Indien
Generalstreik wird weitestgehend befolgt
Der Generalstreik in Indien "Bharat Band" genannt wird hier in Varkala weitestgehend befolgt.
Fast alles ist lahmgelegt: Schulen, Banken, öffentlicher Verkehr, Geschäfte bis auf einige kleine Obst- und Gemüsestände. Milch wird weiter transportiert. Aufgerufen haben zehn zentrale Gewerkschaften, unterstützt von politischen Parteien, wie der CPI, CPI(M), LDF, Lehrerverbände und Verbände von Bauern.
Gefordert wird die Rücknahme von vier neuen Arbeitsgesetzen und einer Verschlechterung des Kollektivrechts, welche die Rechte der Arbeiter bedrohen. Bauern protestieren vor allem gegen das Handelsabkommen der indischen Modi-Regierung mit den USA.
Der Streik stößt auch bei vielen Kleingewerbetreibenden auf Sympathie. So erfuhr ich von einem Schneider im Urlaub vom Streik und dass er selbst daran teilnimmt. Die "Prozession" für den Streik war schon am Vorabend. Und ich erfuhr es zu spät.
Über weitere Streikversammlungen konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Die Straßen sind bis auf einzelne Rikscha‑Fahrer und Motorradfahrer fast wie leergefegt.
In mehreren Gesprächen lehnen die Menschen Modi ab und sagen: „Er ist ein Faschist" oder „Not our President“. Zustimmung gibt es, dass weltweit gegen Faschismus und Krieg gekämpft werden muss.
Auf die Frage, ob ein Tag Streik genug sei, meinte einer " yes" weil es ja kein Geld gibt. Sicherlich noch ein großer Bedarf an Klärung.