Keine falschen Hoffnungen

Keine falschen Hoffnungen

Warum ein Enthauptungsschlag im Iran nicht funktionieren wird

Die Freude über den Tod von Ali Chamenei ist groß. Als "Oberster Führer" stand er an der Spitze des faschistischen Mullah-Regimes im Iran.

Von ro

Es ist aber eine Illusion, dass das Regime damit schon am Ende wäre. Die wirtschaftliche und politische Macht im Iran hängt nicht an einer Person, nicht mal am engsten Führungskreis insgesamt. Diese Vorstellung verkennen völlig, den Entwicklungsstand des Iran. Er ist keine feudale Gesellschaft, die mit dem Fehlen des Königs zusammenbricht. Die Wirtschaft des Iran ist hochgradig monopolisiert. Der Iran hat ein besonderes System des staatsmonopolistischen Kapitalismus entwickelt.


Man darf sich nicht von dem pseudoreligiösen Gerede täuschen lassen. Das Wirtschaftskonglomerat Setad stand unter direkter Kontrolle von Ali Chamenei. Aber da wurde nicht gebetet, sondern es wurden knallhart die milliardenschweren kapitalistischen Interessen der über 100 beteiligten Tochterunternehmen verwaltet. Die sogenannten Revolutionsgarden sind auf das Engste mit wesentlichen Industriezweigen, Immobilien-, Finanz-, Öl- und Rüstungsmonopolen verflochten, sowie mit dem Militär und paramilitärischen Einheiten.


All das sind komplexe, gewachsene und gefestigte Machtstrukturen, mit denen die führenden Monopole des Iran sich den Staat untergeordnet haben und mit ihren Institutionen verschmolzen sind. Kein Enthauptungsschlag wird sie daran hindern, neue Leute in die erste Reihe zu schieben, oder ihre Macht vielleicht sogar ohne den religiösen Mantel weiter auszuüben. Den staatsmonopolistischen Kapitalismus können nur die Massen im Iran unter der Führung der Arbeiterklasse stürzen.