Webinar der United Front

Webinar der United Front

Internationaler Frauentag: Von Russland bis in die Westsahara, von Deutschland bis Togo - Frauen verbinden Welten!

Allen Leserinnen herzlichen Glückwunsch und alles Gute zum Internationalen Frauentag am morgigen 8. März 2026! Aus diesem Anlass veröffentlicht Rote Fahne News heute die Reportage vom Webinar der United Front, das zur Vorbereitung des Internationalen Frauentags stattfand. Ein Füllhorn voller wunderbarer Beiträge von vielen Frauen und einigen Männern, die sich der Befreiung der Frau und dem Kampf dafür widmen.

Von gis
Internationaler Frauentag: Von Russland bis in die Westsahara, von Deutschland bis Togo - Frauen verbinden Welten!
Beim 2. Theoretischen Seminar der Weltfrauen in Nepal im Novembder 2025

Um alles auf einmal zu lesen, ist der Bericht vielleicht ein wenig zu lang. Aber vielleicht will jemand einen Beitrag auf einer Kundgebung morgen verlesen und ansonsten kann man auch nach dem 8. März noch darin schmökern ... 

 

Monika Gärtner-Engel, Co-Präsidentin der United Front, begrüßt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 Ländern und vier Kontinenten. Mit dem Internationalen Frauentag hat die sozialistische, die kommunistische Frauenbewegung Weltgeschichte geschrieben. Clara Zetkin machte 1910 auf der Internationalen sozialistischen Konferenz den Vorschlag, jedes Jahr einen Internationalen Frauentag zu begehen. Schon 1911 wurde der Vorschlag in die Tat umgesetzt, mit 1 Million Männern und Frauen! Vom ersten Tag an bis heute wird von bürgerlicher und kleinbürgerlicher Seite versucht, den Tag herabzuwürdigen oder sogar zu verunglimpfen. Oder er wird als Frauentag begangen, der sich nur auf tagespolitische Forderungen beschränkt oder sogar Clara Zetkin verleumdet. Wir wollen den Internationalen Frauentag in seinen Wurzeln würdigen, in seiner Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft. Wir beginnen mit Beiträgen zum grundsätzlichen Charakter des Internationalen Frauentags. Es folgen Berichte und Beiträge aus den vier Kontinenten, die meisten aus Afrika. Wir haben ausdrücklich auch Männer eingeladen, die für die Befreiung der Frau eintreten. Mit kurzen Redzeiten (Frauen 3 Minuten, Männer 2 Minuten) ermöglichen wir eine breite, lebhafte Diskussion.

 

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen nach dem Webinar die Beiträge in ihrer ungekürzten Fassung. Auch diese Reportage enthält alle Beiträge: Nach einer kurzen Zusammenfassung folgt ein Link zur ungekürzten Version. So können Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Beiträge auch nach dem Webinar nachlesen und "Nicht-Teilnehmer" den weiten Blick in die Welt, in Leben, Denken, Fühlen, Kämpfen der Frauen (und Männer), teilen.

 

Gabriela Jiminez, Mexiko

Gabriela würdigt den Kampf von Millionen Frauen weltweit und bringt aus Mexiko die Forderung nach Freilassung verschiedener politischer Gefangener ein.


Heute begehen wir den Internationalen Tag der proletarischen Frau, einen Tag des Kampfes, der Würdigung des Kampfes von Millionen von Frauen. Der 8. März war ein Sieg, den die arbeitenden Frauen all denen entreißen konnten, die sich gegen die Emanzipation der Frau und ihre Befreiung von der Ausbeutung und Unterdrückung, unter der sie seit Beginn der Geschichte des Klassenkampfes leiden, gestellt haben.

Beitrag Gabriela, Mexiko ungekürzt (pdf)

 

Frauen der revolutionären Weltorganisation ICOR

Die "ICOR Women" berichten über die 2. ICOR-Frauenkonferenz im November 2025 in Kathmandu und rufen zum 8. März auf

 

Die revolutionäre Weltorganisation ICOR ist dem internationalen Frauenbefreiungskampf verschrieben und arbeitet an der Koordinierung und Verstärkung der Kämpfe weltweit. Im November 2025 fand die 2. ICOR- Frauenkonferenz in Kathmandu, Nepal, statt. Rund 70 Frauen aus 12 Ländern und 14 Organisationen nahmen daran teil. Die Konferenz ist all jenen Frauen gewidmet, die ihr Leben dem Kampf für Freiheit und Sozialismus gewidmet haben – von Palästina bis Sudan, von Kurdistan bis Indien und all denen, die besonders von kapitalistisch institutionalisierter Gewalt, patriarchaler Unterdrückung und Kriegen betroffen sind. Die Konferenz fand in einer Zeit tiefgreifender politischer Umbrüche statt. 

