlich zu Krieg. Das machen wir nicht mit!
Arbeiterinnen und Arbeiter von Stellantis bereiten ausgehend von der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Pune / Indien einen internationalen Aktionstag am 24. März vor. Motto: „Wir warten nicht ab! Kampf um jeden Arbeitsplatz!“ Sie wollen Versammlungen in den Betrieben, Kundgebungen vor den Toren und eine Abstimmung in allen Werken über einen Forderungskatalog durchführen.
Erklären wir uns am 24. März solidarisch mit unseren Kolleginnen und Kollegen bei Stellantis und führen eigene Aktionen durch!
Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und 300 Euro Lohnnachschlag!
Der Weg der europäischen und internationalen Arbeitereinheit hat Zukunft!