Solidarität ist gefragt
Carl Zeiss Jena GmbH macht Jagd auf Kranke
Gebetsmühlenartig wird im Zeiss Konzern ein Mantra wiederholt: „Zeiss ist in der Krise, wir müssen alle mehr Performance zeigen!“ Der Blick in den Geschäftsbericht 2024/2025 entlarvt das als Lüge.
Mit 11,9 Milliarden Euro Umsatz hat Zeiss das erfolgreichste Geschäftsjahr seit seinem Bestehen hingelegt. Der Umsatz pro Beschäftigtem wurde um 8% auf 255.158 € gesteigert.
Sündenbock für die erschwindelte „Krise“ sind für den Vorstand der Carl Zeiss Jena GmbH (Tochter der Zeiss AG) erkrankte Kolleginnen und Kollegen. Mitte Januar wurde bekannt, dass in der gesamten GmbH jetzt sogenannte „Fürsorgegespräche“ stattfinden. Dabei sollten Erkrankte Fragebögen über ihren Gesundheitszustand ausfüllen und unterschreiben. Ergebnis dieser „Fürsorgegespräche“ können auch Abmahnung oder Kündigung sein.
Ein solches Vorgehen ist illegal! Zeiss weiß, dass sie nicht nach dem Gesundheitszustand ihrer Belegschaft fragen dürfen. Dabei werden alle Kranken unter Generalverdacht gestellt, „Blaumacher“ zu sein. Außerdem soll die Belegschaft in Kranke und Gesunde gespalten werden. Das darf nicht zugelassen werden, hier ist Solidarität gefragt.
Am 1. Januar hat die Zeiss GmbH neue Schichtmodelle eingeführt, bei denen Schichtarbeitern drei Tage Urlaub geklaut werden. Außerdem wurden alle Meister aufgefordert, eine Produktionssteigerung von 7% bei gleicher Belegschaft durchzusetzen. Bei einem solchen Arbeitsdruck ist es doch auch kein Wunder, dass Kolleginnen und Kollegen krank werden.
Der Betriebsrat und die IG Metall haben die Zeiss GmbH aufgefordert, diese „Fürsorgegespräche“ sofort einzustellen. Richtig so! Ein erster Erfolg ist, dass zumindest die Fragebögen vorerst nicht zum Einsatz kommen. Die „Fürsorgegespräche“ sollen aber trotzdem weitergehen. So sieht also die „Fürsorge“ des Vorstands in der viel beschworenen „Zeiss-Familie“ aus. Hintergrund ist, dass die Zeiss AG Weltmarktführer im Bereich Hochleistungsoptik werden will. Außerdem verstärkt der Monopolkonzern die Kriegsproduktion. Ab 2026 werden im Werk Jena neue optische Bauteile für schwere Waffensysteme gefertigt.
Kämpferische IG Metaller haben im Dezember ein Flugblatt mit einer Umfrage erstellt. In dieser haben 80% der Teilnehmer angegeben, dass sie gegen die neuen Schichtmodelle kämpfen wollen! 20 Kollegen hatten zwecks der Beratung mit Vertrauensleuten ihre Arbeit für 30 Minuten niedergelegt. Die Verarbeitung der Ereignisse rund um die neuen Schichtsysteme wird der Belegschaft helfen, mit den neuen Angriffen fertig zu werden. Die MLPD spricht allen Betroffenen ihre volle Solidarität aus und bietet ihr Know-how für die kommenden Kämpfe der Zeiss Belegschaft an.