Beitrag ICOR Women ungekürzt (pdf)

 

Karola Kücken, Europakoordinatorin der Weltfrauenkonferenz

Karola Kücken nimmt Bezug auf das 2. Theoretische Seminar der Weltfrauenbewegung der Basisfrauen und entwickelt Überlegungen für starke Bündnisse zum 8. März und darüber hinaus.


Bereits drei Mal haben sich Frauen aus fünf Kontinenten zu Weltfrauenkonferenzen und zwei Mal zu Theoretischen Seminaren zusammengeschlossen. Die Unterschiede waren immens. Die Frauen, haben dafür gekämpft, das uns Trennende zu überwinden und das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Das haben alle Frauen mitgetragen, nicht nur die proletarische kämpferische Frauenbewegung, sondern eben: die Frauen von Religion bis Revolution. Die Frauen der Welt wissen , dass der Widerstand und die Kämpfe der Frauenbewegungen zunehmen werden. Sie brauchen für ihre Kämpfe vereinheitlichte starke Bündnisse, Orientierung und Anleitung.

Beitrag Karola Kücken ungekürzt (pdf)

 

Halaleh Taheri, Tunesien

Halaleh Taheri erhebt ihre Stimme gegen den Faschismus. Ihre Kriege sind nicht unsere Kriege.


Der Aufstieg des Faschismus ist keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine wachsende Realität. Eine der größten Gefahren des Kapitalismus in unserer Zeit ist die Ausbreitung totalitärer und faschistischer Regime, die sich gegen die Schwächsten richten: Arbeiter, Arme, Frauen, Migranten. Und dabei schüren sie bewusst Rassismus, Nationalismus und Spaltung unter den Menschen.

Beitrag Halaleh Taheri ungekürzt (pdf)

 

Julia Scheller, MLPD (Deutschland)

Die MLPD steht in der Tradition des 8. März von Clara Zetkin. Heute muss der Kampf für die Befreiung der Frau Teil der antifaschistischen und Friedensbewegung werden. Kriege treffen Frauen und Kinder besonders.


Die Suche nach Alternativen und das Interesse am Sozialismus wachsen. In Nepal beim internationalen theoretischen Seminar der »Welt Frauen« diskutierten wir von Religion bis Revolution: wir dürfen uns nicht beschränken auf die Frauen, die revolutionär und sozialistisch sind. Die früher sozialistischen Länder haben schon großartige Errungenschaften für die Gleichberechtigung und in der Überwindung traditioneller Fesseln der Moral erreicht. Aus ihren großen Siegen müssen wir genauso lernen wie aus den Fehlern und Niederlagen. 

Beitrag von Julia Scheller ungekürzt (pdf)

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Marwa Latifah Taamallah, Tunesien

Marwa Latifah Taamallah betont: Internationalismus ist kein Slogan, sondern eine Verantwortung! Sehr am Herzen liegen ihr politische Gefangene und Geiseln, die in imperialistischen, kolonialistischen und faschistischen Gefängnissen festgehalten werden. Ihre Namen dürfen nicht in der Stille verschwinden!

 

Als Marxisten und vor allem als Humanisten ist unsere Aufgabe klar: die Massen von unten nach oben zu organisieren. Wir müssen uns in jeder vergessenen Stadt in Tunesien, Mali und Sudan organisieren. Wir müssen denen zur Seite stehen, die in Gaza, Rojava und im Jemen Widerstand leisten. Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, Gewalt anzuprangern, sondern auch ein Bewusstsein für Gewalt zu schaffen. Nicht nur Unterdrückung zu benennen, sondern auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Unterdrückung strukturell, systemisch und global ist. Wenn wir heute hier versammelt sind, dann nicht nur, um zu reden oder zuzuhören. Wir sind hier, um gemeinsam zu planen, gemeinsam Strategien zu entwickeln, gemeinsam zu handeln ...

Beitrag von Marwa Latifah Taamallah ungekürzt (pdf)

 

Chaba von der Vereinigung der saharauischen Frauen 

Die großen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und haben direkte Auswirkungen auf die Situation der saharauischen Flüchtlingsfrauen. Insbesondere angesichts der Kürzung der humanitären Hilfe und des Drucks, der darauf abzielt, den Widerstand unseres Volkes zu schwächen.

