Tarifrunde der Länder
(Online-) Mitgliederbefragung noch bis 9. März
Landauf, landab wird so getan, als ob der Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst der Länder (TdL) schon abgeschlossen sei. Das ist vor allem eine Desinformation in den bürgerlichen Medien.
Aber auch manche hauptamtlichen Verdi-Funktionäre tragen dazu bei. Wunschdenken ist dies vor allem bei den Finanzministern der Bundesländer. Denn sie kämen günstig weg, mit einem Abschluss deutlich selbst unter der offiziellen Inflationsrate.
Tatsächlich läuft aber noch die Mitgliederbefragung. Die Tarifkommission wird erst am 12. März unterzeichnen. Noch bis 9. März sind die Mitglieder gefragt. Sie können, falls keine Versammlungen und Abstimmungen im Betrieb stattfinden, mit ihrer Mitgliedsnummer auch online abstimmen (hier ist der Link: https://befragungen.verdi.de/index.php?r=survey/index&sid=191835&lang=de-informal).
Man muss allerdings auch sagen, dass die Verhandlungskommission und die Verdi-Spitze eine Annahme empfehlen. Warum eigentlich? Klar ist: Am Verhandlungstisch wollen die Finanzminister keinen Cent mehr rausrücken. Deshalb wird bei der Abstimmung konsequenterweise auch gefragt, ob die betreffenden Kolleginnen und Kollegen auch bereit sind, in einen Erzwingungsstreik zu treten, das heißt unbefristet zu streiken. Ob es dann so weit kommt, steht auf einem anderen Blatt. So hat zum Beispiel DHL in Leipzig am Flughafen-Hub auch noch einmal ein besseres Angebot vorgelegt, als Verdi die Urabstimmung eingeleitet hat.
Aber klar, wer ablehnt, muss auch bereit sein zu streiken. Nur wer kämpft kann gewinnen. Ohne die Streiks wäre das Ergebnis noch schlechter. Aber sie haben auch gezeigt, dass Streik geht. Das Ergebnis ist bisher unter Einrechnung der Laufzeit sowie der Nullmonate grottenschlecht. Im ersten Jahr 1,63 Prozent, im zweiten Jahr 1,33 Prozent und im letzten Monat nur noch 0,33 Prozent. Also wirklich kein Grund, jetzt klein bei zugeben.