Politischer Aschermittwoch in Ingolstadt
Für die zukunftsträchtige Perspektive: Vereinigte sozialistische Staaten der Welt!
Für die zukunftsträchtige Perspektive: Vereinigte sozialistische Staaten der Welt! So endete die angriffslustige, aber auch sehr nachdenklich machende Rede zum diesjährigen politischen Aschermittwoch im „Herkunftsland“ dieses wichtigen Tages des Volkswiderstandes – in Bayern.
Dieses Mal in Ingolstadt. Für die Landeshauptstadt München gibt es drei Monate vor Wahlen, die Kommunalwahl ist am Internationalen Frauentag, dem 8.3., für politische Parteien, auch wenn sie nicht kandidieren, keine städtisch geförderten Räume. Andere Räume, wie z.B. Gaststätten, nehmen horrend hohe Umsatzgarantien. Diese Praxis wird zunehmend zur hohen Hürde für Parteien, die nicht am Tropf staatlicher Parteifinanzierung hängen.
Es haben sich rund 40 Freundinnen und Freunde nicht nehmen lassen, in Ingolstadt Zuversicht zu tanken. Es gab nicht das von bürgerlichen Parteien gewohnte Bashing, es gab einen tiefen Einblick in die vielfältigen Formen des Widerstandes überall auf der Welt: gegen den Völkermord in Palästina, gegen den Terror der ICE in USA und überhaupt gegen die faschistische Trump-Regierung, die andauernden und teils erfolgreichen Widerstände gegen die Zerstörung der demokratischen Errungenschaften in Rojava, gegen die Mullahs im Iran – überall auf der Welt formieren sich antiimperialistische Bewegungen.
Auch die Zusammenhänge der Aufrüstung bei uns mit den Angriffen auf die Lebensverhältnisse der Menschen wurden fundiert thematisiert. Um den Blick zu weiten, wie insbesondere die Arbeiterklasse ihre Verantwortung übernimmt. Um nicht zum 3. Mal auf einem Schlachtfeld des imperialistischen Konkurrenzkampfes zu enden, sondern eine Perspektive zu erkämpfen für die Menschen auf diesem Planeten. Mit Spannung aufgenommen wurde auch die Bewertung der absolut krassen Epstein-Files, die auch zeigen, dass die Herrschenden sich keineswegs alles erlauben können, sich mitunter auch zu sicher fühlen. Das gilt insbesondere für Donald Trump, der einige Niederlagen hinnehmen musste.
Das Kulturprogramm leitete ein junger Kurde ein mit zwei Liedern aus der reichhaltigen Geschichte des Kampfes in Westasien. Zwei Komponisten, Asik Sadik und Pir Sultan Abdal, thematisierten den uralten Traum von Freiheit. „Gewalt und Unterdrückung vergehen, Wahrheit und Widerstand bleiben.“ Und einem Aufruf an die kämpfenden Menschen: „Stehe zu deinen Überzeugungen und verliere sie nicht für Vergängliches.“ Eines der Lieder ist immerhin 500 Jahre alt.
Der Besuch eines dieses Mal offen agierenden V-Mannes erhellte nicht nur deren Praktiken, z.B. mit dem „Datenstaubsauger“ von Palantir, sondern auch die völlig unterschiedliche Rechtsprechung gegen den „AfD-Grünschnabel“ Halemba, der in Bayern für Nötigung, Steuerhinterziehung und faschistische Propaganda weniger Tagessätze erhielt als eine palästinasolidarische Person für einen Instagram-Post und einen Satz in einer Rede, wo die Wörter „River“ und „Sea“ vorkamen. Dümmliche, inhaltlose Wahlplakate für die bayerische Kommunalwahl waren nur schwer zuzuordnen, wie ein Quiz eines Freundes aus Augsburg zutage förderte. Dass das Thema „Ordnung und Sicherheit“ sofort der AfD zugeordnet worden ist – und nicht der SPD, die sowas plakatiert, ist mindestens bedenklich.
Mit den gemeinsam gesungenen Liedern „Lebe Palästina“ und „Die Zeit ist reif“ endete der optimistisch stimmende Abend in Ingolstadt.