Tarifrunde

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Tag 2 im Streik am Uniklinikum Leipzig

Mit einer leicht gewachsenen Streikbeteiligung setzte die Frühschicht heute um 6 Uhr den Streik am Uniklinikum Leipzig fort.

Tag 2 im Streik am Uniklinikum Leipzig
Kolleginnen und Kollegen berichten bei der Streikversammlung heute in Leipzig aus ihrem Arbeitsalltag (rf-foto)

Heute waren die Streikposten besser besetzt als gestern, berichten die Koordinatoren der Streikposten. "Das lief gestern suboptimal", erzählt einer der beiden - im Normalberuf arbeiten sie als Krankrnpfleger. "Gestern waren nicht alle Tore besetzt."

 

Überwiegend solidarisieren sich auch ärztliche Kolleginnen und Kollegen sowie Patienten, die den Posten am Haupteingang passieren. "Aber manche ließen sich auch durch einen negativen Bericht in der MDR-Nachrichtensendung von gestern Abend beeinflussen." Der ärztliche Direktor der Klinik vermittelte dort mit leichenbitterer Miene den Eindruck, der Streik würde schrecklichste Folgen für Kinder und Tumorpatienten haben.

 

"Natürlich müssen OPs ausfallen, das ist ja der Sinn des Streiks", ärgern sich Streikende aus dem OP. "Wenn aber wegen Personalmangel oder Krankheit OP-Säle gesperrt werden, gibt es keine Sondersendung im MDR." Obwohl das Gang und gebe ist. So durch die Medien verhetzt, tobte einer am Streikposten: Euch Streikende muss man alle in Haft nehmen." Andere machten abfällige Handbewegungen oder plapperten die Fake News der Klinikleitung nach.

 

Das Streiklokal war trotzdem und zum Teil gerade deswegen gut gefüllt. Zeit für viele spannende Gespräche. Eine deutlich größere Demo zog später zur Kundgebung in die Innenstadt, unterwegs sammelte sie Streikende der AOK, der Universität, der Landesdirektion und der Uni-Mensen. Kolleginnen und Kollegen berichteten aus ihrem Arbeitsalltag. Ein Kollege entlarvte anhand seine Lieblingsschokolade, Haferflocken und einem Pixi-Kinderbuch, wie die reale Inflation bei ca 25% liegt. Da nütze es auch nichts, wenn Kühlschränke und Fernseher im Media Markt günstiger werden.

 

"Auch heute traten wieder viele in die Gewerkschaft ein", berichtet einer der Verdi-Vertrauensleute. "Mit einigen haben wir gestern schon diskutiert, aber mit einem diskutiere ich seit drei Jahren über diesen Schritt. Klasse, dass er endlich dabei ist."

 

Ob es Mittwoch/Donnerstag einen Abschluss gibt, wird man sehen. Aber in jedem Fall geht die Gewerkschaft deutlich gestärkt in die künftigen Auseinandersetzungen.