Internationaler Frauentag
Diskussion um „Generalstreik 9. März“ und ob man „Care-Arbeit“ bestreiken kann
Ausgehend von Social Media gibt es Aufrufe, am 9. März einen „Generalstreik“ (egoughgenug.org) oder „Frauenstreik“ (intersektionale feministische Bewegung „Töchterkollektiv“) zu machen. Die Ver.di-Mitgliederzeitung publik 1/2026 schreibt dazu: „Mit dem Frauenstreik am 9. März solidarisieren sich die Ver.di‑Frauen.“ Schon früher hatte z.B. der ver.di-Bezirk Hessen konkrete gute Vorschläge gemacht wie „kämpferische Mittagspausen, thematische Betriebsversammlungen, Dienst nach Vorschrift, symbolische Urabstimmungen und Solidaritätsaktionen“.
Dass in vielen Aufrufen zum Frauenstreiktag aber jeweils auch zum „Bestreiken der unbezahlten Sorgearbeit“ aufgerufen wird, ist dagegen ein Einfluss des kleinbürgerlichen Feminismus. Als ob der Mann die Frau ausbeute. Der Feminismus nimmt die reaktionäre bürgerliche Staats- und Familienordnung als Ursache der Unterdrückung der Frauen aus der Schusslinie. Natürlich spiegelt sich diese bürgerliche Familienordnung auch in bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Moralvorstellungen, Traditionen oder „Geschlechterrollen“ auch unter den Massen wider. Auch das sind Fragen, die in die Gewerkschaft gehören, die mit Kollegen – aber auch Kolleginnen – kritisch diskutiert werden müssen.
Die MLPD hat dazu einen klaren Standpunkt: Die bürgerliche Staats- und Familienordnung ist das Gegenstück zur Ausbeutung der Arbeitskraft im Kapitalismus. Es sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Beides kann nur durch die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus beseitigt werden. Daher setzt sich die MLPD dafür ein, dass klassenbewusste Frauen sich in der MLPD und in der Gewerkschaft organisieren, und fördert sie dabei. Der Kampf zur Befreiung der Frau ist Teil der Lösung der sozialen Frage in einer sozialistischen Gesellschaft.
Im Gegensatz dazu sind die UN Women, die auch bei „enoughgenug.org“ mitarbeiten, daran interessiert, die kämpferische Frauenbewegung in kapitalismuskonforme Bahnen zu lotsen. Vielerorts finden entsprechend unter dem Slogan „Generalstreik“ einfach Filmvorführungen statt. Der Film „Ein Tag ohne Frauen“ handelt vom Kampf der Frauen in Island, die am 24. Oktober 1975 zu 90 Prozent ihre Arbeit niederlegten, ihre Kinder zur Versorgung dem Ehemann auf der Arbeit vorbeibrachten und auf die Straßen gingen. Solche Filmvorführungen mit Diskussion von Schlussfolgerungen für heute zu verbinden, ist Teil eines vielfältigen Programms am Internationalen Frauentag. Auch werden sicherlich viele junge Frauen über Social Media auf diese Kanäle stoßen und selbständig örtliche Aktionen dazu am 9. März anmelden. Schaut nach, was es bei euch in der Stadt gibt. Wo möglich und sinnvoll, lohnt sich die aktive Teilnahme. Die MLPD wendet sich in ihrer Arbeit rund um den Internationalen Frauentag an die Masse der Frauen, besonders die vielen jungen Frauen (und auch Männer), wird den Gedanken der antifaschistischen Bündnisarbeit stärken und den echten Sozialismus in die Diskussion einbringen. Dazu vertreibt sie auch breit ihre Literatur wie „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau – eine Streitschrift“.