 

Wir dürfen nicht die Realität vergessen, in der die saharauischen Frauen in den besetzten Gebieten leben, wo sie schwere Verletzungen ihrer legitimen Rechte auf ein würdiges Leben und die freie Äußerung ihrer Meinung für Freiheit und Unabhängigkeit erleiden. Diese Situation findet unter einer systematischen Medienblockade statt, die von den marokkanischen Besatzungsbehörden verhängt wurde, um die Unterdrückung, Schikanierung und Verfolgung zu verschleiern, denen saharauische Frauen aufgrund ihrer nationalen Positionen ausgesetzt sind. Aus dieser Perspektive ist der 8. März in den saharauischen Flüchtlingslagern ein eminent politischer Tag des Kampfes.

Beitrag von Chaba ungekürzt (pdf)

 

Monika Gärtner-Engel: Ihr müsst euch das richtig vergegenwärtigen: Diese Frauen leben in Flüchtlingslagern unter widrigsten Bedingungen. Aber sie organisieren dort ein kulturvolles würdiges Leben und leisten unermüdlichen Widerstand! Ein Vorbild für jeden Frauen- und antiimperialistischen Kampf!

 

Divine, Demokratische Republik Kongo

Divine ist begeistert von der dritten Konferenz der ICOR-Frauen, wie sie in Nepal stattfand. Welche Kraft die Frauen entfalten, wenn die sich zusammenschließen und für eine edle Sache kämpfen!

 

In der Demokratischen Republik Kongo ziehen die Imperialisten über die Einheimischen, die sie bewaffnen, um sich unrechtmäßig zu bereichern, die Frauen praktisch in den Schmutz, indem sie sie bei jeder Gelegenheit erniedrigen, ohne dabei mit Mitteln zu sparen. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass unsere Arbeit zur Bewusstseinsbildung bei Frauen letztendlich Früchte tragen und zum endgültigen Sieg führen wird.

Beitrag von Divine ungekürzt (pdf)

 

Monika Gärtner-Engel: Divine hat uns das Leben der Frauen im Kongo nahegebracht. Es gibt dort schreckliche Massenvergewaltigungen. Aber auch die stolzen Bergarbeiterinnen.

 

Marie-Paula Logosu-Teko, Togo
Afrikanische Koordinatorin der WWC.

Marie-Paula ist Afrikanische Koordinatorin der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen. Sie berichtet über die Lage der Frauen in Afrika und Togo, wo eine große Diskrepanz herrscht zwischen erkämpften formalen Frauenrechten und der völlig unzureichenden praktischen Umsetzung.

 

Für 2026 liegt der Schwerpunkt auf konkreter Gerechtigkeit, der Beendigung rechtlicher Diskriminierung und der Gewährleistung, dass Rechte nicht länger nur theoretischer Natur sind. Im togolesischen Kontext und in Fortführung der Vorjahre wird Togo sich bemühen, die Selbstbestimmung und den Zugang zu Ausweispapieren zu stärken, um die Selbstbestimmung, Gerechtigkeit sowie die wirtschaftliche und politische Teilhabe zu fördern. Sensibilisierungsmaßnahmen, Rechtsforen und die Förderung der wirtschaftlichen Selbstbestimmung von Frauen werden im Mittelpunkt der Aktivitäten dieses Jahres stehen. Herausforderungen: Diskriminierungen aufgrund patriarchalischer Traditionen in ländlichen Gebieten behindern nach wie vor die Emanzipation von Frauen; der eingeschränkte Zugang von Frauen zu wirtschaftlichen Ressourcen wie Bankkrediten oder landwirtschaftlichen Flächen bleibt ein Hindernis für ihre finanzielle Unabhängigkeit. Geschlechtsspezifische Gewalt ist nach wie vor ein großes Problem. 

Beitrag von Marie-Paula Logosu-Teko ungekürzt (pdf)

 

Obonye, Botswana

Obonye benennt Umweltkatastrophen, Ressourcenknappheit, Vertreibung, Gewalt, Traumata, Wirtschaftliche Ungleichheit und Ungleichheiten im Gesundheitswesen als globale Probleme, von denen Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind.

 

Der eingeschränkte Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung und Gesundheitsdiensten für Mütter beeinträchtigt das Wohlergehen von Frauen. Diese Probleme überschneiden sich und verstärken sich gegenseitig, wodurch Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Zum Beispiel: Der Klimawandel erhöht das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt und wirtschaftlicher Instabilität. In Konfliktgebieten kommt es zu einem Anstieg sexueller Gewalt und zu einer Beeinträchtigung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung. Internationale Zusammenarbeit kann die Stimme von Frauen in globalen Entscheidungsprozessen stärken, Ressourcen und Fachwissen austauschen, um diese miteinander verbundenen Herausforderungen anzugehen.

