Hamburg
Auftakt zum 2. Schülerboykott gegen Wehrpflicht
Am Freitag, dem 20. Februar 2026, machten die Hamburger Schüler ihren Unterrichtsboykott im Rahmen des 2. bundesweiten „Schülerstreik gegen die Wehrpflicht", der am 6. März 2026 stattfinden wird.
Auftakt deshalb, weil der 6. März in den Hamburger Schulferien liegt. An der Auftaktkundgebung beteiligten sich weit über 1000 Schüler, bei der Demo zum Rathaus waren es 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Parolen gingen von „Nie wieder Wehrpflicht“,“Wir sterben nicht für Eure Kriege“ über „Viva, viva, Palästina“ und „Rheinmetall und Deutsche Bank, der Hauptfeind steht im eigenen Land“ bis „Jugend, Zukunft, Sozialismus“. Es entwickelt sich eine antimilitaristische und sozialistische Jugendbewegung.
Entsprechend breit waren die Diskussionen vor Abmarsch der Demo. Reicht es, sich nur gegen die Wehrpflicht bei Freiwilligkeit des Wehrdienstes einzusetzen? Die Masse der Schüler sprach sich gegen die Bundeswehr und die Vorbereitung von Kriegen überall auf der Welt aus. Aber was hat es mit der „angespannten Weltlage“ auf sich? Es entwickelte sich in Diskussion mit Gruppen von Schülern großes Interessen am Standpunkt der MLPD: An Lenins Imperialismustheorie, wie der kapitalistische Konkurrenzkampf um Märkte umschlägt in Kriege zur Neuaufteilung der Welt. Und wie die Oktoberrevolution in Russland und die Novemberrevolution in Deutschland den Ersten Weltkrieg beendete.
„Aber Sozialismus ist doch eine Utopie.“ Hier war die Beweisführung von Marx und Engels gefragt, dass der Sozialismus mit der industriellen Produktion und Forschung, vor allem aber mit dem internationalen Industrieproletariat als revolutionäre Klasse materiell vorbereitet ist. Schüler waren beeindruckt, wie die MLPD eine systematische Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft macht; und dass Hafenarbeiter und Seeleute am Mittelmeer Streiks gegen Waffenlieferungen nach Gaza und die Ukraine führen.
Welche positiven Schlussfolgerungen sind aus dem Verrat am Sozialismus zu ziehen? Die MLPD wurde von zwei Gruppen aus dem Umland eingeladen, sich vorzustellen; ein kleines Treffen fand schon direkt nach Ende der Demo in einem Café statt. Andere gaben ihre Adressen aus Interesse am Aufbau des Jugendverbands REBELL oder der Gaza-Solidaritäts-AG des REBELL. Wir vertrieben zehn Exemplare des Parteiprogramms und erhielten dafür etwas mehr als 15 Euro Spenden.
Bei der Abschlusskundgebung, bei der auch eine Band auftrat, sprachen Schüler, die mit bis zu 100 Mitschülerinnen und Mitschülern aus ihren Schulen kamen. Eine verdi-Sprecherin zog die Verbindung zu den Streiks der Arbeiter und forderte das Recht auf Streik in politischen Fragen - für den Kampf gegen den Krieg. Beteiligt waren viele Organisationen wie Solid, Linkspartei, DKP, SDAJ, die MLPD, die GEW, Internationale Jugend, DIDF Young Struggle.