Interview

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Schulboykott gegen Wehrpflicht von einer Schule am Rhein

Rote Fahne News dokumentiert ein Interview, das eine Lehrerin mit ihrem Schüler zu den Schulprotesten gegen die Wehrpflicht geführt hat.

Schulboykott gegen Wehrpflicht von einer Schule am Rhein
Bild vom letzten Protest auf dem Postplatz in Dresden (rf-foto)

Lehrerin: Du gehst in die zehnte Klasse unserer Gesamtschule und warst mit Mitschüler:innen beim letzten Schulstreik gegen die Wehrpflicht. Was waren wichtige Diskussionen unter euch?

Fredi*: Das Wehrpflicht Kriegspflicht ist. Es kann ja auch passieren, dass Deutschlands Regierung selbst angreifen will und über Menschenrechte nur lügt. Oder ein Land greift Deutschland an, weil es die Hochrüstung als Bedrohung sieht.

 

In den Serien früher waren auch immer die Sowjets und Kommunisten die Bösen. „Die Russen sind böse, die muss man stoppen“ – so argumentieren die allermeisten kapitalistischen Länder und haben Angst vorm Kommunismus verbreitet. Sie hatten in Wahrheit nur ihren Profit im Sinn. Sie gaben aber anderen die Schuld. Wenn so was auch heute immer im Fernsehen kommt, dann prägt das unbewusst die Leute, macht Angst und erzeugt auch Rassismus. Ich glaube, die Menschen in Russland sind nicht anders als wir.

 

„Ich geb nicht mein Leben, damit andere reich werden“, war vielen wichtig. Viele haben Angst um ihr Leben. …

 

L: … Wie seid ihr denn dann vorgegangen beim Streik?

F: Wir hatten am Tag vor dem Streik unsere Deutschlehrerin gefragt, ob wir die Klassenarbeit verschieben können oder danach gehen dürfen. Sie hat für beides bei der Schulleitung nachgefragt und eine Absage bekommen. Danach sind wir zu siebt in der Mittagspause zu Ihnen gegangen. Wir wissen, dass sie sehr politisch aktiv sind, mit der MLPD, glaube ich. Sie haben immer gute Vorschläge parat und wir schätzen sie. Wir wollten uns inspirieren lassen.

 

L: Danach habt ihr Unterschriften gesammelt in der Schule und seid nochmal zur Schulleitung?

F: Ja, in nur zwei Stunden haben wir von fast der ganzen Stufe Unterschriften. Das war super.


L: Toll. Ich habe die Zeit genutzt und den anderen Klassen vom Streik, euren Argumenten und Fragen berichtet. Im Lehrerzimmer hab ich Kollegen gefragt, ob sie mitgehen würden, und der Schulleitung angeboten, euch zu begleiten. Wie hat denn die Schulleitung reagiert?

F: Die Schulleitung hat sich zurückgezogen und gesagt, sie müsse nochmal nachdenken und würde uns morgens am Streiktag Bescheid geben. Am nächsten Morgen gabs dann die Ansage: Wer fehlt, bekommt unentschuldigte Fehlstunden. Die Begründung war: Es gab ja noch am Nachmittag Demos. Viele von uns haben dann die Deutscharbeit geschrieben und sind trotzdem gegangen. ...

 

Hier gibt es das komplette Interview