Beitrag von Obonye ungekürzt (pdf)

 

Priscilla, Indonesien

Der indonesischen Regierung ist es komplett egal, wie es den Menschen geht. Sie kümmert sich nicht einmal darum, den Anschein zu wahren, sie verbirgt nicht ihren Mangel an Empathie. Sie tanzten im Parlament über ihre Gehaltserhöhungen ...

 

Jeden Tag trauern die Unterdrückten in diesem Land um Tote. Um die Demokratie, um Integrität und um Menschen. Die Überschwemmung in Sumatra, die von November 2025 bis Dezember 2025 mehr als tausend Menschenleben forderte, wurde nicht zum nationalen Notstand erklärt. Frauen und Kinder litten Hunger, weil die faschistische Regierung internationale Hilfslieferungen verweigerte. Persönliche Arroganz trübte die Vernunft, und man glaubte, unsere Souveränität würde „angegriffen” werden, wenn wir Hilfe zuließen, obwohl sie bereits angegriffen wurde – durch die Hände eines Kriegsverbrechers, der Bourgeoisie und der Eliten, die zum Präsidenten gewählt worden waren.

Beitrag von Priscilla ungekürzt (pdf)

 

Monika Gärtner-Engel: Es sind so viele neue Dinge im Beitrag von Priscilla enthalten, Dinge, die wir worher nicht gewusst haben. Zum Beispiel, dass Palästina schon 1945 Indonesien anerkannt hat. Es ist das Verdienst der United Front, dass sich so viele Erkenntnisse, Gedanken, gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung verbreiten.

 

Shyla, SUCI (Indien)

Shyla K. John aus Indien vertritt AIMSS, die Frauenfront von SUCI-C.

 

Die Unterdrückung von Minderheiten und Menschen aufgrund ihrer Kastenzugehörigkeit ist ein Problem, gegen das wir kämpfen. Oftmals marschieren einfache Menschen auf die Straße, um gegen Verbrechen an Frauen zu protestieren. Aber die Regierungen bauen sich dagegen eine Mauer auf. Unsere Organisation, die über ein breites Netzwerk im ganzen Land verfügt, bemüht sich sehr, Frauen zu mobilisieren, um gegen diese Übel und die wirtschaftliche Ausbeutung durch die herrschende Klasse zu kämpfen. Wir versuchen auch, Frauenproteste gegen imperialistische Kriege zu organisieren, die Frauen und Kindern ihre Menschenrechte, ihr Leben und ihren Lebensunterhalt nehmen. Wir erklären unsere Solidarität mit allen, die weltweit gegen imperialistische, faschistische und fundamentalistische Kräfte kämpfen. 

Beitrag von Shyla ungekürzt (pdf)

 

Zaman Masudi über die Lage im Iran

Zaman Masudi stammt aus dem Iran und war dort selbst von politischer Unterdrückung betroffen. Sie lebt heute in Deutschland und setzt sich für Arbeiter- und Frauenrechte im Iran und anderswo ein. Als stellvertretende Europakoordinatorin der Weltfrauenkonferenz ist sie engagierte Aktivistin in der kämpferischen Frauenbewegung.

 

Unter dem islamisch-faschistischen System haben alle Bevölkerungsschichten und Gruppen, von Arbeitern, Angestellten, Rentnern, Arbeitslosen, Studenten, Schülern, Schriftstellern, Intellektuellen, Umweltaktivisten, verschiedenen im Iran lebenden Völkern, ethnischen und religiösen Gruppen wie den Bahais, ... keine Rechte. Alle leiden stark unter Unterdrückung, sozialer Benachteiligung, Flucht, Verfolgung, Inhaftierung und Hinrichtung. Die Hälfte der iranischen Bevölkerung sind jedoch Frauen. Von Anfang an hat das Regime sie am härtesten ins Visier genommen. Dieses rückständige, von Männern dominierte Regime hat ihnen ihre grundlegendsten Menschenrechte genommen. Am Internationalen Frauentag, dem 8. März 1979, nur drei Monate nach dem Sturz des Schah-Regimes und der Machtübernahme durch die Ayatollahs, führte Khomeini die obligatorische Verschleierung ein, was zu massiven Protesten von Frauen in Teheran und mehreren Großstädten unter dem Motto „Wir haben keine Revolution gemacht, um jetzt zurückzugehen!“ führte. Diese mutige Demonstration der Frauen wurde von internationaler Solidarität begleitet,

