Straßburg
15.000 Menschen demonstrieren für die sofortige Freilassung von Abdullah Öcalan
Trotz Dauerregen und Kälte und gleichzeitig stattfindenden Protesten gegen die (Un-)Sicherheitskonferenz in München demonstrierten über 15.000 Menschen aus ganz Europa, überwiegend kurdischer Herkunft, in Straßburg für die sofortige Freilassung Abdullah Öcalans und die Verteidigung der Errungenschaften in Rojava.
Dabei waren auch große Gruppen der ICOR-Mitgliedsorganisation MLKP (Marxistisch-Leninistische Partei Türkei / Kurdistan) aus Frankreich und der Schweiz, eine Delegation der DKP (Revolutionäre Kommunistische Partei der Türkei), der iranischen PJAK und der MLPD.
Mit kämpferischer Stimmung, Musik und Tanz gab es ein abwechslungsreiches Programm auf einem Platz mit vielen Info-, Bücher- und Essständen. Ich selber konnte mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus vielen Ländern Europas (Griechenland, Schweiz, Niederlande, Frankreich usw.) zum großen Teil recht tiefgehende Gespräche, auch kontroverser Art, aber auf Augenhöhe führen.
Bücher und Broschüren der MLPD konnten aus verschiedenen Gründen nicht verkauft werden. Schweizer Mitglieder der MLKP baten darum, Grüße an Stefan Engel und seine Frau auszurichten, die sie persönlich kennen. Um 15 Uhr fuhr dann der volle Bus von Mannheim zurück Richtung Deutschland.
Beim Grenzübertritt in Lauterburg erfolgte dann die „Überraschung“. Die deutsche Bundespolizei stoppte alle Busse, und wir mussten über eine Stunde warten, bis alle Ausweise kontrolliert waren und wir weiterfahren durften. Auf meine Frage an einen Polizisten, wieso sie das machen würden, meinte er, es sei wegen der Sicherheit. Wir kämen doch bestimmt von Demonstrationen und sie müssten schauen, ob alles in Ordnung sei. Ich wollte ihn noch fragen, ob solche Kontrollen auch in Zusammenhang mit faschistischen, europaweiten Demonstrationen im Ausland stattfinden würden, aber die Beamten gingen an einer anderen Bustür hinaus.
Von einer iranischstämmigen Teilnehmerin an einer gleichzeitig stattfindenden Demonstration in Brüssel gegen das faschistische Mullah-Regime und gegen eine Rückkehr zur ebenfalls faschistischen Schah-Diktatur erfuhr ich, dass es bei ihnen bei der Rückkehr auch die Buskontrollen gegeben hat.