Pressemitteilung der Montagsdemo Saarbrücken
Montagsdemo und Protestkundgebung gegen Nahostkrieg
Diese Pressemeldung zur 538. Saarbrücker Montagsdemo in Saarbrücken, die am 2. März stattfand und der sich eine Protestkundgebung des Friedensnetzes, des Bündnisses solidarische Linke Saarland und der DFG-VK anschloss, hat Sabine Fricker, Sprecherin der Montagsdemo, verfasst:
MontagsdemonstriererInnen eröffneten um 18 Uhr vor der Europa-Galerie mit ihrem offenen Mikro die aktuelle Aktion zum Kampf um den Weltfrieden.
„Der Nahe Osten brennt! … Muss man das so verstehen, dass vor dem Hintergrund dieser imperialistischen völkerrechtswidrigen Aggression unsere Alltagssorgen, unsere Tarifkämpfe und betrieblichen Auseinandersetzungen, unser Kampf gegen Sozialabbau in den Hintergrund treten? Nein – denn der Ölpreis ist bereits am dritten Tag des Krieges um 10 Prozent gestiegen, Konzerne wie die ZF steigern die Ausbeutung durch Zeitarbeitsverträge und Arbeitsplatzvernichtung für ihren Vorteil im weltweiten Konkurrenzkampf. Deshalb gilt: Wir müssen uns einreihen in die wachsende weltweite Bewegung gegen Faschismus, Krieg und Ausbeutungsoffensive. Die Zusammenhänge zu erkennen und sich bewusst darin zu organisieren, das ist das Gebot der Stunde. Auch deshalb schließen wir uns direkt der hier folgenden Kundgebung der hiesigen Friedensbewegung an“, so die Einleitung.
Das offene Mikro wurde vielfältig genutzt und in der ganzen Zeit kamen mehr Menschen zusammen – mehr als 100 Teilnehmende waren es dann zur Kundgebung von Friedensnetz, Bündnis solidarische Linke Saarland und DFG-VK.
In den folgenden sachkundigen und emotionalen Redebeiträgen wurde der Überfall auf den Iran eindeutig verurteilt und ein sofortiges Ende der Bombardements gefordert.
Vor allem war die Kundgebung eine leidenschaftliche Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts der Bevölkerung im Iran, ihres Rechtes, selbst für Demokratie, Freiheit und eine lebenswerte Gesellschaft zu kämpfen. Eine Rednerin mit iranischen Wurzeln, Aktivistin der Gaza-Solidarität, nahm da kein Blatt vor den Mund. Sie kritisierte die monarchistische Richtung scharf und zitierte aus prominenten monarchistischen Kreisen der USA, wonach man sich für Iran „eine Monarchie nach dem Vorbild Saudi-Arabiens“ vorstelle. Dass deutsche Medien dieser Richtung derart Raum geben, habe System, hieß es.
Andere Redner setzten sich damit auseinander, dass niemand der getöteten faschistischen Führung eine Träne nachweine – im Gegenteil! „Aber die Genugtuung über deren Ende täuscht mich nicht darüber hinweg, dass hier ein barbarischer Krieg durch die Hauptkriegstreiber USA losgetreten wurde. Ich wünsche mir nicht nur Freiheit für den Iran. Ich wünsche mir ein demokratisches Zusammenleben und Freiheit in allen Ländern, von Chile und Venezuela – ja, über den ganzen Erdball. Das geht nicht mit solchen Herrschenden, das geht nur ohne sie“, sagte ein junger Mann, ganz überwältigt von den Ereignissen.
All das stärkte auch den anwesenden iranischen Friedenskämpfern den Rücken in ihrer klaren demokratischen Haltung gegen den Trump / Netanjahu–Faschismus.
Neben vielen Transparenten und Schildern gab es Parteifahnen von der DKP, dem BSW, und von Die Linke sowie von der MLPD zu sehen.
Eine nächste Friedenskampf-Aktion soll in zwei Wochen stattfinden: am 16. März. Die nächste Montagsdemo ist dann am Montag, den 6. April. Haltet Euch bereit!