Umwelt
Erdwärme und Biogasanlagen gibt es auch in Bochum
Zu dem Leserbrief "Wärmen und Kühlen mit Grubenwasser" gibt es eine erfreuliche Ergänzung. Auch Bochum nutzt die Erdwärme, insbesondere durch die innovative Verwertung von warmem Grubenwasser aus stillgelegten Zechen.
Quasi vor meiner Haustür entsteht auf dem ehemaligen Opelgelände (MARK 51°7) eines der bundesweit größten Geothermie-Projekte. Die Stadtwerke Bochum nutzen ca. 30 Grad warmes Wasser aus der Tiefe der ehemaligen Zeche Dannenbaum, um das Innovationsquartier mit Wärme und Kälte zu versorgen.
Ich bin Miteigentümer einer Eigentümergemeinschaft und wir haben noch eine neuwertige Niedertemperatur-Gasheizung. Das wäre für die Umstellung auf erneuerbare Energien bei Erneuerung unserer Heizung eine hervorragende Voraussetzung. Jedoch muss die Umrüstung auch finanziell möglich sein und alle Eigentümer der Eigentümergemeinschaft müssten diesem Vorhaben zustimmen.
Dieses Projekt ist in Bochum nicht das einzige. Im modernisierten Lohheidestation im Stadtteil Wattenscheid ist ein Erdwärmesondenfeld mit einer Tiefe von 150 Metern seit Juli 2025 offiziell in Betrieb, um das Stadion nachhaltig zu heizen und zu kühlen. Auch in Bochum Werne wird bereits seit Jahren eine Geothermieanlage betrieben, die als frühes Beispiel für die energetische Nachnutzung des Bergbaus dient.
Zudem ist Bochum Sitz des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) sowie des Internationalen Geothermiezentrums (GZB) an der Hochschule Bochum. Diese Einrichtungen erforschen unter anderem neue Speichertechnologien (Mine Thermal Energy Storage). Aktuelle großflächige Erkundungsmessungen (Projekt „Vesta Contrast“) wurde jedoch Ende 2024 vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben. Warum?