Türkei
Der Widerstand der Bergarbeiter geht weiter
Nachdem das Bergbaugebiet Polyak-Enez, in dem die hochwertigste Braunkohle der Türkei abgebaut wird, an das chinesische Monopolunternehmen Qitaihe Longcoal Mining verkauft worden war, wurden 1.243 Bergarbeiter entlassen. Daraufhin traten die Arbeiter in den Streik. Die Arbeiter protestierten gegen die Entlassung, da sie seit drei Monaten keine Löhne mehr erhalten hatten und die Mehrheit der Anteile an das chinesische Monopol verkauft worden war. Sie forderten, dass das chinesische Bergbaumonopol das Bergwerk unverzüglich verlässt und es an die Bergleute übergibt.
Die Bergleute erklärten, dass sie die Produktion selbst übernehmen wollten, dass heute 1.243 Arbeiter hier beschäftigt seien, aber ihre Löhne nicht gezahlt würden. Wenn die Bergleute den Betrieb übernehmen, würden hier 5000 Arbeiter beschäftigt sein. Und sie würden regelmäßig ihre Löhne erhalten. Deshalb sagen sie: „Wir produzieren, wir werden auch selbst verwalten.“
Nachdem 500 Bergleute ihren Arbeitsplatz besetzt hatten, griff der Staat mit der Gendarmerie ein. Vor dem Bergwerk errichtete sie eine militärische Barrikade. Die Arbeiter zerstörten die Barrikade der Gendarmerie und zeigten Solidarität mit ihren Kollegen im Inneren.
Das chinesische Monopolunternehmen bot den Bergleuten an, „ihre Abfindungen zu zahlen und zu kündigen“. Die Arbeiter lehnten dies ab.
„Vor dem Bergwerk wurden die Arbeiter von der Bereitschaftspolizei und mit Wasserwerfern empfangen. Der Vorsitzende der Unabhängigen Bergarbeitergewerkschaft, Gökay Çakır, warnte: „Bringen Sie bis 15 Uhr, was Sie wollen. Wenn Sie nichts Konkretes vorlegen, werden Sie diesen Bergmann hier nicht finden. Ihr errichtet Barrikaden, wir setzen unseren Körper ein. Ihr errichtet Barrikaden, wir setzen unseren Kopf ein“, warnte er.
Die Unabhängige Bergarbeitergewerkschaft hatte angekündigt, dass sich 1.243 Bergarbeiter aller drei Schichten versammeln und einen Vorstand bilden würden, um die erste Sitzung abzuhalten, in der die Bergarbeiter über die Produktion und Verwaltung der Mine entscheiden würden. Die Gewerkschaft Bağımsız Maden İş, die am 4. März, um 15 Uhr, zur Unterstützung aufgerufen hatte, gab dem chinesischen Unternehmen Qitaihe eine Frist, Kınık zu verlassen, die am 5. März ablief. Um 15 Uhr durchbrachen die Arbeiter die Barrikade der Gendarmerie und drangen in die Mine ein.
Außerdem fanden an vielen Orten des Landes Solidaritätsaktionen mit den Bergarbeitern von Polyak-Enez statt.
Die Erklärung der Bergarbeiter lautet wie folgt:
„Wir hatten den Minenbesitzern von Polyak eine Frist bis 15 Uhr gesetzt und unser Wort gehalten. Heute bot sich eine Gelegenheit zu Verhandlungen, aber der Minenbesitzer lehnte unseren Verhandlungsantrag ab. Die Polizei ging mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen die Bergleute vor. Unser Organisationsfachmann Başaran Aksu, unser Gewerkschaftsrechtsanwalt Abdürrahim Demiryürek und zwei Bergarbeiter wurden geschlagen und festgenommen.
Wir haben nicht aufgegeben. Wir haben die Barrikaden überwunden, sind durch die Zäune geklettert und haben das Gelände und das Innere unseres Bergwerks betreten. Unser Rechtsanwalt Mürsel Ünder und unser Generalsekretär Gökay Çakır haben im Inneren des Bergwerks Erklärungen abgegeben.
Die Forderungen der Bergleute waren von Anfang an klar. Wir forderten die Zahlung unserer seit drei Monaten ausstehenden und beschlagnahmten Löhne sowie die vollständige Auszahlung der Abfindungen, Sozialleistungen und erworbenen Rechte aller Arbeiter. Der Minenbesitzer hingegen forderte die Arbeiter auf: „Kündigt, dann zahlen wir euch eure Abfindungen.“ Sie kamen an den Verhandlungstisch und boten an, allen Arbeitern ihre Entschädigungen zu zahlen und niemanden hierzubehalten. Bis zum 6. März wollten sie die Arbeiter zur Kündigung zwingen, um die Mine von den Arbeitern zu räumen. Wir haben diese Forderung nicht akzeptiert.
Wir haben die Situation mit unseren Bergbaukollegen besprochen, und die Bergleute haben dies entschieden abgelehnt. In jeder Phase sind wir gemeinsam mit den Arbeitern und mit gemeinsamer Entschlossenheit vorangegangen. Wir sprechen darüber, wie das Polyak-Bergwerk nicht mit 1.243 Arbeitern, sondern mit 5000 Arbeitern funktionieren kann. Wir akzeptieren die Forderung „Wir geben euch eure Rechte, geht jetzt“ nicht. Das Bergwerk gehört uns. Wir sind die Produzenten, wir werden auch die Manager sein. Wir wollen keinen chinesischen Chef in diesem Bergwerk.
Die Bergleute von Polyak-Enez, die seit dreizehn Tagen Widerstand leisten, werden so lange weitermachen, bis sie ihre Rechte durchgesetzt haben.