Bad Bunny beim Super Bowl 60
Ein kultureller „Mittelfinger“ gegen Trump – und ein antiimperialistisches Signal
Am 8. Februar 2026 stand Benito Antonio Martínez Ocasio (Bad Bunny) in Santa Clara (Kalifornien) im Mittelpunkt der Apple-Music-Halbzeitshow des Super Bowl 60 – als erster hispanischer Solo-Act und mit einer Show, die überwiegend auf Spanisch stattfand.
Dass die US-Rechten und Donald Trump daraufhin ausrasteten, war keine „Geschmacksfrage“, sondern Ausdruck von Sprachchauvinismus, Rassismus und imperialer Arroganz: Trump beschimpfte die Show auf Truth Social unter anderem als „absolutely terrible“ und hetzte: „Nobody understands a word this guy is saying …“.
„Guten Abend, Kalifornien, mein Name ist Benito Antonio Martinez Ocasio, und wenn ich heute beim Superbowl 60 bin, dann deshalb, weil ich nie, nie aufgehört habe, an mich zu glauben! Auch du musst an dich glauben, du bist mehr wert, als du denkst“, sagt Bad Bunny indirekt zu Donald Trump.
Massenerfolg – trotz (oder wegen) der rechten Hetze
Die Halbzeitshow lief nicht „am Rand“, sondern im Zentrum der größten US-Massenbühne: Laut Nielsen erreichte der Super Bowl im Schnitt 124,9 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer, die Halbzeit lag bei rund 128,2 Mio. (Nielsen)
Die Botschaft: Puerto Rico sichtbar machen – gegen Kolonialismus und Ausbeutung! Bad Bunny inszenierte Puerto Rico nicht als Folklore, sondern als kolonial ausgebeutete Nation im Schatten des US-Imperialismus. Schon das Bühnenbild – Zuckerrohr, Pava-Hüte, tropische Pflanzen, Alltagsszenen – erinnert an eine Geschichte, in der Reichtum produziert wurde, aber nicht bei den Produzent*innen blieb.
Sein Schlussruf „Seguimos aquí“ („Wir sind immer noch da“) ist damit mehr als Pathos: Er ist eine Kampfansage an Auslöschung, Vertreibung und rassistische Spaltung – freundlich im Ton, aber klar in der Richtung. Bad Bunny hat sich auch gegen die Trump-Regierung ausgesprochen. Letzte Woche nutzte der Künstler bei den Grammy Awards eine seiner Dankesreden, um die US-Einwanderungs- und Zollbehörde zu kritisieren und sagte: „ICE out“.
Die Rechten hassen diese Halbzeitshow nicht wegen „Tanz“ oder „Sprache“, sondern weil sie zeigt: Migration, Mehrsprachigkeit und lateinamerikanische Kultur sind Teil der Arbeiterklasse in den USA – und damit Teil der gesellschaftlichen Zukunft, des echten Sozialismus. Trumps Wut ist die Wut eines Systems, das Einheit nur als Unterordnung kennt. Bad Bunny stellte dem eine andere Idee entgegen: Internationalismus, Würde, Solidarität.