Landtagswahl Baden-Württemberg

Landtagswahl Baden-Württemberg

Ein prosaischer Blick auf die Parteien

Dieses polemische Gedicht zur Landtagswahl in Baden-Württemberg wurde am Politischen Aschermittwoch der MLPD Baden-Württemberg, der am 18. Februar in Stuttgart stattfand, als Spendenaufruf vorgetragen. Alle fett/kursiv geschriebenen Texte sind Originalzitate von den Wahlplakaten der genannten Parteien.

Von Reante Schmidt, Albstadt

Wahlkampf ist in Württemberg und Baden,

da kann ein Blick auf Parteien nicht schaden.

Ich habe angeschaut die Plakate,

und gewürzt mit der Meinung von Renate.

 

Da hat eine Partei den Klassenkampf entdeckt,

und dessen Bedeutung endlich gecheckt.

Wir werden für Arbeitsplätze kämpfen!

Im Ernst? Oder um Klassenkampf zu dämpfen?

 

Die neue Arbeiterpartei, der neue Clou:

Für den Klassenkampf – CDU!

Sie tönt: Politik für ganz normale Leute,

doch hetzt gegen Work–Life–Balance und faule Meute.

Lesen, rechnen, schreiben – gut!

Die können rechnen? Die haben Mathe im Blut?

2000 Geisterlehrer, nur im Computer existent,

über Jahre hat’s die Landesregierung verpennt.

2000 Geisterlehrer gab’s nur auf dem Papier, ach ja,

und man weiß bis heute nicht, wie das geschah.

Stadt, Land, Sicher, Polizei

mit der CDU, und was ist schon dabei,

wen stört die erstaunliche Ähnlichkeit mit der AfD-Parole von „Sicherheit“?

Zurück zur wirtschaftlichen Stärke!

Nur mit uns und merke:

Unser Land in guten Händen,

wird das Blatt endlich wenden.

CDU: neue Kraft fürs Land,

oder doch für den Kapitalisten-Stand?

 

Frau Doktor Nicole Hoffmeister-Kraut

ist auf jeden Fall eine Kapitalisten-Braut.

Und der smarte Manuel Hagel

mit Anzug und Krawatte ohne Makel

will werden Ministerpräsident,

Alles wird gut, auch wenn die Welt brennt.

 

Cem Özdemir will auch da rein:

in die Villa Reitzenstein.

Sein Programm heißt Özdemir,

das reicht vollkommen, glaubt es mir.

Ein waschechter Schwabe aus der Türkei,

bodenständig, schaffig, pragmatisch er sei.

Migrationshintergrund, ein türkischer Schwabe,

sein Türkisch-Schwäbisch ist seine besondere Gabe.

Erfahrung war nie wichtiger als jetzt, sagt er,

und huldigt den Autobossen, gibt ihnen die Ehr.

 

Während Mensch und Umwelt leiden,

sagt er: Stabil in bewegten Zeiten.

Vertrauen fängt mit Zuhören an.

Dann hör mir mal zu, du guter Mann:

Frieden und Umwelt habt ihr Grünen verraten,

und weil so mancher riecht den Braten,

sagst du es nicht gern, und nur ganz leise:

Ich bin bei den Grünen, so eine ….

Bildung kostet, keine Bildung kostet mehr!

2000 Geisterlehrer sind da nur logisch und fair.

Weder Bildung noch keine Bildung – das war der Trick

in der digitalen Geisterbahn auf Computer-Stick.

 

Der Slogan der SPD überzeugt auch mich,

er heißt schlicht: Es geht um dich!

Der Slogan der SPD glasklar steht:

Weil es um dich geht!

Den kann man beliebig kombinieren,

und damit jedes Versprechen kreieren:

Weil es um gleiche Chancen geht,

wenn es um Bildung geht!

Weil es um faire Mieten geht,

wenn es um Wohnen geht.

Weil es um Würde geht,

wenn es um Pflege geht.

Und so weiter, und so heiter.

Oh SPD, mit so schlechten Reimen,

kannst du nicht das Proletariat hinter dich vereinen.

Sowieso in Baden-Württemberg,

wirst du bleiben doch ein Zwerg.

Auf Tour für dich geht Andreas Stoch,

in der Hoffnung: Und sie bewegt sich doch.

 

Der Slogan der FDP ist einfach genial:

Zurück auf Vorwärts! Und das digital!

Wo ein Rülke ist, ist auch ein Weg.

Zurück auf vorwärts – das ist echt schräg.

Lassen wir die Wirtschaft wachsen, nicht Bürokratie.

Zurück auf Vorwärts, sagt das Rülke-Genie.

Politik ist wie Verkehr – wer hätte das gedacht?

Es geht nur vorwärts – der Autoboss lacht.

Zurück auf vorwärts – einfach toll!

Die FDP nimmt den Mund ganz schön voll.

Rülke bleibt Rülke, damit sich alles ändert,

oder damit die FDP wieder mal kentert?

Schaffen statt schwätzen! Sie vertreten,

und schielen dabei auf üppige Diäten.

Und scheitern vielleicht, wenn auch mit Würde

an der fiesen Fünf-Prozent-Hürde.

 

Die AfD lügt, sie wäre für den kleinen Mann,

und meint: Jetzt sind wir mal dran.

Lasst uns mal machen, sagen sie,

und entfalten ihre Demagogie.

Illegale fürchten diesen Blick

der strengen Frohnmaier-Augen, ein übler Trick.

Wie kann ein Mensch nur sein illegal?

Das Menschenbild ist armselig und brutal.

Es sind zu viele! Das durchaus richtig wäre,

wenn sie meinten: Ausbeuter und Milliardäre.

Unser Stadtbild soll schöner werden!

Genau: AfD-Plakate das Stadtbild gefährden.

Ihr Hauptslogan ist: Jetzt mal ehrlich.

Ich sage: Die sind brandgefährlich.

Faschisten gehören schlicht verboten.

Das ist heute dringend geboten.

 

Das waren jetzt so einige Phrasen,

die sie schamlos in die Luft blasen.

Der Schwabe denkt: Was lese ich da?

Und betet: Oh Herr, lass endlich Hirn ra!

Das Stadtbild wäre doch nicht schlecht,

Ohne diese dummen Sprüche – aber echt!

 

Die Linke plakatiert: Eine bessere Welt für alle!

Das wäre der Kommunismus in jedem Falle.

Dafür braucht’s aber sozialistische Revolutionen,

und keine reformistischen Illusionen.

Trotzdem: Antifaschismus und Kapitalismuskritik,

da gehen wir mit den Linken mit.

Drum kann ich euch empfehlen,

diesmal die Linke zu wählen.

Gegen Krieg und Faschismus zusammenstehn!

Unser Slogan: Make Socialismus great again!

 

Dafür habe ich noch eine Idee:

Spendet für die MLPD!

Holt Münzen und Scheine aus der Hose

und werft sie dann in diese Dose.

Das ist nützlich und geht fix,

denn von Phrasendreschern kriegen wir nix.

 

Wie man für die MLPD spenden kann, steht hier