Gelebte Solidarität
Palästina WIRD leben!
In dem Mediendschungel lesen und hören wir aktuell kaum etwas über die Situation im Gaza-Streifen und in Palästina. Nur wer die Möglichkeit hat, aufwändig zu recherchieren, findet Berichte. Das hat Methode: die großen Medienkonzerne bestimmen, was in die Medien kommt und was nicht. Was nicht groß in den Schlagzeilen erscheint, existiert nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
Seit der brüchige Waffenstillstand in Kraft getreten ist, wurden über 500 Menschen getötet und das Morden geht weiter. Kinder, die z. B. Brennholz suchen und die gelbe Linie übertreten, werden erschossen – wenn die israelische Armee sagt, dass es sich um Terroristen handelt, dürfen sie nach ihrer menschenverachtenden Logik auch sofort erschossen werden.
Es fehlt an Allem! Humanitäre Hilfsgüter, u.a. Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Materialien für Notunterkünfte z. B. der UNRWA liegen in Ägypten und Jordanien fest, weil die israelische Regierung die Einfuhr nach Gaza verweigert. Es könnten ja Waffen sein. Beweise? Fehlanzeige. Warum auch? Der Grenzübergang bei Rafah ist mittlerweile zwar geöffnet, aber es dürfen täglich nur 50 Personen ein- oder ausreisen.
37 Hilfsorganisationen hat Israel im Januar verboten, im Gazastreifen zu arbeiten, weil sie die neuen “Sicherheits- und Transparenzstandards” nicht einhalten. Nur, dass die israelische Regierung und ihr Militär selbst sich an keinerlei Sicherheits- und Transparenzstandards halten. Oxfam z. B. weigert sich völlig zu Recht, Namen der Mitarbeiter mit Kopien ihrer Reisepässe, Lebensläufe und Namen von Familienmitgliedern an Israel zu übermitteln. Es bezeichnet sie als “Kill-List”, denn Israel gibt keine Garantien, dass die Mitarbeiter im Gaza-Streifen sicher sind.
Während des Krieges hat Israel gezielt Schulen und Krankenhäuser bombardiert. Über 70 Prozent der Gebäude sind fast komplett zerstört, es gibt kein Grün mehr. Die Menschen leben in bitterer Kälte und Nässe in Zelten; die Säuglings- und Kindersterblichkeit ist hoch. Die Menschen kämpfen ums Überleben – aber ihren Lebenswillen können die israelischen Zionisten nicht brechen! Mit großer Begeisterung gehen die Kinder unter widrigen Umständen zur Schule – es können gar nicht alle Kinder unterrichtet werden – ihr Drang nach Wissen und einer Perspektive ist groß!
Nun will der sogenannte “Friedensrat” unter der selbsternannten lebenslangen Leitung von Trump am 19. Februar in den USA über den Wiederaufbau “verhandeln”. Da geht das Geschacher los, wer seinen Profit aus dem sogenannten Wiederaufbau zieht. Weil es eben nicht darum geht, den Palästinensern ein würdiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – das wird bereits seit der Nakba 1948 gezielt verhindert! Mit diesem “Friedensrat” werden gerade sehr viele Böcke zu Gärtnern gemacht.
Doch die organisierte Solidarität bricht sich Bahn! Sie muss stärker werden, sich besser vernetzen und organisieren! In Deutschland organisiert der Jugendverband REBELL seit September “Gaza-Soli-AG’s. Im Dezember wurde die Organisationsform “Palestine must live! - Palästina muss leben!” als eigene Organisationsform in Solidarität International gegründet. Sie hat ein eigenes Statut und Leitlinien für ihre Arbeit. Die gewählte Koordinierungsgruppe hat sich am 24.1.26 konstituiert und die Arbeit aufgenommen. Mittlerweile gibt es über 20 Organisationen an verschiedenen Orten und sie entwickeln vielfältige Aktivitäten, wie Sponsorenessen oder Mahnwachen und Protestaktionen . Sie unterstützen den ICOR-Solidaritätspakt mit dem Al-Awda-Krankenhaus. Über 100 Brigadistinnen und Brigadisten stehen bereit, um in Gaza ein Gesundheitszentrum zu bauen, medizinische Hilfe, und Kinder- und Jugendarbeit zu unterstützen. Hier werden bereits Medikamente und medizinisches Gerät gesammelt und recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt, günstiges Baumaterial und Gerät zu bekommen und sicher nach Gaza zu transportieren, wenn die Situation es zulässt. Es wurden bereits über 300.000 Euro gesammelt als Akuthilfe und für den Aufbau einer Gesundheitsstation.
Über jeden Cent wird Rechenschaft abgelegt! Bei einem Video-Call berichtet ein Arzt einer Al-Awda-Klinik in Gaza: "Wir haben 10.000 Dollar der von euch erhaltenen Mittel in die Einrichtung dieser Abteilung investiert. Wir haben etwa 25.000 Dollar der von euch erhaltenen Mittel für die Installation einer Heizungsanlage für die Frauenstation und die Entbindungsstation verwendet. Die Arbeiten sind im Gange und werden innerhalb der nächsten 20 Tage abgeschlossen sein. Wir haben außerdem etwa 20.000 Dollar in die Installation einer Solaranlage investiert, um die Entbindungsstation und das Krankenhaus in Al-Nuseirat mit Strom zu versorgen. Diese Anlage wird etwa 20 Prozent der Energie liefern, die für den Betrieb der Frauen- und Entbindungsklinik im Al-Awda-Krankenhaus in Al-Nuseirat benötigt wird."
Das ist gelebte Solidarität und uneigennützige Hilfe, die anziehend wirkt, viel Mut macht und moralisch stärkt – arbeiten wir daran, dass sie sich verbreitert und eine überlegene Kraft zur imperialistischen Moral und Verkommenheit wird!