Beitrag von Zaman Masudi ungekürzt (pdf)

 

Edithluz Irene Castro Muñoz, Peru

Edithluz Irene Castro ist zusammen mit Monika Gärtner-Engel Co-Präsidentin der United Front

 

Im grünen Herzen unseres peruanischen Amazonasgebiets, wo der Fluss den Takt vorgibt und die Erde die Erinnerung an unsere Völker bewahrt, erheben wir heute unsere Stimme, um den Frauen an ihrem Tag zu huldigen. Wir gedenken der Frauen des Amazonasgebiets: weise, stark und großzügig. Frauen, die das Leben von Grund auf pflegen, die Sprache, Kultur und überliefertes Wissen weitergeben; Frauen, die säen, erziehen, heilen und führen, selbst inmitten großer Herausforderungen. Wir würdigen die Mutter, die Arbeiterin, die Verteidigerin des Waldes, die Gemeindevorsteherin, die junge Frau und das Mädchen, das von einer gerechteren Zukunft träumt. Ihr täglicher Kampf für Würde, Gleichheit und Respekt stärkt nicht nur ihre Familien, sondern die ganze Nation. 

Beitrag von Edithluz ungekürzt (pdf)

 

Beitrag der Frauenfront der PCR Uruguay

Vor fast 10 Jahren ging die feministische Bewegung auf die Straße und erreichte durch Mobilisierung, Debatten und Diskussionen einen ersten großen Erfolg: Wir schafften die „Verbrechen aus Leidenschaft” ab, um ihnen ihren wahren Namen zu geben: Femizid.

 

Dann kam ein weiterer wichtiger Meilenstein, die Notwendigkeit, einen Generalstreik der Frauen zu organisieren. Wir stießen auf Widerstand seitens der Opportunisten in der PIT-CNT (sowohl von Männern als auch von Frauen, vor allem aus dem Sekretariat für Geschlechterfragen), die uns zunächst die Möglichkeit eines großen Frauenstreiks verwehrten und uns gemischte Streiks auferlegten, aber als sie sahen, dass sich Jahr für Jahr mehr Gewerkschaften anschlossen, blieb ihnen nichts anderes übrig, als jede Zweigstelle selbst entscheiden zu lassen. In den letzten Jahren ebbte die Welle jedoch ab. Einerseits gewann der Opportunismus (die sozialen und feministischen Organisationen der Frente Amplio), der weit zurücklag, nach und nach an Boden in den Frauenbereichen der Gewerkschaften, und andererseits wuchs der institutionelle Feminismus an den Universitäten und in den NGOs, die von Stiftungen und imperialistischen Mächten finanziert werden. Es überwogen auch sektiererische Positionen, die die Bedeutung der arbeitenden Frauen verachteten, die Notwendigkeit, für die dringendsten und konkretesten Forderungen zu kämpfen, herabwürdigten und alles auf einen akademischen Krieg der Konzepte reduzierten.

Beitrag der Frauenfront der PCR Uruguay (pdf)

 

Beitrag indigener Frauen aus Ecuador

Der Beitrag schildert konkret Bewegungen indigener Frauen wie der „Mujeres Amazónicas” und des „Pueblo Shuar Arutam” (Volk der Shuar Arutam), dessen Präsidentin ihre Stimme vor der Bergbaukonferenz in Kanada erhob, um daran zu erinnern, dass Territorien nicht verkauft, sondern verteidigt werden.

 

Als indigene Frau in Ecuador zu leben bedeutet, mit einer doppelten Ausgrenzung zu kämpfen: der durch das rassistische System und der durch das Patriarchat. Aber die indigenen Frauen haben diese doppelte Unterdrückung in doppelten Widerstand verwandelt. Denn wenn sie ihr Land verteidigen, verteidigen sie sich selbst. Der Kampf der indigenen Frauen, die wir heute an vorderster Front für die Verteidigung ihres Territoriums sehen, hat nicht erst gestern begonnen. Sie haben Namen, sie haben Gesichter und sie haben eine Geschichte. ... Diese Frauen sind keine Einzelfälle. Sie sind das Gesicht einer Bewegung, die versteht, dass die Klimakrise nicht nur ein technisches Problem ist. Während die industrialisierte Welt den Planeten verbrennt, halten indigene Frauen die Samen der Regeneration in ihren Händen. Sie sind es, die die noch verbliebene Artenvielfalt bewahren.

