Maximalprofite
Im Iran ist Krieg - und in Deutschland steigen die Preise
Es war natürlich zu erwarten: Der Überfall der US-Imperialisten und israelischen Zionisten auf den Iran wurde mit Windeseile ausgenutzt, um einen Rekordpreis bei Benzin und Öl zu rechtfertigen. Aber wie schon die Erfahrung des Ukrainekriegs zeigte: Es wird wohl noch schlimmer kommen.
"Ein mal volltanken, bitte!" Wer kann, der füllt lieber heute als morgen seinen Tank auf, denn die Preise steigen mal wieder täglich. Schon am Montag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.
Dass die Preise nach oben getrieben werden, hat zumindest aktuell aber noch keinen materiellen Grund; es ist nicht so, als wäre der Ölmarkt zum Erliegen gekommen oder als wären die vorhandenen Quellen nicht auch in der Lage, einen mittelbaren Produktionsausfall aus dem persischen Golf zu kompensieren. Aktuell, das kann man nicht anders sagen, machen sich die Ölkonzerne einfach nur zu Kriegsprofiteuren - schließlich sind sie, nach den Rüstungsmonopolisten, das zweitschmutzigste Gewerbe der Welt, also keine falsche Bescheidenheit. Die Leute müssen's ja zahlen, denn sie müssen ja zur Arbeit, müssen einkaufen können!
Und das, obwohl Öl aus der Kriegsregion auf dem deutschen Markt keine wesentliche Rolle spielt, wie auch der Wirtschaftsverband "Fuels und Energie" freimütig zugibt: "Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien." Man könne sich deswegen sicher sein: "Versorgungsengpässe sind nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff". Deutschland bezieht Rohöl aus rund 30 Ländern.
Trotzdem plant die Bundesregierung laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche keine Spritpreisbremse zur Entlastung von Autofahrern: "Das steht nicht auf der Agenda", sagte die CDU-Politikerin in München vor Eröffnung der Handwerksmesse. Womit begründet sie das? "Wir sehen keine Knappheiten bei Öl." Das stimmt natürlich, steht aber nun einmal in keinem logischen Zusammenhang mit den Spritpreisen. Die Regierung, die ohne weiteres Milliarden für alles aus dem Ärmel schütteln kann, was Menschen töten kann oder die Monopole fördert, hat natürlich kein Geld dafür, diese Menschen vor der Gier der Ölmonopole zu schützen.
Reale Inflation zieht an: Es bleibt nicht nur beim Sprit
Da sich die Ölindustrie die Gelegenheit auf eine größere Marge aber nicht entgehen lässt, steigen dann auch absehbar die Energiekosten allgemein an. Das wiederum wird dann im Handel zur Entschuldigung dienen, um die Preise der Lebensmittel und Konsumgüter weiter hoch zu treiben. Die entsprechenden Rechtfertigungen sind schon geliefert: „Natürlich könnte der Krieg Kosteneffekte bei Lebensmitteln nach sich ziehen. Die Beschaffungswege sind kosten- und energieintensiv“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts IFH Köln gegenüber der Wirtschaftswoche.
„Produkte, die aus der Region importiert werden, werden vermutlich sprunghaft im Preis steigen“, sagte der Professor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn. Die Mehrkosten, die durch langwierige Umwege beim Transport oder durch Ausfall von Lieferungen entstehen, werden die Handelsketten skrupellos an die breite Masse ihrer Kunden durchreichen. Sobald solche Kosten real entstehen, werden die Preise also nochmal deutlich anziehen.