Faktencheck zum Schulstreik gegen Wehrpflicht am 5. März
Massive Hochrüstung der Bundeswehr zu einer Offensiv-Armee
Panzer, Raketen, Kampfbrigaden im Ausland – mit Wumms und Doppelwumms hat der Bundestag dafür extra 600 Milliarden Euro – Neu-Schulden! - bereitgestellt. Wie werden diese Gelder für Mord und Totschlag investiert?
Bundeswehr-Problem Nr. 1: Personal!
Seit Jahrzehnten krebst die Armee herum zwischen 180.000 und 185.000 Menschen in Uniformen. Geplant sind 260.000! Mit einer Wehrpflicht kann diese Zahl aber relativ schnell erhöht werden: Der Ukrainekrieg demonstriert mit Zigtausenden toten Soldaten auf beiden Seiten, wie wichtig große Truppenstärken sind.
Hier gibt es scheinbar widersprüchliche Zahlen. Einerseits meldet die Armeeführung prahlerisch: „Im Jahr 2025 stellte die Bundeswehr rund 25.000 Soldatinnen und Soldaten ein. Das entspricht einem Zuwachs von rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist das beste Einstellungsergebnis als Freiwilligenarmee seit Aussetzung der Wehrpflicht. In absoluten Zahlen wurden rund 4.700 Soldatinnen und Soldaten mehr eingestellt als im Jahr 2024.“ (1)
Aber: Ein Viertel bis ein Drittel der neu Eingestellten brechen ihren Job vorzeitig ab und gehen wieder nach Hause. Aber: Bei der Bundeswehr gibt es nur 60.000 Berufssoldaten, und die sind stark überaltert; weitere 112.000 dienen jeweils mehrere Jahre auf Zeit – und müssen laufend ersetzt werden. Schließlich gibt es 12.000 „Freiwillig Wehrdienstleistende“: Die sind nur für sechs bis elf Monate im Dienst und müssen also jedes Jahr komplett ausgetauscht werden. Das „beste Ergebnis“ reichte also nur, um wenig mehr als alle Ausgeschiedenen zu ersetzen.
Aber gute Stimmung ist für gute Werbung wichtig, - gerade wenn wieder eine neue YouGov-Umfrage meldet, dass „die Ablehnung gegen einen verpflichtenden Wehrdienst jedoch gerade bei jüngeren Befragten steigt.“ (2) Auf der anderen Seite meldet die Armee-Führung, das 2025 rund 56.000 für den militärischen Dienst eingingen, etwa neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die Frage stellt sich: Wenn es zigtausende mehr Bewerber gab – warum wurden dann nicht mehr eingestellt? Will man etwa mit niedrigen Einstellungen Argumente schaffen, um die Wehrpflicht durchzusetzen?
Massive offensive Auslandseinsätze
Aktuell soll es 17 „Einsätze und anerkannte Missionen“ der Bundeswehr im Ausland geben: In Afrika in der Westsahara und im Sudan, in Jordanien, Irak und Libanon, Bosnien, Polen, der Ukraine, im Kosovo, im Baltikum – und in allen Meeren rund um Europa herum; das sollen etwa 2000 Soldaten sein. Der massivste Einsatz ist in Litauen: Bis nächstes Jahr soll dort dauerhaft die neue „Panzerbrigade 45“ mit 5000 Angehörigen stationiert werden! (3)
Angriffs-Kriegs-Waffen
Verstärkt investiert die Bundeswehr in Raketen: Die stärkste Waffe, die Zahl von 600 Taurusraketen (500 km Reichweite, bunkerbrechend, mit eigenem Antrieb) soll verdoppelt werden; dazu 400 zusätzliche Tomahawk-Raketen; neue Marschflugkörper mit bis zu 1000 km Reichweite sollen folgen; Deutschland und Großbritannien haben kürzlich Pläne zur gemeinsamen Entwicklung einer Präzisionswaffe mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern angekündigt – usw. - alles keine Waffen zur Luftabwehr! Ebenso die Marine: Deutsche U-Boote (man hat bereits 120 Stück in 17 Länder verkauft) und die sieben Fregatten dienen nicht zur Verteidigung der Küsten! (4) Auch die aggressiven 138 Euro-Fighter und die neuen F-35-Atombomber sind gewiss keine Friedenstauben!
Rebellion gegen diese Wehrpflicht ist gerechtfertigt. Für den 5. März werden die nächsten Schulstreiks zum Thema vorbereitet. Hier gibt es viel zu diskutieren - wie man sich stark organisiert gegen Wehrpflicht, Militarisierung und Weltkriegsgefahr, wie Imperialismus gesetzmäßig zu Kriegen führt und MLPD und REBELL deshalb als gesellschaftliche Perspektive den echten Sozialismus einbringen. MLPD und REBELL mobilisieren in der Kleinarbeit vor (Hoch‑)Schulen und Berufsschulen, unter anderem mit dem nächsten REBELL-Magazin mit dem Schwerpunkt gegen Wehrpflicht und imperialistische Kriege.