Dokumentiert

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Ostthüringer Zeitung berichtet über Dieter Ilius

Die Ostthüringer Zeitung aus Gera hat am 16. Februar über Dieter Ilius, Sprecher der MLPD Gera, und seinen Kampf für die Wiederaufnahme der Ermittlungen nach dem Mordanschlag auf ihn und seine Frau berichtet. Die Rote Fahne Redaktion bringt Auszüge:

Dieter Ilius ist streitbar, unbequem, für manche sicher anstrengend. Aber vor allem ist er eines: hartnäckig. Seit fast zwei Jahren führt er einen Kampf mit oder besser gegen die Behörden. Der Ausgang nahm alles nach, laut Ilius „feigen, lebensgefährlichen Anschlägen“ nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen seine Frau und weitere Mitglieder der Marxistisch-Leninistischen Partei MLPD. Inzwischen spricht er von einem „politischen Skandal“.


Es war der 17. Mai 2024. Dieter Ilius fuhr mit seiner Frau von Gera über Erfurt nach Südthüringen, als sie auf einmal Schleifgeräusche am Auto bemerkten. „Wir sind langsam noch etwas weiter gefahren und haben unsere Übernachtung aufgesucht“, erzählt er. Als sie mit einem Zeugen am Auto danach schauten, stellten sie fest, dass Radmuttern locker waren. Der Vermieter ihrer Übernachtung half, zog die Mutter wieder fest. Nach ihrer Rückkehr habe auch eine Geraer Werkstatt zudem eine in den Reifen gedrückte Tackernadel entdeckt, die zum Luftverlust im Reifen geführt habe. Ein Polizeibeamter habe dies später als „hochkriminell“ bezeichnet.

Mehrmals gelockerte Radmuttern bei MLPD-Wahlkämpfern

Der gelernte Energieanlagenelektroniker geht von einem „bedingten Tötungsvorsatz“ aus. Es war gerade Europawahlkampf. Der Anschlag, ist der damalige MLPD-Kandidat überzeugt, muss passiert sein, als er zuvor sein – dank Parteiwerbung nicht zu übersehendes – Auto wie gewöhnlich nahe seiner Wohnung abstellte. Dazu kommt: Wenige Tage vor dem Vorfall seien Dieter Ilius und seine Frau von Rechtsextremen nach einem Wahlkampfpodium bedroht worden: „Eure Namen merken wir uns“, hätten sie gesagt. Ilius erzählt, dass zwei weitere MLPD-Kandidaten zu der Zeit Ähnliches widerfuhr. …

 

Nach der Anzeige begann für den heute 77-Jährigen das eigentliche Problem. Aus seiner Sicht habe die Polizei nie wirklich ermittelt. Er kritisiert, dass es erst knapp zwei Wochen nach seiner Anzeige einen Zeugenaufruf per Pressemitteilung gab – und womöglich nur, weil Ilius einen Tag zuvor bei der Polizei diesen eingefordert hatte. …


Doch die Kritik von Ilius geht noch weiter: Die Polizei habe „trotz konkreter Hinweise auf das erkennbare Täterumfeld“ nie wirklich ermittelt – obwohl sein Anwalt selbst Hinweise auf weitere Ansätze gab. Im Oktober 2024 wurde sein Verfahren stattdessen eingestellt. …

 

Aber Dieter Ilius gibt nicht auf. … “Wir haben ein Recht als Bürger, dass nach einem Anschlag auf das Leben gründlich ermittelt und allen Ansätzen nachgegangen wird. Wir sind als MLPD-Mitglieder kein Freiwild.“ Daher legte er Dienstaufsichtsbeschwerde beim Innen- und beim Justizministerium ein. … Demnach lehnte die Generalstaatsanwaltschaft die Dienstaufsichtsbeschwerde ab. Das Ministerium sieht „offenbar keine Hinweise“ für einen Tötungsvorsatz. …

 

Dieter Ilius spricht nun von einem „politischen Skandal“ und von „voreingenommenen Teilen der Polizei, wenn es um rechte Straftaten gegen Linke, insbesondere MLPD‑Mitglieder, geht“. Für ihn geht der Kampf weiter. Die Ostthüringer IG Metall unterstützt seine Forderungen. ...


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