Glosse
Der Midas-Fluch, neu erzählt
Es begab sich vor mehr als 2700 Jahren, im antiken Königreich Phrygien, etwa in der Mitte der heutigen Türkei gelegen. Mehrere Könige mit Namen Midas regierten dieses Königreich, und wir wissen nicht, welcher von ihnen als Sagengestalt die Jahrtausende überdauerte. Aber wir wissen: Sein Geist wirkt noch immer. Denn dieser König Midas galt schon seinen Zeitgenossen als gierig, grausam und dumm.
Das alleine wäre noch keine Sage wert, käme nicht noch eine andere Eigenschaft hinzu. König Midas ließ den Lieblingslehrer des Gottes Dionysos in Haft nehmen, um den Gott zu erpressen. Der Lehrer wird freigelassen, wenn Dionysos König Midas die Fähigkeit verleiht, alles, was er berührt, in Gold zu verwandeln.
Aber bei Geschäften mit den Göttern ist meistens ein Haken dabei. Dionysos gewährte dem Midas seinen Wunsch, worauf dieser seine Geisel wieder freiließ. Das Glück des gierigen Königs währte nur kurz. Der gierige Tropf hatte nicht bedacht, dass sich wirklich alles in Gold verwandelte, was er berührte: seine geliebte Tochter, all sein Essen und Trinken. Er war verdammt, in all seinem Reichtum zu ersticken, zu verdursten und zu verhungern. König Midas flehte den Gott Dionysos an, der ihn wieder von seinem Fluch befreite.
Doch der ruhelose Geist des Königs Midas ist durch die Zeiten unterwegs, um all denen eine Lektion zu erteilen, die aus seinem Schicksal nichts lernen wollen. So fand er sich in den USA wieder, wo ein US-Präsident namens Donald J. Trump von grenzenlosem Reichtum und uneingeschränkter Weltherrschaft träumt, noch gieriger und grausamer als vormals König Midas.
Alles, was er berührt, überzieht er mit Gold: die Räume im Weißen Haus, sein Protzdomizil Mar–a–Lago in Florida, seinen Trump-Tower in New York. Investoren von Kryptowährungen spendieren eine fast 5 Meter hohe Trump-Statue, überzogen mit purem Gold.¹
Nun soll in der US-Hauptstadt Washington auch noch ein Triumphbogen entstehen, natürlich der größte der Welt, 25 m höher als der Arc de Triomphe in Paris und natürlich – vergoldet.²
Was Trump für sich und seine Freunde, die Superreichen, vergoldet, raubt dem Volk Einkommen und Lebensmöglichkeiten, die staatliche Krankenversicherung und Armenhilfe, demokratische Rechte.
Hunderttausendfach werden Menschen gejagt, verhaftet, bis hin zu Tötungen. Ein hilfreicher Gott Dionysos wird die Menschen in den USA und weltweit nicht von solchen fluchbeladenen Gestalten befreien. Aber die internationale Arbeiterklasse im Bündnis mit den Unterdrückten und Ausgebeuteten dieser Welt ist in der Lage, diesen Fluch zu brechen, den finsteren Imperialismus zu überwinden und mit den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt Ausbeutung und Unterdrückung, Umweltzerstörung, Faschismus und Kriegen ein Ende zu setzen.
Dann findet sich der faschistische US-Präsident Donald Trump und alle seine Kumpane und Kollegen dort wieder, wo alle seit König Midas’ Zeiten gelandet
sind: die Diktatoren, Menschenschinder und Tyrannen – auf dem Müllhaufen der Geschichte.