Tarifrunde Öffentlicher Dienst
Streiktag in Potsdam
Mindestens 4000 Menschen folgten dem Warnstreikaufruf ihrer Gewerkschaften wie Ver.di, Gewerkschaft der Polizei, IG Bau, und GEW und zogen in einem lauten Marsch durch die Potsdamer Innenstadt zum Luftschiffhafen.
Man spürte viel Entschlossenheit und Kampfkraft, sich in dieser Tarifrunde nicht abspeisen zu lassen und die 7 Prozent, mindestens jedoch 300 und 200 Euro Lohnerhöhung für Azubis zu erkämpfen. Es gab Schilder wie „Zusammen geht mehr“ und „Löhne rauf, sonst zahl’ ich drauf“. Verdi-Chef Frank Werneke sprach vor dem Kongresshotel und sagte, Geld sei da, es sei nur falsch verteilt.
Die „Arbeitgeber“ können sich eine Lohnerhöhung in Höhe von Inflation plus „einen Schnaps obendrauf“ vorstellen, was ihre Einstellung zu den Kolleginnen und Kollegen ausdrückt. Unserem Argument, dass wir den Streik aus vollem Herzen unterstützen, jedoch über ein System hinausdenken müssen, das für uns einfache Menschen nur noch Inflation, Arbeitsplatzvernichtung, Rechtsentwicklung und Kriegsvorbereitung auf unserem Rücken bereithält, stimmten viele zu, und der Flyer „Ungewöhnliche Zeiten erfordern mutige Entscheidungen“ wurde gerne genommen.
Einige kannten die MLPD bereits. Es gab jedoch auch die Reaktion, bei der Demo nicht über Politik sprechen zu wollen. Eine Erzieherin aus Berlin, 63 Jahre alt, erzählte uns, sie fürchte sich vor der Rente. Aufgrund von Familienarbeit bekommt sie keine 45 Jahre zusammen und hat auch nicht Vollzeit gearbeitet. Ständig seien Kolleginnen und Kinder krank und man steckt sich neu an. Es gäbe keine Kontinuität bei der Arbeit und wahrscheinlich wird sie später Bürgergeld beantragen müssen. Von wegen Lifestyle-Teilzeit!
Wir luden alle, mit denen wir sprachen, zum Politischen Aschermittwoch am 18. Februar nach Berlin in den Treff International ein.