Faschistische Nachhilfe in Co-Management

Faschistische Nachhilfe in Co-Management

Wie ein Redebeitrag von "Zentrum"als Rohkrepierer endet

Seinen Auftritt hatte er sich sicher anders ausgemalt. Immerhin schmückt sich Lars Bochmann (meist eitel) mit vielen Titeln: Vorstandsmitglied des faschistischen Vereins "Zentrum", Stadtratsmitglied und Oberbürgermeisterkandidat für die AfD im sächsischen Aue und Listenführer der Betriebsratsliste „Bündnis freie Betriebsräte“ (BfB) bei VW in Zwickau.

Korrespondenz

Szene: Betriebsversammlung. In der Halle sitzen ca. 2000 Leute. In ein paar Redebeiträgen wird gegen die gewerkschaftsfeindlichen Aktivitäten des BfB polemisiert. Das ist in der Deutlichkeit neu und hilft, Fronten zu klären. Thomas Knabel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau sagt sinngemäß: „Diese Leute vom BfB jammern in ihrem Video ernstlich über drohenden ‚Ökosozialismus‘. Mal ehrlich, ich kann hier nirgends Sozialismus erkennen, das würde sich anders anfühlen! Aber wofür stehen die denn, wenn sie uns vor Ökosozialismus retten wollen – wahrscheinlich für das Gegenteil, also für ungezügelten Kapitalismus?! Aber davon haben wir doch schon mehr als genug!“


Beifall. Dann ist Zentrums-Mann Bochmann dran, sichtlich nervös. Er wolle nicht auf Anwürfe und Fragen eingehen, man könne sich ja die Wahl-Videos anschauen. Sagt ausgerechnet der, der von anderen immer Transparenz und "Rede und Antwort" fordert. Als Nächstes behauptet er, bei den letzten Betriebsversammlungen habe man ihn nicht reden lassen. „Stimmt doch gar nicht!“, rufen Kollegen aus mehreren Ecken unter Gelächter. Peinlicherweise wurde Lars Bochmann bei einer der letzten Versammlungen sogar mehrfach laut ausgerufen (!), er möge seinen Beitrag halten – da hatte er aber die Halle schon verlassen. Das geht also in die Hosen.


Aber jetzt spielt er sein „Trumpf-Ass“ und führt aus, man habe das BfB in der letzten Amtszeit des Betriebsrats in der Arbeit schmählich behindert. Sie wollten nämlich auch gerne sinnvolle, vielleicht weniger schmerzhafte Sparvorschläge machen. Aber das wurde hintertrieben, weil die Betriebsratsmehrheit der IG Metall keinen örtlichen Wirtschaftsausschuss eingerichtet habe. Sagt er – und verschwindet wieder von der Bühne.

 

Sparsam klatschen ein paar seiner Freunde, die meisten schütteln verwundert den Kopf. Zum Mitschreiben: ZENTRUM, die selbsternannte „alternative Gewerkschaft“, hat also vier Jahre intensiv darüber nachgedacht, wie sie "gute Sparvorschläge" machen können. Keine Spur von Kampf um Arbeitsplätze, kein einziger sinnvoller Vorschlag und vor allem kein Mucks gegen das Unternehmen. Aber Nachhilfe geben in Sachen Co-Management und den Kolleginnen und Kollegen ernsthaft glauben machen wollen, mit einem Wirtschaftsausschuss (!) würde man dann Arbeiterinteressen durchsetzen.


Bochmanns Auftritt ist ein Rohrkrepierer, da sind sich die meisten einig. Aber vielleicht war sein Beitrag ja auch eher als Wink an die Geschäftsleitung gedacht, nach dem Motto: „Wir wären die besseren Co-Manager“.