Nahostkrieg
"Ohne einen Krieg von außen fällt das Regime im Iran nie!" – oder?
"Ohne einen Krieg von außen fällt das Regime im Iran nie! Das Volk kommt dagegen nicht an, das Regime ist viel zu stark." – so die verzweifelte Meinung mancher Iraner, die sich mit vollem Recht gegen das Mullah-Regime stellen.
Doch Trump und Netanjahu greifen keineswegs in einer Situation an, in der das iranische Regime fest im Sattel sitzt.
"Die Erhebung (vom Januar) hat ein Feuer entfacht, das nicht gelöscht werden kann … das Regime überlebt jetzt nur noch durch Gewalt gegen eine aufgebrachte Bevölkerung“ – so Hassan Mahmoudi, Iran- und Nahostforscher, im Januar.
"Das Regime … ist derzeit an seinem schwächsten Punkt seit langer Zeit, wahrscheinlich seit den 1980er-Jahren“, so Arian Tabatabai, Politikwissenschaftlerin aus Washington D. C., im Februar.
Das Regime im Iran war bereits massiv geschwächt – und das ist wesentlich das Ergebnis des langanhaltenden und mutigen Kampfs der iranischen Arbeiterklasse und der iranischen Massen. Wenn Trump und Netanjahu nun einen Regimechange anstreben, dann ernten sie die Früchte des Kampfs von Hunderttausenden Menschen, die seit Jahren und Jahrzehnten um Freiheit und Demokratie, ja teilweise auch um Sozialismus ringen.
Die Früchte dieses opferreichen Kampfes gebühren den kämpfenden Volksmassen – und nicht dekadenten Dealmakern, die – wären sie zufällig im Iran zur Welt gekommen – wohl auch einen Turban tragen und Frauen das Kopftuch befehlen würden.