Pressemitteilung von Ver.di NRW
Tarifrunde Nahverkehr: Ver.di ruft bundesweit zu Warnstreiks auf
Ver.di Nordrhein-Westfalen hat eine aktuelle Pressemitteilung zur Tarifrunde Nahverkehr veröffentlicht.
In der Tarifrunde für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für den 27. und 28. Februar 2026 erneut bundesweit zu Warnstreiks auf.
In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen werden dadurch am kommenden Freitag und Samstag ganztägig von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht keine Busse und Bahnen fahren. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.
In NRW sind über 30 öffentliche Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten betroffen. Dort verhandelt it dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV NW). Gegenstand der Verhandlungen sind die Arbeitsbedingungen im NRW-Nahverkehr, insbesondere Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Arbeit am Sonntag.
Ver.di hat im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde mit dem KAV NW eine konkrete Forderung für die Reduzierung der Wochenarbeitszeit beschlossen. Die Wochenarbeitszeit soll bei vollem Lohnausgleich von aktuell 39 auf 37 Stunden reduziert werden. Die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen werden am 2. und 3. März in zweiter Runde fortgesetzt.
„Die erste Verhandlungsrunde ist ohne Angebot der Arbeitgeber beendet worden, obwohl unsere Forderungen bereits seit November vorliegen. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde auf unsere konkretisierten Forderungen eingehen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“, erklärt Heinz Rech, Verhandlungsführer von Ver.di in NRW. ... Wenn wir die Arbeitsbedingungen nicht gemeinsam und grundlegend verbessern, wird sich der Personalmangel weiter verschärfen. ... Die Kolleginnen und Kollegen benötigen spürbare Entlastung – und die Arbeitgeber müssen deutlich merken, dass wir unsere Forderungen konsequent durchsetzen wollen.“
In NRW fordern die Beschäftigten einen deutlichen Fokus auf Entlastung durch mehr Zeit.
- Die wöchentliche Arbeitszeit ist bei vollem Lohnausgleich auf 37 Stunden zu kürzen.
- Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten beträgt mindestens elf Stunden.
- Der Zuschlag für Arbeit am Sonntag beträgt mindestens 40 Prozent.
- Der Freistellungsumfang für Gewerkschaftsarbeit wird auf acht Tage
erhöht. - Der Geltungsbereich wird auf kurzfristig Beschäftigte/Minijobs ausgeweitet.
- Die Laufzeit beträgt 24 Monate, verhandelt wird der Manteltarifvertrag.
Am ersten bundesweiten Streiktag am 2. Februar 2026 beteiligten sich in NRW rund 12.000 Beschäftigte aus über 30 Betrieben. Die Gewerkschaft erwartet an den Streiktagen am 27. und 28. Februar ähnliche Auswirkungen.