Mehr Teilnehmer als im Dezember
„Schulstreik gegen Wehrpflicht“ – Aktionen in über 140 Städten
Fast alle Kundgebungen und Demos begannen zwischen 9 und 12 Uhr – also während der Schulzeit! Nur etwa ein halbes Dutzend fingen erst um 13.30 h oder später an. Die letzten FFF-Aktionen fanden meistens außerhalb der Schulzeit statt.
Auch von der Anzahl eine große Steigerung: Die letzte Aktion am 5. Dezember fand in „nur“ knapp 90 Städten statt. Von der Gesamt-Teilnehmerzahl liegen noch nicht genug Berichte vor, aber die ersten erreichten uns bereits:
In Eisenach kamen 60 – fast nur junge Jugendliche.
Aus Augsburg wird gemeldet: „Wir sterben nicht für eure Krise! One Solution - Revolution! Hoch die internationale Solidarität! schallte es beim heutigen Schulstreik mit ca. 150 Telnehmern unter massiver Polizeibegleitung. Auch vonseiten der Schulen kamen Drohungen. So nahmen einige Schüler wegen der Teilnahme verschärfte Verweise in Kauf. Die sozialistische Perpektive war ein zentrales Thema der Veranstaltung.“
Und Köln: „600 Teilnehmer. Der größte Anteil: ca. 16-jährige Schülerinnen und Schüler, die in Cliquen gekommen waren. Typisch ist Melinda, 16: ‚Wir haben das mit unserem Vertrauenslehrer als Ausflug organisiert. Jeder, der wollte, konnte mitmachen, jetzt sind von unserer Schule ungefähr 30 gekommen. In zwei Unterrichtsstunden bekamen wir Zeit, über unseren Ausflug zu sprechen und jeder hat ein Plakat dazu gemalt. Wir waren noch nie auf einer Demo. Aber Krieg und Wehrpflicht löst kein Problem, sondern schafft noch viel mehr Probleme!‘
Und Max: ‚Wir sind von der SV von Klasse zu Klasse gegangen. Die Schulleitung hat uns erlaubt, zur Demo zu gehen, jetzt sind ungefähr 20 von uns gekommen, meine Mutter ist auch dabei.‘ Er kauft ein REBELL-Magazin. In 40 Minuten habe ich meinen ganzen großen Vorrat verkauft – nur an diese jungen Jugendlichen! Und das gegen heftige Konkurrenz. Es gibt z.B. eine 16-seitige Schulstreik-Zeitung aus Köln. Die jungen Interessenten des REBELL-Magazins blätterten erst darin herum, bis sie es kauften; viele bedauerten, kein Geld zu haben, aber ein Drittel der Käufer spendeten zusätzlich einen oder mehr Euro!
Einen etwas kleineren „revolutionären“ Block bildeten linke Jugendorganisationen, die sich an die Spitze der Demo stellten, dort aber weitgehend unter sich blieben.
Der dritte und relativ kleinste Teil waren ältere Friedensfreunde: Mehrere Dutzend Alt-68-er hatten sogar einen eigenen Aufruf zur Demo herausgegeben ‚70 + Gegen Militarisierung und Kriegsdienst‘. Wir hätten viel mehr REBELL-Magazine und -Flugblätter verteilen können! Alle Käufer*innen des Magazins habe ich gebeten, sich mit uns in Kontakt zu setzen, wenn sie die Zeitung gelesen haben: Wir sind gespannt auf die Antworten!“
Morgen wird Rote Fahne News einen ausführlichen Bericht über den Tag mit noch mehr Kurz-Korrespondenzen bringen!