Dokumentiert
Millionen-Fiasko um illegale Deponie in Gelsenkirchen
Eine gigantische illegale Deponie in Gelsenkirchen sorgt im Ruhrgebiet für Streit. Recherchen von CORRECTIV zeigen: Der Müll stammt teilweise von kommunalen Betrieben. Einem von ihnen drohen nun Kosten in Millionenhöhe. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
Am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen befindet sich eine der wohl größten illegalen Deponien in Deutschland. Aschen aus einer Müllverbrennungsanlage türmen sich neben Bergen aus Schutt und anderem Unrat von Baustellen. Die Menge, die auf einem ehemaligen Betriebsgelände zwischen dem Hafen Grimberg und einem Naturschutzgebiet lagert, ist gigantisch: insgesamt rund eine Million Tonnen Dreck. Umgerechnet in LKW-Ladungen: ca. 40.000 Transporte.
Früher gab es hier zwei Entsorgungsanlagen, die die Müllmassen sortieren und anschließend verwerten sollten. Doch irgendwann wurde offenbar nur noch angehäuft. Die Bottroper Unternehmensgruppe Becker, die für den Betrieb der Anlagen verantwortlich war, hat sich längst zurückgezogen. Seit etwa acht Jahren liegt das Gelände brach. Mehrere Firmen der Becker-Gruppe sind pleite. Die Kosten für die Bereinigung dieses Müllskandals werden wohl andere zahlen müssen.
Der Müll kam aus Nachbarstädten – und von Gelsenkirchens eigenem Entsorgungsbetrieb
Die Stadt Gelsenkirchen hat es dabei auf diejenigen abgesehen, die den Müll einst produziert und angeliefert haben. Recherchen von CORRECTIV zeigen: Für einige Betroffene könnte dies sehr teuer werden.
Im Fall der Aschen streiten sich bereits zwei deutsche Großkonzerne, wer sich darum kümmern muss. Bei den anderen Abfällen war die Herkunft lange Zeit gar nicht klar. Unterlagen, die CORRECTIV vorliegen, belegen nun: Ein Teil des Mülls könnte von kommunalen Betrieben aus den Nachbarstädten stammen, ein anderer Teil aus der Ruhrindustrie.
Entsorgung kostet Millionen
Eine beträchtliche Menge kam wohl aber auch aus Gelsenkirchen selbst. Der städtische Entsorgungsbetrieb Gelsendienste rechnet bereits mit Millionen-Kosten.