Schulboykott

Schulboykott

Gelsenkirchen: Ein Anfang und interessante Diskussionen

In Gelsenkirchen fanden sich zeitweise bis zu 75 Protestierende ein, davon gut die Hälfte Jugendliche. Für den ersten Schulboykott gegen diese Wehrpflicht in Gelsenkirchen ein wichtiger Anfang.

Von einer Korrespondentin
Gelsenkirchen: Ein Anfang und interessante Diskussionen
Am Startpunkt Heinrich-König-Platz (rf-foto)

Die Initiative ging von einzelnen Schülern aus Gelsenkirchen aus. Die Masse der Teilnehmer waren Jugendliche aus Dorsten und Essen-Stoppenberg. Sichtbar mit Fahnen nahmen an Organisationen teil: Internationale Jugend, REBELL, Rote Jugend, eine Vertreterin von Ver.di. Kräfte von Solid, MLPD, DKP, VVN-BdA und Einzelpersonen waren auch dabei.

 

Zu Beginn sprachen u. a. ein Sprecher von "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Zu Recht prangerte er an, dass die Bundesregierung Milliarden für Rüstung und Bundeswehr investiere, während für Schulen und Bildung kaum was übrig bleibt. Oft wurde betont, dass man "sich als Jugendlicher nicht in den Krieg zwingen lassen wolle". Doch es ist ja nicht besser, "freiwillig" für eine imperialistische Armee zu kämpfen! MLPD-Genossen und Rebellen diskutierten mit Jugendlichen, dass man diese Wehrpflicht in erster Linie ablehnen muss, weil sie der Weltkriegsvorbereitung dient.

 

Avanti Gelsenkirchen (eine offene antifaschistische und antikapitalistische Gruppe) und die Internationale Jugend waren klar antiimperialistisch und antifaschistisch. In den offensiven Parolen wurde die Beteiligung der Bundesregierung an den aktuellen Kriegsherden der Welt klar benannt. Die Vertreterin des REBELL informierte über den Streik der Hafenarbeiter in Griechenland gegen den aktuellen Krieg USA gegen Iran.

 

Etliche Jugendliche, ob organisiert oder nicht, bezeichneten sich als Revolutionär oder Sozialist – dem gegenüber stand, dass die Diskussion über die gesellschaftliche Perspektive des echten Sozialismus noch tiefer und systematischer geführt werden muss. Wir warben für die Teilnahme an der Podiumsdiskussion für eine sozialistische Jugendbewegung auf dem 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen (mehr dazu hier).

 

Der Hammer war, dass die Polizei den Veranstaltern untersagte, den Protest auf die Straße zu tragen, und die Demonstrationsteilnehmer auf den Gehweg zwang. Der REBELL unterstützte die Anmelder, hier offensiv vorzugehen und auf demokratische Grundrechte zu pochen. Lautstark protestierten wir gegen Einschüchterungsversuche seitens der Polizei.