Jugend gegen Militarisierung
Schulstreik gegen Wehrpflicht: 50.000 Jugendliche in 150 Städten auf den Straßen!
Die größte Demo mit 6000 Teilnehmern gab es in Berlin, weitere größere Aktionen mit je 1.000 vor allem Jugendlichen gab es in München und – Erfurt! Insgesamt waren es ungefähr gleich viele Teilnehmer wie beim Streiktag im letzten Dezember.
In der Mehrheit waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer junge Jugendliche um die 16, die zum ersten Mal auf die Straße gingen. Viele Forderungen und Diskussionen gingen weit über die eher pazifistischen Forderungen hinaus, die auf der Göttinger Schulstreik-Konferenz im Februar beschlossen waren, wie z.B. „Abrüsten statt Aufrüsten!“ Vielen Jugendlichen ging es um die Fragen, warum Kriege geführt werden. Auf fast allen Demos, tauchten Transparente auf wie: „Die Reichen wollen Kriege – die Jugend will Zukunft!“ Und es gab oft intensive Diskussionen über aktuelle Kriegsherde, die drohende Weltkriegsgefahr und auch über Sozialismus, und es gab oft Fahnen von Rojava und Palästina. Völlig richtig wurden beim aktuellen Irankrieg vor allem die USA und Israel angeprangert, aber dabei vereinzelt versäumt, sich auch kritisch gegen die Kriegführung des Iran zu wenden.
„Bielefeld - An der heutigen Demo gegen die Wehrpflicht beteiligten sich ca. 250 Leute, natürlich überwiegend Jugendliche, aber auch Ältere, die mit ihren Erfahrungen der Jugend zur Seite stehen wollen. Bei allen Gesprächen trafen wir auf aufgeschlossene Jugendliche, die spüren, dass die aktuelle weltpolitische Situation 'nicht ohne' ist und sich gemeinsam mit anderen dagegen zur Wehr setzen wollen. Wir machten Werbung für den Jugendverband REBELL, forderten die Jugendlichen mit unseren Einschätzungen, dass der Iran-Überfall ein imperialistischer Krieg ist, dass man sich, wenn man mehr erreichen will besser organisieren muss und dass es eine fortschrittliche Alternative zum Kapitalismus, den Sozialismus, gibt, heraus. Vieles war neu für sie, weckte aber ihr Interesse an weiterer Auseinandersetzung. Rebell-Magazine und Adressen wurden ausgetauscht.“
Oder: „Für Witten kann ich sagen, dass es sehr erfolgreich war, weil es seit längerem eine Kundgebung mit Demo gab mit zahlreichen Jugendlichen. Es waren ca. 150-200 Jugendliche, sie hatten auch Schilder gegen den Weltkrieg.“
Und Gelsenkirchen: „In den offensiven Parolen wurde die Beteiligung der Bundesregierung an den aktuellen Kriegsherden der Welt klar benannt. Die Vertreterin des REBELL informierte über den Streik der Hafenarbeiter in Griechenland gegen den aktuellen Krieg USA gegen Iran. Etliche Jugendliche, ob organisiert oder nicht, bezeichneten sich als Revolutionär oder Sozialist - dem gegenüber stand, dass die Diskussion über die gesellschaftliche Perspektive des echten Sozialismus noch tiefer und systematischer geführt werden muss. Wir warben für die Teilnahme an der Podiumsdiskussion für eine sozialistische Jugendbewegung auf dem 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen.“
Aus Kassel wird berichtet: "Wir konzentrierten uns heute beim Schulstreik auf das Verteilen des Aufrufs des Rebells, verbunden mit der Frage, ob sie denn den Jugendverband kennen. Grundsätzlich machten wir deutlich: wer wirklich was ändern will, wer gegen Faschisierung, Weltkriegsgefahr und globale Umweltkatastrophe kämpfen will, ist hier richtig. Das machte sofort neugierig und wir sammelten Adressen, um zu einer Vorstellung des Rebells einzuladen. Die Schüler und Schülerinnen kamen von ganz unterschiedlichen Schulen aus Kassel und dem Landkreis und waren sehr mobilisiert. Ihre Motivation: wir geben uns nicht her für deren Kriege! Ausführlich konnten wir mit einigen über die Ursachen der Kriege diskutieren, v.a. auch aktuell über den Angriffskrieg im Nahen Osten! Jetzt heißt es, die interessierten Jugendlichen zügig einzuladen und einen Termin für die Vorstellung zu vereinbaren."
„In Heilbronn: Die älteren Rotfüchse hatten sich mit selbst gemalten Plakaten gut vorbereitet und standen auch der Lokalpresse Rede und Antwort.“ Und: „Etwa 600 Schüler und Schülerinnen demonstrierten lautstark und kämpferisch durch die Rostocker Innenstadt. Die Demonstration war ein breites Bündnis aus allen linken Jugendorganisationen. Wir Rebellen haben die Demonstration auch unterstützt. Dabei haben wir auch darüber diskutiert, wie Kriege entstehen und über die Perspektive des Sozialismus. Viele bedankten sich, dass sie mehr Klarheit erhalten haben und stimmten zu, dass der Sozialismus richtig ist. Unsicherheit gab es noch bei der Frage, dass man sich dafür richtig organisieren muss. Großes Interesse weckte unsere Gaza-Soli-AG und auch die selbstgemachten Pins, die wir gegen Spende abgegeben haben. Mehrere Jugendliche wollen zur AG kommen und den REBELL kennenlernen. Am Ende der Demonstration gab es ein kleines Konzert der lokalen antifaschistischen Band “Les Bumms Boys”, dessen Liedtexte vor allem die internationale Solidarität betonten. Auch das Wetter war richtig geil.“
Überall diskutierten die Jugendlichen gern und interessiert mit älteren Teilnehmern, auch von der MLPD.
Zwei krasse Vorfälle dürfen nicht verschwiegen werden: In NRW nahm die Polzeit einen Demonstranten fest, der auf einem Pappschild die Forderung trug „Merz stirb doch selber an der Front!“ Und in München, wurden einige Jugendliche in Polizeiwagen verfrachtet und in ihre Schulen zurückgefahren: Sie seien ja noch schulpflichtig! Auch in Gelsenkirchen gab es Polizeiübergriffe.
In Köln versuchte eine jugendliche AfD-Clique Stimmung zu machen und forderte: „Wir müssen doch unser Land verteidigen!“ Es entbrannte mit den Umstehenden schnell eine intensive Diskussion: „Unser Land? Wem gehören denn die Fabriken?“ „Wem gehört Grund und Boden?“ „Was gehört denn dir selber? Dein Smartphone? Meinst du, das will einer haben?“ „Hitler hat ganz Europa angegriffen, willst du das wieder machen?“ Usw. usw. Nach 10 Minuten zog diese Clique ab und ward nicht mehr gesehen.
Am 18.04. soll in Essen eine zweite Schulstreikkonferenz gegen die Wehrpflicht stattfinden. Dort muss es um weiter gehende Forderungen und Aktionen gehen. Auch die zentrale Schulstreik-Leitung, die die Texte auf der Homepage verantwortet und herausgibt, muss demokratisch gewählt werden.
Am 8. Mai, dem 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa, der in vielen Ländern ein Feiertag der Befreiung vom deutschen Faschismus ist, soll der nächste bundesweite Streiktag stattfinden! Die Vorbereitung für beide Aktionen beginnt jetzt!
Vielen Dank für die Korrespondenzen! Wir werden noch weitere veröffentlichen.