Emmerich

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Gaza-Soli-AG: Spenden für Gaza, die von Herzen kamen

Unser drittes Treffen der Gaza-Soli-AG in Emmerich hatte zwei Teile. Zuerst vereinheitlichten wir uns über die aktuelle Entwicklung in Gaza, anschließend ging es in die Fußgängerzone zum Spendensammeln.

Jugendkorrespondenz

Unsere aktuelle Diskussion hat erneut gezeigt, wie zentral die Frage der Informationskontrolle im heutigen imperialistischen Weltsystem ist. Immer deutlicher wird, dass die israelische Regierung nicht nur militärisch, sondern auch propagandistisch vorgeht, um den weltweiten Protest gegen den Krieg zu schwächen. Dies zeigt nur, wie der bis jetzt laufende, und immer noch wachsende Widerstand ihnen ein Dorn im Auge ist. Durch gezielte Medienkampagnen, einseitige Darstellungen und politische Einflussnahme versuchen israelische Medienagenturen, die internationale Empörung zu relativieren und den Widerstand zu isolieren. Gerade deshalb ist es notwendig, die tatsächlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung sichtbar zu machen und die Stimmen der Betroffenen hörbar zu halten.

 

Besonders erschütternd ist die Lage der Kinder in Gaza. Seit zwei Jahren gibt es für viele von ihnen keinen regulären Schulunterricht mehr. Zahlreiche Schulen wurden zerstört. Für etwa 600.000 Kinder bedeutet das nicht nur fehlende Bildung, sondern auch den Verlust eines geregelten Tagesablaufs und eines sicheren sozialen Umfelds. Gleichzeitig steigen die Preise selbst für einfachste Schulmaterialien drastisch: Ein kleines Schulheft kostet heute in Gaza etwa 1,50 Euro, das Fünffache des Preises seit Oktober 2023.


Währenddessen verbreiten sich Bilder von israelischen Soldaten auf Social Media, die sich vor zerstörten Schulen in Siegerpose fotografieren und von einem "Groß Israel” schwärmen. Auch die Bauern in den Grenzregionen Syriens, im Nordlibanon und im Gazastreifen berichten von massiven Angriffen auf ihre Lebensgrundlagen. Felder, auf denen Oliven, Bananen oder Zitrusfrüchte angebaut werden, wurden nach ihren Aussagen wiederholt massiv mit Glyphosat besprüht, einem Totalherbizid, das sämtliche Pflanzen vernichtet und seit Jahren wegen möglicher Gesundheitsrisiken in der Kritik steht. Für viele bäuerliche Familien bedeutet dies nicht nur den Verlust einer Ernte, sondern den Angriff auf ihre gesamte wirtschaftliche Existenz.

 

Anschließend gingen wir zum Spendensammeln auf die Straße, wo nur noch wenige Passanten im Dauerregen anzutreffen waren. Wie notwendig es ist, trotz Gegenwind aktiv zu bleiben, zeigte auch gleich die erste Begegnung. Vor einem Kiosk wurden wir zunächst von einem Mann beschimpft, der unsere Aktion aggressiv zurückwies. Wir ließen uns jedoch nicht provozieren, blieben ruhig und erklärten sachlich unsere Anliegen und machten deutlich, dass wir auf dieser Grundlage keine Diskussion mit ihm führen. Wenig später kam derselbe Mann zurück, entschuldigte sich bei jedem von uns per Handschlag und spendete fünf Euro. Dieses Erlebnis zeigt: Wer konsequent, standhaft und ohne Einschüchterung auftritt, kann selbst in scheinbar festgefahrenen Situationen Menschen erreichen.


Ablehnung ist nicht endgültig, entscheidend ist, offensiv zu bleiben, ohne sich auf Provokationen einzulassen. Ein türkischer Kollege schlug vor, anlässlich des Newroz-Festes der Kurden im März eine Kundgebung mit Demonstration in Emmerich zu organisieren unter der Losung „Freiheit für Palästina und Rojava“!

 

Gerade in Zeiten verschärfter internationaler Konflikte kommt es darauf an, die Wahrheit über die Lebensrealität der arbeitenden Menschen und der unterdrückten Völker ans Licht zu bringen, Solidarität praktisch zu organisieren und sich weder durch mediale Manipulation noch durch feindselige Reaktionen entmutigen zu lassen. 46 Euro waren am Ende in der Spendendose, das Wichtigste dabei war aber, dass das Geld von Herzen kam und einige bei weiteren Aktivitäten mitmachen wollen. Freiheit für Palästina! Freiheit den unterdrückten Völkern!