Pressemitteilung der dju

Pressemitteilung der dju

Hausdurchsuchung bei Fotojournalist – dju warnt vor Einschüchterung der Presse

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di bewertet die Hausdurchsuchung bei einem Fotojournalisten im Zusammenhang mit einer Demonstration in Niedersachsen als schwerwiegenden Angriff auf die Pressefreiheit.

Dokumentiert

Der Journalist hatte eine Reportage über den in Oldenburg von der Polizei erschossenen Lorenz A. fotografisch begleitet. Im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung am Rande der Demonstration „Gerechtigkeit für Lorenz“ am 8. November durchsuchte die Polizei Hannover in der vergangenen Woche seine Wohnung. Dabei wurden Speichermedien, Telefone und Computer beschlagnahmt. Zudem wurde er erkennungsdienstlich behandelt.

 

„Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahme journalistischer Arbeitsmittel sind ein massiver Eingriff in die Pressefreiheit. Wer Kameras, Telefone und Datenträger sicherstellt, gefährdet den Schutz von Quellen und damit die Grundlage unabhängiger Berichterstattung“, betont dju-Bundesgeschäftsführerin Danica Bensmail.

 

Bereits im November 2025 hatte die dju anlässlich einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts betont, dass der Schutzbereich der Pressefreiheit auch Wohnungen und journalistische Kommunikationsmittel umfasse. Gerade freie Journalist*innen arbeiteten häufig von zu Hause aus. Deshalb müssten staatliche Stellen den Schutz von Homeoffice-Strukturen und dienstlich genutzten Geräten konsequent beachten. ... Die dju fordert die zuständigen Behörden auf, die beschlagnahmten Arbeitsmittel unverzüglich zurückzugeben und die Pressefreiheit uneingeschränkt zu achten.

 

„Wenn Pressevertreter*innen damit rechnen müssen, dass ihre Arbeit später zu Hausdurchsuchungen führt, hat das eine abschreckende Wirkung weit über den Einzelfall hinaus. Pressefreiheit lebt davon, dass Journalist*innen ohne Angst vor Repression berichten können“, erklärt die Bundesgeschäftsführerin.

 

Die dju steht solidarisch an der Seite des betroffenen Kollegen. Pressefreiheit … gilt gerade dann, wenn journalistische Berichterstattung staatliches Handeln kritisch begleitet. Die dju in ver.di wird zu diesem Vorgang Kontakt mit dem niedersächsischen Innenministerium aufnehmen.


Die dju fordert die zuständigen Behörden auf, die beschlagnahmten Arbeitsmittel unverzüglich zurückzugeben und die Pressefreiheit uneingeschränkt zu achten.