Beitrag Daniela aus Ecuador (pdf)

 

Monika Gärtner-Engel: Sehr bemerkenswerte Beiträge aus Südamerika! Wie sich die Frauen im Regenwaldgebiet von Peru und die indigenen Frauen in Ecuador für die Einheit von Mensch und Natur einsetzen. Wie sich die Frauen in Uruguay mit Attacken seitens des Staats und seitens Nichtsregierungsorganisationen auseinandersetzen müssen - lehrreich für uns alle.

Theoretisches Seminar

320 Frauen aus über 20 Ländern erkämpften sich die Teilnahme am theoretischen Seminar der Weltfrauenbewegung Ende November 2025 in Kathmandu. Die 3. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Tunesien hatte dessen Durchführung beschlossen. Über drei Tage wurde tiefgehend diskutiert – mit dem Ergebnis wachsender Klarheit und Zuversicht: Der Imperialismus ist die Ursache für die sich entfaltenden Krisen und Probleme und muss besiegt werden.

Beitrag Yeni Kadin, Türkei!

Nein zu imperialistischen Kriegen und Aufrüstung! Für unser Leben und unsere Rechte auf die Straße am 8. März!

 

In der Türkei kritisiert R.T. Erdoğan, dass Frauen später heiraten und weniger Kinder bekommen, und fordert, dass „Frauen mindestens drei oder sogar vier Kinder bekommen“ sollten und dass „Mutterschaft die heiligste Aufgabe der Frau“ sei, ohne jedoch auch nur die geringste Vorstellung davon zu haben, wie die Zukunft der Kinder gestaltet werden soll, und definiert den sozialen Status der Frau über die Mutterschaft. In den Forschungsdaten der TUİK (Türkisches Statistikamt) für den Zeitraum 2008–2016 wird jedoch berichtet, dass in der Türkei 104.000 Kinder vermisst werden. 

Beitrag Yeni Kadin, Türkei ungekürzt (pdf)

 

Das Webinar verabschiedete eine Resolution gegen die jüngste Verhaftungswelle in der Türkei - siehe hier.

 

Beitrag "Red Wedge", Belarus

Anfang 2026 hat die Menschenrechtslage in Belarus einen historischen Tiefpunkt erreicht. Frauen sind zu einem der Hauptziele dieser Unterdrückungsmaschinerie geworden. 

 

Zehn Prozent der gesamten Gefängnisinsassen des Landes sind Frauen, von denen viele politische Gefangene sind. Die Gefängnisse wurden zu Konzentrationslagern umfunktioniert, in denen jeder Tag darauf ausgerichtet ist, den Einzelnen zu brechen. Das Tragen von Baumaterialien und schweren Säcken führt zu irreversiblen Verletzungen der Wirbelsäule und des Fortpflanzungssystems. ... Die Erklärung des Regimes, 2026 zum „Jahr der belarussischen Frauen” zu machen, vor dem Hintergrund von Folter in Gefängnissen und dem Verbot öffentlicher Organisationen, ist der Gipfel des Zynismus. 

Beitrag von "Red Wedge", Belarus ungekürzt (pdf)

 

Das Webinar verabschiedete eine Resolution gegen die katastrophale Lage belarussischer Frauen unter den Bedingungen der Diktatur und der ausländischen Militärpräsenz - siehe hier. 

 

Beitrag D., Russische Maoistische Partei RMP

Nach dem Beginn des Krieges des russischen Imperialismus gegen das ukrainische Volk im Februar 2022 wurde der Kurs des Staates offen frauenfeindlich. 

 

Heute ist der Kampf für die Befreiung der Frauen in Russland wie jede unabhängige politische Bewegung im Niedergang begriffen. Repressionen, wirtschaftliche Instabilität und die Überlastung der Frauen mit unbezahlter Arbeit schränken ihre Möglichkeiten für politisches Engagement stark ein. Infolgedessen machen Frauen nur 10–20 % unserer Organisation aus. Derzeit verfügt unsere Organisation nicht über die Ressourcen, um eine unabhängige Arbeit mit Schwerpunkt auf der Befreiung der Frauen zu leisten. Wir bekunden jedoch konsequent unsere Solidarität mit Initiativen zur Verteidigung der Frauenrechte und betrachten Frauenorganisationen als integralen Bestandteil der vereinigten Volksfront. Die Befreiung der Frauen ist ohne die allgemeine Befreiung der Gesellschaft unmöglich– und umgekehrt.

Beitrag RMP ungekürzt (pdf)

 

Beitrag von Elena RKP(i), Russland

Wenn es nicht so viele Möglichkeiten zum Kampf gibt, wie es heute bei uns der Fall ist, wird Kreativität zu einem Instrument des Widerstands und der Agitation. In diesem Sinne planen wir den 8. März bei uns in Russland.

