ThyssenKrupp / HKM

ThyssenKrupp / HKM

ThyssenKrupp weicht zurück – jetzt geht’s in die nächste Runde!

Der folgende Artikel der Redaktion HKM Duisburg und tkSE Hamborn / Beeckerwerth 1 ist in einer aktuellen Extra-Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen im Stahlbereich, „Stahlkocher“, erschienen.

Aus der Kollegenzeitung „Stahlkocher“

Viele waren ziemlich überrascht, als am Freitag die Einigung zur Fortführung von HKM durch Salzgitter kam. ThyssenKrupp und Salzgitter haben sich darauf geeinigt, in Verbindung mit dem Versprechen eines Elektrolichtbogenofens als Ersatz für einen Hochofen. Das ist ein wichtiger Erfolg, den wir durch unsere Streikaktionen, der wachsenden Solidarität aus anderen Betrieben, Gewerkschaften und der Bevölkerung erreicht haben. Die Vorstände López von ThyssenKrupp und Groebler von Salzgitter hatten offensichtlich Sorge, einen unbefristeten Streik zu riskieren. Deswegen haben sie eingelenkt und sind zurückgewichen.


Von wegen „Wir können ja eh nix machen“. Dass ThyssenKrupp jetzt kleinbeigibt, beweist doch das Gegenteil. Wir können unsere Interessen gegen die Vorstände durchsetzen, wenn wir unsere IG Metall zur Kampforganisation machen und einen Streik organisieren! Der Gedanke verbreitete sich, dass wir mit den Kollegen von tkSE und anderen Betrieben gemeinsam strecken müssen! Zusammen – mit der Jugend vorne dran – sind wir eine wirkliche Kraft.

1000 Arbeitsplätze gesichert, sollen wir damit zufrieden sein?

Wir sollen akzeptieren, dass 2100 Arbeitsplätze vernichtet werden. Das betrifft die Familien, Frauen und Kinder unserer Kolleginnen und Kollegen, deren Arbeitsplätze dann weg sind, die ganzen Zulieferer, Fremdfirmen und Leiharbeiter. Vor allem aber die Jugend; es werden ja dann wesentlich weniger ausgebildet und übernommen. Mit den 11.000 Arbeitsplätzen bei ThyssenKrupp ist das für die ganze Region doch nicht „sozialverträglich“. Es bleibt ein großer Kahlschlag, den wir nicht akzeptieren können!


Dafür haben wir nicht gekämpft – sondern für den Erhalt unserer Arbeits- und Ausbildungsplätze! Sollen wir mit der IG Metall nur noch die besten Bedingungen oder die Höhe der Abfindungen aushandeln? Dafür vorsichtshalber die Füße stillhalten, um das Abkommen nicht zu gefährden? Zu was würden wir damit unsere Jugend erziehen – zu Duckmäusen, die alles mit sich machen lassen! Stattdessen sollten wir sie zu selbstbewussten Arbeitern erziehen, gemeinsam den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu führen und einen selbständigen Streik organisieren!

 

Das richtet sich auch gegen die Regierung, die umfassende Angriffe auf unsere soziale Lage vorhat, den Acht-Stunden-Tag kippen, das Rentenalter erhöhen will usw. Dagegen brauchen wir offensive Forderungen, wie die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! So können wir Arbeitsplätze in der ganzen Industrie sichern. Unsere Stärke mit Streiks auch ausspielen – gegen Faschismus und Weltkriegsvorbereitung. Als organisierte Arbeiterklasse Verantwortung übernehmen und die Jugend dazu erziehen!

 

Ergreifen wir selbstständig Initiative, beraten wir untereinander und mit unseren Vertrauensleuten, wie wir das durchsetzen. Bringen wir unsere Forderungen auf Vertrauensleutesitzungen und der Betriebsversammlung ein!


Für den Erhalt aller 3100 Arbeitsplätze bzw. entsprechende Ersatzarbeitsplätze und unbefristete Übernahme aller Azubis. Da reicht ein bis zwei Stunden Streik nicht, sondern einen ganzen Tag oder unbefristet.


Machen wir Pausenversammlungen und beraten uns zum Schichtwechsel, wie wir das organisieren!
Sagen wir bei der Betriebsversammlung unsere Meinung und bereiten das gemeinsam vor!