Rojava / Syrien

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Freiheit für Eva Maria Michelmann und Ahmed Polad

Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert ein aktuelles Statement von Rotraut Hake Michelmann („Rotraut“, Mutter) und Dr. Antonius Michelmann („Toni“, Bruder) zur Entführung von Eva Maria Michelmann.¹

Freiheit für Eva Maria Michelmann und Ahmed Polad
Eva Maria Michelmann und Ahmed Polat (foto: Peoples Bridge / ANF)

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kölnerinnen und Kölner, danke für die Gelegenheit, hier zu sprechen. Meine Tochter Eva-Maria, meine Schwester Eva, ist eine mutige Kölner Journalistin. Im Januar 2026 hielt sie sich in Al-Raqqa, in Syrien, auf. Sie berichtete aus der selbstverwalteten, demokratischen Region in Nordostsyrien – genannt Rojava. Eva berichtete aus einem Brennpunkt des Weltgeschehens, für das fortschrittliche Nachrichtenportal ETHA.


Am 18. Januar wurde sie in Al-Raqqa / Syrien von Kräften der syrischen Übergangsregierung des Präsident Ahmed al-Scharaa festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Zuge einer militärischen Offensive der syrischen Armee gegen die demokratische Selbstverwaltung. Seither fehlt von ihr jedes Lebenszeichen.

 

Eva ist eine von vielen. Eva wurde zusammen mit dem türkisch-kurdischen Journalisten Ahmed Polat verschleppt (Kurdistana Azad, Özgür TV). Insgesamt werden noch mehrere Hundert Menschen vermisst.


Eva hat ein großes Herz. Sie hat sich immer schon für Menschen eingesetzt, denen es schlecht ging. Wenn sie gebraucht wird, packt sie an. Bei Sozialberatungen oder der Flüchtlingssolidarität, in Kölner Jugendheimen, bei Frauen mit gewalttätigen Männern, bei Straßenkindern in Caracas oder im Freundeskreis. Man kann sich immer auf sie verlassen.


Ungerechtigkeiten sind Eva zutiefst zuwider. Eva ist eine glühende Antifaschistin.


Kein Wunder also, dass sie aus dem Brennpunkt des antifaschistischen Kampfes in Rojava berichtete. Einmalige demokratische Rechte und Freiheiten wurden dort erkämpft, Besonders auch Frauenrechte. Und im Umweltschutz.


Das hat heute weltweite Bedeutung. Überall fragen sich die Menschen, wo es hingehen soll. Wir stehen heute so nah an einem Dritten Weltkrieg, wie seit dem letzten Weltkrieg nicht: Ukraine, Palästina, Venezuela, Iran, und viele weitere Länder sind Beispiele.

 

Eva steht für die internationale Solidarität der Völker – so wie all die fortschrittlichen Menschen die sich heute mutig gegen Faschismus und Krieg stellen.


Sie stehen dabei mit Rojava für eine positive Antwort, wie der Faschismus besiegt werden kann - durch die Einheit der Völker gegen jeden Faschismus – gegen jeden imperialistischen Kriegstreiber.


Wir brauchen eine breite Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg und für die Rettung unserer natürlichen Lebensgrundlagen – von Kirchen bis Kommunismus – von Irak bis Iran, von Palästina bis Rojava, von Minneapolis bis Europa.


Unzählige Menschen auf der Welt teilen heute mit uns die Ungewissheit, die Trauer über den gewaltsamen Verlust von geliebten Menschen.


Aber wir teilen auch den Stolz auf mutige und solidarische Menschen wie Eva Maria und Ahmed. Und die Zuversicht, dass eine solidarische, gerechte Gesellschaft und damit auch die Befreiung der Frau erreicht werden kann.

 

Das Auswärtige Amt wurde dringend gebeten und aufgefordert, mit der Regierung des syrischen Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa Kontakt aufzunehmen, um die zeitnahe Freilassung meiner Tochter und meiner Schwester Eva Maria Michelmann zu erreichen. Das wurde uns über die Anwälte zugesichert.

 

Die Rojava-Regierung setzt sich vor Ort für die Freilassung aller Verschleppten ein. Im Namen von Eva Maria bitten wir – als ihre Angehörigen – euch um eine Spende. Für die medizinische Hilfe in Rojava, für das Gesundheitszentrum, das dort 2015 durch 177 internationale Brigadisten gebaut und übergeben wurde. Es steht für die internationale Solidarität, für die auch Eva so brennt.

 

Vielen herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit

 

  • und viel Erfolg uns allen im Kampf für eine solidarische Welt.
  • Und für die Freiheit von Ahmed und Eva!

 

Hier kann man für Medikamente für das Gesundheitszentrum in Kobanê / Rojava spenden