Reederei-Monopole

Reederei-Monopole

Verschärfte Konkurrenz unter Krisen- und Kriegsprofiteuren

Im Zuge des gegenwärtigen Kriegs im Mittleren Osten erfolgte die Sperrung der Straße von Hormus, einer für die Weltwirtschaft zentralen Schifffahrtsroute. Nun kündigten die vom neuimperialistischen Iran geförderten Huthi-Milizen in Jemen an, als Vergeltung der Angriffe auf den Iran, Frachter im angrenzenden Roten Meer zu beschießen. Damit ist mit dem Suez-Kanal eine weitere zentrale Schifffahrtsroute der Weltwirtschaft unmittelbar betroffen.

hs
Verschärfte Konkurrenz unter Krisen- und Kriegsprofiteuren
Ein MSC-Schiff am Hamburger Burchardkai (foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0)

In „normalen“ Zeiten werden bis zu 15 Prozent der internationalen Seefracht durch den Suez-Kanal verschifft. Diese Durchfahrt war jedoch bereits mit dem Krieg Israels gegen die Palästinenser in Gaza weitgehend eingeschränkt und ist erst zum Jahreswechsel wieder recht frei befahrbar für große Fracht- und Containerschiffe. Ohne diese Durchfahrt, muss der rund 5.500 Kilometer lange Umweg um Afrika genommen werden.

 

Doch ist dies nicht immer unbedingt von Nachteil für die größten Reederei-Monopole auf der Welt, wie ein Artikel in der Neuen Züricher Zeitung aufdeckt. Kurze Seewege haben auch zur Folge, dass mehr Frachtraum schneller wieder frei wird und für eine profitable Verwertung schnell wieder gefüllt werden muss. Doch es fahren bereits sehr viele Containerschiffe auf den Weltmeeren herum, die sich um die Verschiffungsaufträge balgen. Und die großen Reederei-Monopole haben noch viele neue Frachter bestellt, was den internationalen Konkurrenzkampf unter ihnen noch weiter verschärft und anheizt.

 

Bis 2029 werden Auslieferungen neuer Containerschiffe mit einem Volumen von 35 Prozent der derzeit verfügbaren Kapazitäten erwartet. Und wenn der Suezkanal voll genutzt wird, wäre das so, als wenn weitere etwa zehn Prozent an Kapazität frei würden. Die weltweit größte Containerreederei Mediterranean Shipping Company (MSC) hat mit dem Aufkauf von gebrauchten Schiffen ihren Marktanteil aggressiv auf 21 Prozent ausgebaut und neue Schiffe im Umfang von 30 Prozent ihrer existierenden Flotte bestellt.

 

In der jüngsten Zeit fielen, auch in Verbindung mit dem Freiwerden von kürzeren Seewegen, die Frachtpreise und kostet die Verschiffung eines 40-Fuß-Containers im Durchschnitt von acht globalen Seewegen nur noch rund 2.000 US-Dollar. Während der Corona-Pandemie waren es in der Spitze dagegen mehr als 10.000 US-Dollar und während der Krisentwicklung im Roten Meer im Jahr 2024 noch fast 6.000 US-Dollar.¹

 

Mit längeren Routen können auch höhere Preise verlangt und diktiert und damit weitere Maximalprofite realisiert werden. Was für ein Widersinn – jedoch ein äußerst profitables Geschäft für die führenden Reederei-Monopole. Der Kampf um den Weltfrieden, gegen Faschismus und Weltkriegsgefahr, muss auch gegen diese Krisen- und Kriegsprofiteure gerichtet sein!