Evonik
„Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – Flucht in die Kriegswirtschaft?“
Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der Betriebszeitung von Kollegen für Kollegen bei Evonik Goldschmidt, „Rührwerk“, erschienen. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:
Evonik will weitere 1000 Arbeitsplätze vernichten!
Mit dem ETM-Programm wurden schon 2000 Arbeitsplätze geschrappt. Kullmann¹ verkaufte uns das Programm als Abbau unproduktiver Führungsstrukturen. Das war gelogen. Von den 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland sind 500 „Führungskräfte“, die bei genauerem Hinsehen Vorarbeiter, Meister und andere sind. Bei der Vernichtung unserer Arbeitsplätze setzt Kullmann noch einen drauf und erklärt in der WAZ²: „Wir werden in diesem Jahr planmäßig weitere rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abbauen.“ Die Schneise der Verwüstung im gesamten Chemiebereich schreitet voran.
Wir zahlen nicht für Krisen des Kapitalismus!
Die Produktion in der Chemie ging seit 2018 um 16 Prozent zurück. Der VCI³ bezeichnet sie als „unrentabel“, weil die Auslastung der Chemieanlagen in Deutschland im letzten Jahr auf 72 Prozent gesunken ist. Entsprechend das Gejammer der Chemieriesen. Dabei lassen sie aber die massiven Gewinne weg, die sie im Ausland eingefahren haben. Evonik auch.
Fernseh-„Fachleute“ und bürgerliche Politiker behaupten frech, dass die „Arbeitskosten“ zu hoch wären. Die haben es nötig! Arbeiter produzieren die Werte, die die Kapitalisten verkaufen. Mit dem Märchen der zu hohen Löhne und der zu geringen Arbeitszeit sollen die Krisenlasten auf uns abgewälzt werden.
Kriegswirtschaft
Friedrich Merz hat die Chemieagenda 2045 des VCI zur Chefsache erklärt. Die Agenda legt fest, dass die deutsche Chemieindustrie für die moderne Kriegsführung unverzichtbar ist: von Treibstoff über Munition bis zum Sprengstoff. Auch Kullmann vertritt, dass die deutsche Chemieindustrie Teil einer industriellen militärischen Infrastruktur für den Ernstfall sein muss.
Hinzu kommt, dass staatliche Militäraufträge Milliarden einspielen. Die Evonik-Programme mit englischem Namen wie „Next Market Program (NPM)“ oder „Fokusmarkt Aerospace & Defense“ zeigen, dass die Umstellung auf Kriegsproduktion auch bei Evonik voll im Gang ist. Kollegen raunen, ob bald wieder Giftgas produziert werden könnte.
„Es wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht?“
Viele Kollegen unterschätzen die Dimension der Entwicklung. Ähnlich wie in der Auto- und Stahlindustrie geht es auch in der Chemieindustrie um die Vernichtung Tausender Arbeitsplätze. Die internationale kapitalistische Konkurrenz führt außerdem zu Handelskriegen, die letztlich in Kriegen um Rohstoffe und Absatzmärkte enden. An den USA und ihrem faschistischen Präsidenten Trump kann man sehen, dass imperialistische Aggression nach außen untrennbar mit der Errichtung des Faschismus im Innern verbunden ist. Da kommt einiges auf uns zu!
Der Kampf gegen Faschismus und Krieg ist Satzungsauftrag aller DGB-Gewerkschaften. Aufrüstung, Kriegswirtschaft und Faschismus sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien gerichtet und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen.
Für die Zukunft wegweisend war der international koordinierte Streik der Hafenarbeiter am 6. Februar 2026. In 21 Häfen in Italien, Griechenland, Spanien, der Türkei, Frankreich und Marokko streikten Hafenarbeiter gegen die Aufrüstungspläne der EU und europäischer Regierungen, zur Militarisierung der Häfen, Waffenlieferungen gegen das palästinensische Volk und die Vorbereitungen eines dritten weltweiten imperialistischen Kriegs.
Das ist der richtige Weg: Arbeiter müssen sich auch politisch einmischen. Kampf um jeden Arbeitsplatz! Gegen Krieg, Faschismus und Umweltzerstörung!