Bisher größte antifaschistische Demonstration dieses Jahr

Bisher größte antifaschistische Demonstration dieses Jahr

Düsseldorf: Über 10.000 protestieren gegen Höcke

Auf Einladung der Düsseldorfer AfD trat Björn Höcke am Montag im Kulturhaus Düsseldorf Süd im Stadtteil Garath auf. Garath war bei den letzten Wahlen der Stadtteil mit den höchsten AfD-Stimmanteilen.

Korrespondenz

Das ist aber nur eine Seite. Der Stadtteil ist vor allem bestimmt durch einen relativ hohen Anteil Einwohner mit Migrationshintergrund. Die Arbeitslosigkeit und Armut ist hier am größten.

 

Garath ist bunt – nicht braun. Das erfuhren wir bereits am Samstag bei einem Einsatz in der Garather Fußgängerzone mit unserer Sonderausgabe der Düsselstimme. Die überwiegende Mehrheit ist gegen die AfD und den Höcke-Auftritt, auch unter den Einwohnern ohne Migrationshintergrund. Die Mieten sind niedriger als in anderen Düsseldorfer Stadtteilen, allerdings gibt es seit Jahren immense Mietpreissteigerungen, was eines der größten Probleme für die Bewohner ist.

 

Sehr breit war auch der Protest am Montag: von Gottesdienst bis Fortuna-Ultras, von „Düsseldorfer Appell“ (bürgerliches Bündnis u.a. aus Grüne, SPD, CDU) über die lokale Initiative „Garath – tolerant und weltoffen“ bis zu autonomen Gruppen. Dabei waren Musikbands sowie auch viele Antifaschisten von außerhalb Düsseldorf. An verschiedenen Stellen in Garath rund um das völlig abgeriegelte Kulturzentrum gab es verschiedene Kundgebungen und Veranstaltungen.

 

Am größten war die Demo von DSSQ (Düsseldorf stellt sich quer) mit über 7000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Daran beteiligten auch wir von der MLPD uns mit unserm offenen Mikrofon, was vor allem für Sprechparolen genutzt wurde und so zur kämpferischen Stimmung beitrug. Das Ziel von DSSQ, alle Zugänge zu blockieren und die Veranstaltung zu verhindern, konnte nicht erreicht werden. Dafür sorgte die Polizei, die auch vereinzelt Schlagstöcke und Tränengas einsetzte.

 

Allerdings konnte die Höcke-Veranstaltung erst mit deutlicher Verspätung beginnen, was zumindest ein Teilerfolg ist. Der größte Erfolg bestand aber in der Breite des Bündnisses und in der großen Einheit in der Frage, dass etwas gegen die faschistische Gefahr getan werden muss und dass man den Faschisten und ihrer Demagogie keinen Raum lassen darf.