 

Unter anderem wollen wir die Öffentlichkeit sensibilisieren und zum Widerstand gegen die Maßnahmen der bürgerlichen Behörden zur Einschränkung von Abtreibungen in Russland aufrufen. In mehr als 30 Regionen Russlands wurden Abtreibungen bereits eingeschränkt. Es werden Strafen für die Information über diesen Eingriff eingeführt, private Kliniken geben ihre Lizenzen ab, und in staatlichen Kliniken wird eine verstärkte Propaganda betrieben, unter anderem unter Einbeziehung religiöser Persönlichkeiten gegenüber denjenigen, die sich für eine Abtreibung entschieden haben, darunter auch Minderjährige. Wir halten dies für einen schwerwiegenden Angriff auf die Rechte der Frauen, der die demografischen Probleme nicht lösen, sondern nur die Gesundheit der Bevölkerung verschlechtern wird.

Beitrag von Elena ungekürzt (pdf)

 

Beitrag von Matilda Vaxjös Gnista, Schweden

Schweden ist ein Land, das in globalen Indizes zur Gleichstellung der Geschlechter einen Spitzenplatz einnimmt.

 

Durch die Kämpfe der Frauen hat der Staat viele soziale Funktionen übernommen, die traditionell der Kernfamilie und innerhalb dieser Einheit den Frauen zugewiesen waren. Diese Reformen haben jedoch weder die wirtschaftliche Rolle des bürgerlichen Familiensystems noch das Fortbestehen des kapitalistischen Patriarchats grundlegend in Frage gestellt. ... Der Kampf für die Befreiung der Frauen in Schweden muss unbedingt seine organischen und historischen Verbindungen zur Arbeiterbewegung stärken und den Kampf gegen den patriarchalischen Kapitalismus vorantreiben. Aber er muss jetzt auch die Rechte und Freiheiten verteidigen, die frühere Generationen von Frauen für uns errungen haben.

Beitrag von Matilda ungekürzt (pdf)

 

Beitrag von Nathalie, Frankreich

Nathalie ist eine der Europa-Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen, aktiv in der kämpferischen Frauenbewegung

 

Die Frauenbewegung in Frankreich ist sehr vielfältig. Sie umfasst auch den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung aufgrund der Herkunft, der Religion, der sexuellen Orientierung oder einer Behinderung. Die jüngeren Generationen spielen, insbesondere dank der sozialen Netzwerke, eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung und Verbreitung feministischer Ideen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frauenbewegung in Frankreich dynamisch und kämpferisch ist. Sie hat wesentliche Fortschritte erzielt,  kämpft aber weiterhin für eine gerechtere Gesellschaft, in der die Rechte der Frauen sowohl in den Gesetzen als auch im täglichen Leben uneingeschränkt geachtet werden.

Beitrag von Nathalie ungekürzt (pdf)

 

Es folgt die "Männerrunde". Es war eine bewusste Entscheidung, dass Männer zum Webinar Redebeiträge beisteuern können/sollen. Ihre Redezeit war auf zwei Minuten begrenzt (Frauen drei Minuten). Darüber gab es im Vorfeld eine kleine Kontroverse ... 

 

Jovino Núñez, Mitglied der Kommunistischen Partei (ML) der Dominikanischen Republik und Amerika-Koordinator der ICOR

Der Kampf der Frauen ist mit dem Kampf für den Sieg der proletarischen Revolution verbunden. Nur in einer sozialistischen Gesellschaft werden Frauen vollständige Gleichberechtigung genießen. Das bedeutet keineswegs, dass wir Kommunisten vor der Revolution nicht für die Forderungen der Frauen kämpfen. 

Beitrag von Jovino Núñez ungekürzt (pdf)

 

Justice, Internationale Automobilarbeiterkoordinierung (IAC)

Die IAC hat auf ihrer jüngsten 3. Internationalen Konferenz im November 2025 in Pune, Indien, mehrere Resolutionen verabschiedet. Wir haben beschlossen, offene Proteste zu veranstalten, Demonstrationen zu organisieren und alle Konzerne, die Frauen an ihrem Arbeitsplatz offen diskriminieren, in allen Medien öffentlich anzuprangern.

Beitrag von Justice ungekürzt (pdf)

 

 

Eugène, Internationale Bergarbeiterkoordinierung und Konsultativkomitee der United Front

In den Minen im Osten unseres Landes werden Frauen als billige Arbeitskräfte, als Kriegsbeute, kurz gesagt als Menschen ohne Wert ausgebeutet. Diese Ausbeutung dauert seit Jahrzehnten an und führt dazu, dass Frauen ihren wahren Wert nicht mehr erkennen können. Wir werden nicht aufgeben, sie in dieser Zeit des inneren Kampfes zu begleiten. 

