Dokumentiert
Keinen Spielraum den modernen Faschisten!
Die folgende Korrespondenz von Kollegen von Mercedes-Benz in Sindelfingen beschreibt, wie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der IG Metall in antifaschistischer Einheit einen Auftritt der AfD bzw. von "Zentrum Automobile" vor Tor 1 des Werks verhindert haben. Sie stammt von der Seite der Internationalen Automobilarbeiterkoordination und die Redaktion dokumentiert sie:
Wertet man „Zentrum“ und die AfD auf, wenn man Gegenaktionen im Betrieb und vor dem Tor gegen sie macht? Oder zeigen wir immer klare Kante: „Keinen Fußbreit den Faschisten!“, wie wir das aus der Geschichte gelernt haben? Diese Diskussion wird unter Betriebsräten und Vertrauensleuten, IG-Metallern etc. laufend geführt.
Am letzten Freitag, den 13. Februar, erlebten die AfD’ler um Alice Weidel und Markus Frohnmaier, der übrigens zur Landtagswahl am 8. März, Spitzenkandidat der AfD in Baden-Württemberg, ist, ein ziemliches Waterloo – „Keinen Spielraum für Faschisten und ihre Hetze geben!“ hat sich durchgesetzt.
Innerhalb von zwei Stunden nach Bekanntwerden eines geplanten AfD / "Zentrum"-Auftritts vor Tor 1 bei Mercedes-Benz in Sindelfingen waren über 100 IG-Metaller mobilisiert: Vertrauenskörperleitung und Ortsverwaltung Stuttgart kamen vor Ort.
Unser Betriebsratsvorsitzender stellte in einer kämpferischen Rede klar: „Die IG Metall vertritt die Interessen der Kolleginnen und Kollegen bei Mercedes-Benz. Wir haben mit unserer Stärke der IG Metall die Pläne des Konzerns, wie Streichung der Gewinnbeteiligung, der Jubiläumsfeiern und Jubiläumsgelder, der Sonderzahlungen usw., weggefegt. Wir als IG Metall kämpfen um Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Wir sind Demokraten und zeigen heute klare Kante: Menschen, die mit demokratischen Mitteln jetzt kandidieren, um dann die Demokratie abzuschaffen, werden wir niemals akzeptieren. Deshalb brauchen wir bei der Betriebsratswahl auch ein starkes Ergebnis, um unsere Interessen stark durchsetzen zu können.“
Bereits um 12 Uhr sagten die AfD und „Zentrum“ ihre angekündigte Werbeshow vor Tor 1 dann feige ab, sie hatten wohl angesichts des Gegenwinds kalte Füße bekommen. Ihr medialer Auftritt, geplant mit Fernsehen, war geplatzt. Wir freuten uns riesig über diesen Erfolg; alle waren stolz, dass wir das gemeinsam hinbekommen haben.