Griechenland
Athen: Zehntausende fordern Gerechtigkeit
Zehntausende Griechen versammelten sich am Samstag in Athen und anderen Städten, um dem Jahrestag eines Zugunglücks aus dem Jahr 2023 zu gedenken, der tödlichsten Eisenbahnkatastrophe in der Geschichte des Landes, und forderten Gerechtigkeit im Vorfeld eines Strafprozesses, der nächsten Monat beginnen soll. Gewerkschaften hatten zum Streik aufgerufen. Züge und Fähren kamen zum Stillstand und der städtische Nahverkehr wurde unterbrochen, da die Arbeiter die Arbeit niederlegten, um sich den Demonstrationen anzuschließen. Die Demonstranten legten Blumen nieder und hielten Transparente mit der Aufschrift „Gerechtigkeit” vor dem Parlament hoch, wo die Namen der 57 Opfer – überwiegend Studenten – mit roter Farbe auf den Boden gesprüht worden waren. Die Opfer starben, als ein Personenzug und ein Güterzug in Tempi in Zentralgriechenland frontal zusammenstießen. Die Katastrophe ist zu einem symbolischen Zeichen für das Versagen des Staates geworden, darunter Sicherheitsmängel und jahrelange Vernachlässigung des Schienennetzes.