Chemie-Tarifrunde 2026

Chemie-Tarifrunde 2026

Voller Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft - gegen „Sozialpartnerschaft“

Am vergangenen Dienstag wurde die zweite bundesweite Verhandlungsrunde zwischen der IGBCE und dem Chemieverband ohne Ergebnis abgebrochen und auf den 24./25. März vertagt. Die Chemiemonopole wollen unbedingt einen Lohnabbau und weitere Vernichtung von Arbeitsplätzen durchsetzen.

Von hb

Von der Regierung und der Europäischen Union wird gleichzeitig von den Chemiemonopolen eine Senkung der Energiekosten und Lockerung bei Auflagen im Umweltschutz gefordert. Jetzt schon sind 70 Prozent der gesamten Böden in Europa mit dem Umweltgift Glyphosat belastet. Auf Kosten der Beschäftigten, der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt - alles ohne Rücksicht zur Steigerung der Profite.

 

Wie es bisher aussieht, sind die Chemiemonopole nicht bereit, der Gewerkschaftsführung den bisher gewohnten Spielraum für faule Kompromisse zu geben, sondern fordern größere Einschnitte. Damit verliert die Lebenslüge von einer angeblichen „Sozialpartnerschaft“ auch deutlich an Wirkung. Noch hofft der Verhandlungsführer der IGBCE, Oliver Heinrich, dass die Chemiemonopole ein Angebot machen, das nicht „zu weit von den Sorgen und der Lebensqualität der Beschäftigten entfernt ist“ und sie wohl "noch Wochen der inneren Einkehr (brauchen), damit wir zu sozialpartnerschaftlichen Kompromissen kommen.“ Das ist aber eine Illusion, der sich nicht hingegeben werden darf.

 

Die Beschäftigten der Chemieindustrie haben keinen Grund, als Bittsteller aufzutreten. Es würde auch keiner auf die Idee kommen, von einem hungrigen Löwenrudel zu erwarten, dass es seine Beute verschont. Was soll an einem Kompromiss, der - egal ob nah oder weit - entfernt von den Sorgen und der  Lebensqualität der Beschäftigten liegt "sozialpartnerschaftlich" sein? Eine höfliche Umschreibung, sich letztlich den Konzerninteressen unterzuordnen.

 

Laut IGBCE soll es jetzt bundesweite Aktionen in den Betrieben geben. Dafür muss jetzt auch breit geworben und mobilisiert werden. Statt wie so oft sofort zu beschwichtigen, "aber kein Streik". Die rund 580.000 Beschäftigten der Chemieindustrie sind hier gefordert, der Klassenzusammenarbeitspolitik eine Absage zu erteilen. Voller Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft, Warnstreiks, die Verhandlungen sind gescheitert, Urabstimmung – Streik. Stärkt die Gewerkschaft.