Beeindruckender Internationaler Frauentag
„Nein, unsere Töchter und Söhne bekommt ihr nicht für Eure Kriege!“
„Nein, unsere Töchter und Söhne bekommt ihr nicht für Eure Kriege!“ So eine Sprecherin der MLPD bei der Kundgebung in Tübingen auf dem Marktplatz unter starker Zustimmung der Teilnehmerinnen.
Angesichts der gefährlich gewachsenen Gefahr eines Dritten Weltkrieges wurde dieses Thema auf den Kundgebungen und Veranstaltungen zum 8. März in vielen Städten aufgegriffen. Die kämpferische Frauenbewegung muss sich den Kampf gegen Faschismus und Kriegsgefahr auf die Fahnen schreiben, ihre Verantwortung, Teil der internationalen Friedensbewegung zu werden, übernehmen.
In diesem Jahr gingen wesentlich mehr Frauen auf die Straße. Organisatorinnen waren breitere Zusammenschlüsse von Frauenorganisationen, Parteifrauen und Einzelfrauen, Fraueneinrichtungen wie Frauenhäuser und Beratungsstellen, Migrantinnenorganisationen. Beteiligt waren immer auch solidarische Männer. Weit über die tagespolitischen Themen hinaus wurde diskutiert; kulturvoll waren die Aktionen umrahmt.
Veranstalterinnen in Berlin kritisieren patriarchale Strukturen, "eine an Profitmaximierung orientierte Gesellschaft, ebenso wie die Ideologie, nach der jede Person ihres eigenen Glückes Schmiedin sei. Gefordert wird ein Leben ohne Angst, ohne Ausbeutung und Unterdrückung.“ (Aus der Ankündigung zur Demonstration). Die Frage nach einem Ausweg aus Krieg, globaler Umweltkatastrophe, Armut, Gefahr des Faschismus steht auf der Tagesordnung. Diese wird auf vielen Kundgebungen und Demonstrationen gestellt.
Aus Düsseldorf berichtet eine Korrespondentin: "Was die Demo von Anfang an prägte, waren ihre internationalistischen Teilnehmerinnen. Besonders die große Zahl kurdischer Teilnehmerinnen in ihren prächtigen Gewändern, samt Gesang und Tanz vor der Bühne, nahm die sozialistische Tradition des Internationalen Frauentags auf. Auch viele Palästinenserinnen waren gekommen, obwohl der Fastenmonat Ramadan noch manche daran hinderte. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten ihre große Besorgnis und den Willen zum Widerstand gegen den von den USA und Israel vom Zaun gebrochenen neuen Nahostkrieg. In der Demonstration selber reihte sich der Lautsprecherwagen der MLPD ein. Mit Beiträgen von IG-Metallerinen, GEW- und Courage-Frauen, ICOR und MLPD wurden Sprechchöre unterstützt: Immer wieder 'Jin, Jihan, Azadi – Frau, Leben, Freiheit' für die Massen im Iran und natürlich 'Hoch die internationale Solidarität'. Besonders interessant war der Beitrag einer Lehrerin, zusammen mit einer Schülerin zum Kampf gegen die Wehrpflicht. Sie berichteten, dass die Teilnahme am Schulstreik am 5.3. an ihrer Schule als 'unentschuldigte Fehlstunde' sogar ins Zeugnis eingetragen werden soll. Dagegen wurde noch auf der Straße eine Protestresolution verfasst und abgestimmt. Und nicht nur Courage-Frauen schlossen sich dem Ruf an: 'Unsere Kinder kriegt ihr nicht für euren Krieg!'"
Aktivistinnen der Hagener Gruppe des Frauenverbands Courage berichten: "In Hagen begingen über 40 Frauenorganisationen den Internationalen Frauentag schon am 7. März. Die meisten nahmen mit Infoständen in einer Einkaufspassage teil. Der Frauenverband Courage präsentierte sich einladend davor. Wunderschönes Frühlingswetter hatte viele Menschen in die Cafés gelockt. Da stieß die Kundgebung von Courage auf Aufmerksamkeit. Große Sorge bereiten vielen Menschen die sich ausweitenden Kriege. An die tausend fehlende Kitaplätze in Hagen machen es jungen Müttern oft unmöglich, arbeiten zu gehen. Sie würden Kanzler Merz gerne zu dieser Art aufgezwungener Lifestyle-Teilzeit einladen. Auch die Zukunft des Gazastreifens beschäftigte viele. Für die gynäkologische Abteilung des künftigen Al-Awda-Krankenhauses im Gazastreifen kamen 93 € zusammen. Auf besondere Empörung stößt in Hagen ein kürzlicher Femizid. Am 21. Februar wurde eine junge fünffache Mutter von ihrem Partner kaltblütig erstochen. Er reagierte dermaßen frauenverachtend und mörderisch auf ihre Absicht, sich von ihm zu trennen. Der Verein „Frauen helfen Frauen Hagen e.V.“ stellt zunehmende Gewalt gegen Frauen fest und betont die Notwendigkeit, die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt gegen Mädchen und Frauen begünstigen, grundlegend zu verändern. In zahlreichen Gesprächen konnten wir das besondere Profil unseres Frauenverbands vorstellen und Interesse wecken, gemeinsam organisiert in Verbindung zu bleiben."
Die MLPD Vertreterin auf der Kundgebung in Tübingen sagte, dass die Befreiung der Frau nur in einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung möglich ist, dem echten Sozialismus, ganz im Sinne Clara Zetkins, der Ideengeberin des internationalen Frauentags. Internationale Solidarität mit dem palästinensischen Volk, mit den afghanischen Frauen, mit den vom Krieg im nahen Osten betroffenen Menschen waren Markenzeichen vieler Aktionen zum 8. März.
Wie wichtig diese Solidarität ist, unterstreicht die palästinensische Kämpferin Mariam Abbu Daqqa aus Gaza, derzeit im Kairoer Exil lebend: "Anlässlich des Internationalen Frauentags sind wir palästinensischen Frauen nach wie vor einer neuen Form des Völkermords ausgesetzt, und das betrifft nicht nur Frauen, sondern das gesamte palästinensische Volk. Die derzeitige kriminelle Aggression der USA und Israels gegen den Libanon und den Iran zielt darauf ab, die Ressourcen der Nationen, insbesondere der arabischen Welt, zu beherrschen. Deshalb stehen palästinensische Frauen Schulter an Schulter im Widerstand gegen Imperialismus, Zionismus und Besatzung und kämpfen für Selbstbestimmung, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Völker und gegen imperialistische Kriege. Wir führen zahlreiche Aktivitäten durch, um diese Aggression aufzudecken und Solidarität für die Freiheit aller Völker zu demonstrieren, darunter Demonstrationen, weltweite Zoom-Seminare und Solidarität mit weiblichen Gefangenen in israelischen Gefängnissen und auf der ganzen Welt. An die Medien, über Satellitenkanäle, Radio und persönliche Treffen mit Frauen, meine revolutionären Grüße an Sie. Ich hoffe, dass es internationale feministische Demonstrationen gegen den Krieg und zur Unterstützung palästinensischer Frauen weltweit geben wird."
Eine eindrucksvolle Erklärung mutiger Frauen aus Afghanistan erreichte uns über die United Front; wir haben sie hier veröffentlicht.
Rote Fahne News wird morgen weiter berichten, auch mit "Blick in die Welt".