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Dombesuch nicht mehr kostenfrei - Katholische Kirche fein heraus

Domprobst Guido Assmann gab vorgestern bekannt, dass der Zugang zum Kölner Dom erstmals in seiner 800-jährigen Geschichte Eintritt kosten soll - zumindest für Besucher, die weder zum Gottesdienst noch zum Kerzenspenden wollen.

Korrespondenz aus Köln

Zu Recht empören sich viele Kölnerinnen und Kölner, die durchaus selbst öfter mal den Dom wegen seiner baulichen und künstlerischen Meisterleistungen  besuchen oder auch nur wegen der einzigartigen Atmosphäre: "Die Kirche hat doch genug Geld - warum sorgt sie nicht für freien Eintritt?"

 

Doch die Katholische Kirche hat vorgesorgt. Der Dom gehört formell gar nicht mehr ihr, sondern verwaltet sich selbst. Er ist juristisch eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und muss mit seinen laufenden Einnahmen - zuletzt 13,97 Millionen Euro im Jahr 2024 - klarkommen. Davon kommen gerade mal 4,34 Millionen vom Erzbistum Köln, das seine Einzahlungen in dieser Höhe bezeichnenderweise gedeckelt hat. Die Steuerzahler trugen über das Land NRW zuletzt 1,11 Millionen und über die Stadt Köln weitere 200.000 bei, 2,65 Millionen kamen aus schon bestehenden Eintrittspreisen für Turmbesteigung und Schatzkammer, 4,3 Millionen vom Dombau-Verein, der Rest aus Miet-, Pacht- und Kapitalerträgen sowie Spenden und Kollekten. Mit den seit Jahren steigenden Ausgaben - unter anderem für die umfassenden Bau- und Instandsetzungsarbeiten - hat die Katholische Kirche damit nur noch eingeschränkt zu tun.

 

Da sage noch jemand, die Kirche sei in Kapitalfragen unbedarft. Sie hat sich längst vom staatsmonopolistischen "Normalbetrieb" abgeguckt, wie man sich per "Privatisierung" lästiger Ausgaben entledigt und diese auf die Allgemeinheit abwälzt. Der Kölner Kardinal Rainer Wölki formuliert es so: "Ich habe großen Respekt, dass sich das Domkapitel den wirtschaftlichen Herausforderungen am Dom stellt, auch wenn dies mit schwierigen Entscheidungen verbunden ist, so wie jetzt."

 

Er und sein Erzbistum sind dagegen fein raus, können natürlich den Dom weiterhin für ihre Eigenwerbung großzügig nützen, müssen trotz steigender Kosten aber nicht mehr dafür bezahlen. Man munkelt bereits, ob sie die Eintrittspreise vielleicht sogar als indirekte Aufforderung verstehen, ihre Zuwendungen noch weiter zu kürzen oder ganz zu streichen.