Beitrag von Eugène ungekürzt (pdf)

 

 

Frank Hammer aus Detroit, Autobilarbeiter, Antifaschist, Umweltkämpfer

Innerhalb des ersten Jahres hat Trumps Kabinett die meisten seiner frauen- und volksfeindlichen Ziele umgesetzt und Frauen viele Reformen genommen, die sie durch Massenkämpfe errungen hatten. Ein deutliches Zeichen für den Rückschritt ist der Rückgang der Einkommen von Frauen im Vergleich zu Männern, der
zum ersten Mal seit 20 Jahren zu verzeichnen ist.

 

Ernesto vom Jugendverband REBELL

Ernesto, der jüngste Redner, nahm seine zwei Minuten nicht voll in Anspruch, er hielt die kürzeste Ansprache! Er überbrachte den Frauen der Welt herzliche Solidaritäts- und Kampfesgrüße des Jugendverbands REBELL.

 

 

Stimmen aus dem Webinar-Chat

Parallel zur Webinar-Diskussion läuft im Hintergrund ein äußerst lebhafter Webinar-Chat. Da werden die Resolutionen beraten, E-Mail-Adressen ausgetauscht, technische Probleme gelöst und vieles andere mehr. Und es zeigt sich hier nochmal das riesige Bedürfnis, sich in Solidarität rund um den Erdball zu verschwestern, Anteil zu nehmen, gemeinsam zu kämpfen und zu diskutieren. Einige Beispiele:

 

Dey von der Bewegung zur Verteidigung der rechte des Volkes MODEP: In Lateinamerika wird der Faschismus von den Regierungen Argentiniens, El Salvadors, Ecuadors und bald auch Chiles unterstützt, und wir erleben den heftigen Angriff des US-Imperialismus auf Venezuela und Kuba, Gebiete, die unsere ganze Solidarität benötigen. Angesichts all dessen rufen wir von Kolumbien aus dazu auf, die Organisationsprozesse der Frauen in ihrer vielfältigen Vielfalt zu stärken.

 

Herzliche und kämpferische Grüße aus Nepal! Wir unterstützen euch nachdrücklich und solidarisieren uns uneingeschränkt mit dem Kampf gegen die imperialistische Aggression, Intervention, den Völkermord und faschistischen Aktionen der USA! Wir werden den 8. März als Tag der Arbeiterinnen in Nepal als historischen Gedenktag und Tag der Anerkennung organisieren. Wir sind sehr froh und glücklich, diese Gelegenheit zu haben, an diesem historischen internationalen Webinar teilzunehmen

 

Erschütternd der Bericht von Sara aus Afghanistan: Derzeit befinden sich Hunderte von Frauen in offiziellen und privaten Gefängnissen der Taliban, und Tausende weitere Demonstrantinnen werden von den Taliban bedroht und verfolgt. Als die Taliban die Macht ergriffen, war ich in der zehnten Klasse. Unsere Schule wurde geschlossen, und mir wurde das Recht verweigert, meine Ausbildung fortzusetzen. Während mein älterer Bruder jeden Tag ohne Hindernisse zur Schule gehen konnte, war ich in vier Wänden eingesperrt und weinte wie eine Gefangene über meine zerbrochenen Träume und meine ungewisse Zukunft. Mein Verbrechen war mein Geschlecht; mein Verbrechen war, ein Mädchen zu sein. Vergesst nicht die Frauen von Afghanistan!

 

 

Einige abschließende Statements

  • Was für ein tolles, vielfältiges und kämpferisches Webinar!
  • Dank allen, die zum Gelingen beigetragen haben, für die gute Arbeit!
  • Ein großartiges Meeting in Solidarität!
  • Schließt euch der 4. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im Jahr 2027 an!
  • Das nächste Webinar der United Front findet am 26. April 2026 statt - zur Vorbereitung eines kämpferischen 1. Mai
  • Monika Gärtner-Engel: Das Webinar war sehr aufschlussreich! Es hat den Kopf befreit, den Blick geweitet, ging ans Herz, hat Solidarität, Zusammenhalt, Kampfgeist und Klarheit gestärkt. Wir verbinden den Kampf gegen die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen untrennbar mit dem Kampf gegen Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung - und das mit der Perspektive des Sozialismus! Das imperialistische Weltsystem, das die Menschen knechtet, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!