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UN-Agentur: Hilfe für Gaza steht bereit – Israel blockiert sie aber weiterhin

Der folgende Artikel wurde am 5. Februar auf der Webseite der libanesischen Zeitung Al Akhbar veröffentlicht. Das fortschrittliche Online-Magazin Occupied News hat ihn ins Deutsche übersetzt und um weitere Fakten ergänzt. Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert:

Dokumentiert von Occupied News
UN-Agentur: Hilfe für Gaza steht bereit – Israel blockiert sie aber weiterhin
Bereits 2009 ließ die israelische Regierung Gebäude von UNRWA durch ihre Armee in Brand stecken – hier in Gaza (foto: ISM Palestine (CC BY-SA 2.0))

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) gab bekannt, dass seine humanitäre Hilfe für Gaza weiterhin in Ägypten und Jordanien „feststeckt“, da Israel seit März 2025 die Einfuhr in den Gazastreifen verhindert. Unterdessen wurde das UNRWA-Hauptquartier in Ostjerusalem zerstört und niedergebrannt.

 

Die Organisation erklärte am Donnerstag in einer Stellungnahme auf der Plattform „X“: „Die humanitären Hilfsgüter der UNRWA, darunter Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Materialien für Notunterkünfte, liegen weiterhin in Lagerhäusern in Ägypten und Jordanien, da der UNRWA seit März 2025 die Einfuhr nach Gaza durch die israelische Regierung verweigert wird.“

 

Sie betonte, dass „lebensrettende Hilfe bereitsteht“, und fügte hinzu: „Es gibt keine Zeit zu verlieren. Die Teams der UNRWA haben nie aufgehört, unverzichtbare Hilfe vor Ort zu leisten. Wir müssen mehr tun dürfen.“

UNRWA kontert gezielte Falschbehauptungen

In einer anschließenden Erklärung verwies die UNRWA darauf, dass Israel während des gesamten Krieges im Gazastreifen, „Desinformation“ als Waffe gegen die Organisation eingesetzt habe. Dies als Teil einer fortlaufenden Kampagne, um die wichtigste UN-Organisation zur Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge zu diskreditieren und zu zerstören.“

 

Die Organisation erklärte, dass „die jüngste Behauptung, die sich auf von der israelischen Armee veröffentlichtes Videomaterial stützt, auf dem leere Mehlsäcke mit dem UNRWA-Logo neben Munition zu sehen sind, erneut keine überprüfbaren Beweise liefert“.

 

In der Erklärung heißt es weiter: „Im Gazastreifen werden seit Jahren internationale Hilfsmaßnahmen durchgeführt. Nach der Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige werden die Säcke für verschiedene Zwecke wiederverwendet, da die Menschen keine anderen Alternativen haben.“ Dabei wird darauf hingewiesen, dass die UNRWA „allein im Jahr 2024 etwa 3 Millionen strapazierfähige 25-kg-Mehlsäcke verteilt“ habe und erklärt, dass leere Säcke überall im Gazastreifen verstreut seien.

 

Im Zusammenhang mit den anhaltenden Angriffen auf die UNRWA gab der israelische Energieminister Eli Cohen bekannt, dass er gestern persönlich die Abschaltung der Wasser- und Stromversorgung des Hauptsitzes der UN-Agentur im besetzten Jerusalem überwacht habe.

 

Ende Januar hatten die israelischen Besatzungsbehörden das Hauptquartier der UNRWA im illegal annektierten Ostjerusalem gestürmt und anschließend abgerissen – laut Experten ein eklatanter Verstoß gegen völkerrechtliche Normen. Wenige Tage später wurden die Reste des Hauptquartiers in Brand gesteckt. Dies löste massive Empörung seitens UNRWA aus: „Die Duldung dieser beispiellosen Zerstörung ist der jüngste Angriff auf die Vereinten Nationen im Rahmen der anhaltenden Bemühungen [Israels], den Status der palästinensischen Flüchtlinge in den besetzten palästinensischen Gebieten aufzuheben und ihre Geschichte auszulöschen.“